Die ISO-Norm ist iterativ angelegt und unterstützt kontinuierliche Lern- und Verbesserungsprozesse. Der bewusst nicht linear gehaltene Ansatz ermöglicht es Organisationen, die Struktur zu übernehmen – unabhängig davon, in welcher Phase der Anpassung an den Klimawandel sie sich bereits befinden.
Die ISO 14090 umfasst fünf Schritte:
1. Vorplanung
Dies ist ein Prozess, der die Organisation auf die Durchführung der folgenden Schritte vorbereitet. Dabei sollte vor allem die Fähigkeit zur aktiven Umsetzung der Anpassungsmaßnahmen realistisch eingeschätzt werden.
2. Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels: Risiken und Chancen
Hierfür muss die Organisation systematisch bewerten, wie ihre Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen durch den Klimawandel beeinflusst werden könnten. Die Bewertung muss sowohl langsam einsetzende (chronische) Auswirkungen als auch plötzliche (akute) Auswirkungen aufgrund von Extremereignissen umfassen. Dabei können unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen. Die Norm schlägt etwa Vulnerabilitätsanalysen oder Risikobewertungen vor, aber auch Schwellenwertanalysen. Die Bewertung muss von kompetenten Personen oder Institutionen, entweder intern oder extern, vorgenommen werden.
3. Anpassungsplanung
In diesem Schritt muss die Organisation einen Anpassungsplan aus unterschiedlichen Wissens-, Informations- und Datenquellen vor dem Hintergrund bestehender Richtlinien, Strategien, Planungs- und Entscheidungsprozessen erstellen. Die Organisation muss dabei Maßnahmen mit Priorität identifizieren und darlegen, wie diese in generelle Richtlinien, Strategien und Pläne passen.
4. Umsetzung
Bei der Umsetzung führt die Organisation die im Anpassungsplan festgelegten Maßnahmen durch. Ausweichmöglichkeiten sollten einkalkuliert werden, beispielsweise für den Fall, dass die geplanten Maßnahmen nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen oder neue Erkenntnisse oder Gegebenheiten vorliegen.
5. Monitoring und Evaluierung
Die Norm empfiehlt, einen Monitoring- und Evaluierungsplan zu erarbeiten, mit dem die Fortschritte im Vergleich zum Umsetzungsplan beurteilt werden. So behält die Organisation die Entwicklung ihrer Anpassung an die Klimafolgen im Blick. In einem iterativen Prozess können zufriedenstellende Fortschritte bestätigt und Hinweise auf unbefriedigende Aspekte frühzeitig aufgezeigt werden. Wenn nötig, werden zusätzliche Maßnahmen ergriffen oder Korrektur angestoßen.
6. Berichterstattung und Kommunikation
In diesem Schritt beschreibt die Norm den Austausch mit interessierten Parteien außerhalb der Organisation. Die Kommunikation sollte durch einen leicht zugänglichen und kostenfreien Bericht über die Anpassung an die Folgen des Klimawandels gestützt sein.
Zwei Anhänge geben weiterführende Hinweise, wie die in der Norm genannten möglichen Verfahren des systemischen Denkens und der Schwellenwertanalyse umgesetzt werden können.