Im Namen der Blume. Fotografien von Richard Fischer

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Ästhetische, fragile Wesen: Der Fotograf Richard Fischer porträtiert Blumen
Quelle: © Richard Fischer

Fast jede dritte Pflanze ist vom Aussterben bedroht. Richard Fischer fotografiert die Blüten seltener Arten und exotischer Exemplare – aber auch einheimische Gartenpflanzen finden sich in seiner Fotosammlung. Mit seinen hochästhetischen großformatigen Fotografien rückt er die florale Vielfalt dieser Erde in den Mittelpunkt. Das UBA zeigt vom 13. Juni bis zum 24. Juli eine Auswahl seiner Arbeiten.

Richard Fischers Blumenportraits bestechen durch ihre Brillanz, die Intensität der Farben und die Konzentration auf das abgebildete Objekt. Er versteht es nicht nur meisterhaft, die Schönheit und Fragilität der Blumen zu zeigen. Fischer hat auch eine Mission: Er möchte nichts Geringeres als die Natur durch Kunst retten oder zumindest uns mittels seiner Bilder aufmerksam machen auf die akute Gefährdungslage von Herzlöffel, Frauenschuh, Moorveilchen und vom Flammen-Adonisröschen – um nur einige zu nennen. „Ich möchte die Menschen mit meinen Bildern bewegen“, sagt Richard Fischer. 

Der Wille zur Schönheit, das Abbilden von realen, aber stilisierten Pflanzen reiht sein Werk in die Tradition des Blumenbildes ein. Diese Traditionslinien reichen weit zurück bis zu den Holzschnittillustrationen der frühen Kräuterbücher, die nichts anderes waren als Nachschlagwerke für Apotheker und Ärzte. Naturgetreue Darstellungen von Pflanzen und Blumen finden sich ebenso in der deutschen und niederländischen Kunst des 16. Jahrhunderts auf Gemälden und in der Buchmalerei. Eine prominente Vertreterin des Blumenbilds ist die Naturforscherin, Kupferstecherin, Blumen- und Insektenmalerin Maria Sibylla Merian, die in ihren berückend schönen und exakten Arbeiten der Symbiose von Insekten und Pflanzen nachging. 

Eröffnung der Ausstellung: 

Mittwoch, 13. Juni, 18 Uhr  

Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau 

Es sprechen: 

Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes 

Brigitte Mang, Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

Richard Fischer, Fotograf, im Gespräch mit Fotini Mavromati, Kunstbeauftragte des Umweltbundesamtes

Lebensgrundlage biologische Vielfalt: Immer schneller werden Ökosysteme zerstört und immer mehr biologische Vielfalt geht unwiederbringlich verloren. Fast ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste gelten laut der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht. Auch die Flora und Fauna hierzulande blieb nicht verschont. Von den einheimischen Tierarten in Deutschland sind 35 Prozent bestandsgefährdet, von der Pflanzenarten 26 Prozent. Zersiedelung der Landschaft, Zerstörung von Lebensräumen, der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, Monokulturen in der Forst- und Landwirtschaft – all das trägt dazu bei, dass die Artenvielfalt am Standort Deutschland gefährdet ist. Dabei ist die biologische Vielfalt Grundlage unserer Existenz. 

Richard Fischer ist ein international tätiger Fotograf, der seit vielen Jahren die Schönheit und Fragilität seltener oder vom Aussterben bedrohter Arten ins rechte Licht rückt. Hierbei wird der „Chronist sterbender Schönheiten“, wie sich Fischer selbst bezeichnet, von Botanikern und botanischen Gärten aus dem In- und Ausland unterstützt, indem sie ihm das eine oder andere kostbare Exemplar aus ihren Beständen zur Verfügung stellen. In seinem Studio lichtet er dann die vegetabilen Leihgaben in minuziöser Arbeit für die Nachwelt ab. Seine hochauflösenden Blumenportraits bestechen durch ihre Abstraktion und Ästhetik. Einen Querschnitt seiner Arbeiten vereinigt der Fotoband „A Tribute to Flowers – Plants under Pressure“, der im Frühjahr 2018 im Verlag teNeues erschien.  

Öffnungszeiten: 

13.06. – 24.07.2018

Montag – Freitag: 9 bis 19 Uhr

Samstag – Sonntag: 9 bis 16 Uhr

Eintritt frei

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Schlagworte:
 Kunst und Umwelt