Klimawandel in Deutschland: Neuer Monitoringbericht belegt weitreichende Folgen
Die Folgen der globalen Erderwärmung werden in Deutschland spürbarer und lassen sich immer besser belegen.
Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Zentrale Aufgabe ist es, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken und unvermeidbare Emissionen auszugleichen. Schlüssel für den Erfolg von Klimaschutzmaßnahmen sind zeitnahe, nachhaltige Infrastruktur-Investitionen. Die Senkung des Energiebedarfs sowie die vollständige Umstellung der Strom- und Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zu anderen Umweltherausforderungen stehen dabei im Fokus. Das Umweltbundesamt unterstützt diesen Prozess mit Strategien, Szenarien, Maßnahmen und Instrumenten sowie dem Monitoring. Dabei setzt es einzelne Instrumente, wie den Emissionshandel, Herkunftsnachweise für Ökostrom oder das Umweltzeichen „Blauer Engel“, auch selbst um.
Die Folgen der globalen Erderwärmung werden in Deutschland spürbarer und lassen sich immer besser belegen.
Das UBA hat in seiner neuen RESCUE-Studie untersucht, wie Deutschland bis 2050 Treibhausgasneutralität erreicht und gleichzeitig 70 % weniger Rohstoffe und Ressourcen nutzen kann. Die Studie zeichnet dazu in sechs Szenarien mögliche, im Detail aber noch auszugestaltende Pfade auf. Sie sollen der Bundesregierung helfen, das vereinbarte Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2050 mit Leben zu füllen.
Die Nutzung von Regenwasser für die Verdunstungskühlung ist ein relativ neuer Ansatz bei der Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel. Das UBA hat untersuchen lassen, wie sich entsprechende Techniken und Verfahren auf Gebäude-, Quartiers- und Gesamtstadtebene auswirken, welche energetischen Einsparungen sich ergeben und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen.
Bahnklimaanlagen, die komprimierte Außenluft zur Kühlung nutzen, sind schon heute eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Alternative zu Bahnklimaanlagen mit klimaschädlichen Kältemitteln. Durch innovative Anlagenkonstruktionen und optimierte Wartung können Energiebedarf und Kosten der luftgestützten Zugklimatechnik weiter sinken.
Neben Maßnahmen zum Klimaschutz rückt auch die systematisch geplante Anpassung an die Folgen des fortschreitenden Klimawandels zunehmend in den Fokus von Entscheidungsträgern – sowohl in Städten und Gemeinden als auch in Unternehmen. Die neue Norm ISO 14090 der Internationalen Normungsorganisation (ISO) gibt nun Hilfestellung, wie gute Anpassung schrittweise umgesetzt werden kann.
200 Expert*innen aus aller Welt treffen sich ab heute in Berlin
Viele Unternehmen wollen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Erreichung der internationalen Klimaziele leisten und führen dafür ein Klimamanagement ein oder bezeichnen sich bereits als „klimaneutral“. Dabei gibt es aber deutliche Qualitätsunterschiede. Auf einem Workshop in Frankfurt diskutierte das UBA mit 21 Unternehmen aus verschiedenen Branchen über glaubwürdiges Klimamanagement.
UBA und AWI fordern: Anstrengungen im Klima- und Meeresschutz verstärken und Risiken für Küstenräume verringern.
Viele Klima- und Lüftungsanlagen sind versteckte Energiefresser. Denn oft sind sie nicht optimal eingestellt, enthalten veraltete Komponenten oder sind überdimensioniert. Alle Anlagen lassen sich optimieren. Das haben Erfahrungen in der Praxis gezeigt. Oft sind schon mit geringem Aufwand große Einsparungen möglich. Gleichzeitig verbessert sich das Raumklima, und der Komfort steigt.
Lösungen für komplexe Problemlagen wie die Anpassung an lange Trockenperioden, erfordern eine Diskussion, die unterschiedliche Perspektiven und Lösungsansätze zusammenbringt. Dafür kann ein Planspiel wertvolle Impulse liefern. Beim Stakeholderdialog „Landnutzung und Flächenbewirtschaftung bei Trockenheit – Wie können Akteure in der Stadt und auf dem Land vorsorgen?“ wurde genau dies umgesetzt.
Angebot und Nachfrage von Ökostrom steigen seit Jahren kontinuierlich Die Zahl der Ökostromprodukte ist von 810 im Jahr 2013 auf 1.157 Produkte im Jahr 2017 gestiegen. Knapp 80 Prozent der Stromanbieter führten 2017 mindestens ein Ökostromprodukt im Angebot. Gleichzeitig ist die Stromkennzeichnung kaum bekannt und kann aktuell wenig Wirkung entfalten. Das zeigt die „Marktanalyse Ökostrom II“.
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien legte im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nochmals deutlich zu. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres etwa 129 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und damit etwa zehn Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2018. Der Zubau neuer Windenergieanlagen hat sich 2019 allerdings verlangsamt.