Teilhabe zivilgesellschaftlicher Kreislaufakteure an der EU-Textilstrategie stärken
Die EU‑Textilstrategie strebt ein zirkuläres, ressourcenschonendes Textilsystem an. Entlang der europäischen Abfallhierarchie werden Wiederverwendung und Reparatur besonders betont. ReUse-Angebote sollen wirtschaftlich tragfähig und zugänglich sein. Auch die deutsche Kreislaufwirtschaftsstrategie benennt Textilien als vorrangigen Handlungsbereich. Dennoch werden bislang weniger als ein Prozent der Alttextilien stofflich zu neuen Textilien recycelt. In Deutschland fallen jährlich rund 1,1 Mio. Tonnen aussortierter Kleidung an – meist kaum getragen.
Ein Großteil der Menschen in Deutschland geben an, noch nie ein ReUse-Angebot wie Tausch, Verleih oder gemeinschaftliche Nutzung genutzt zu haben – obwohl schon ein Fünftel laut Umfragen an regelmäßiger Nutzung interessiert wäre. Es fehlt an alltagsnaher, niedrigschwelliger Infrastruktur und vernetzten Angeboten.
Zahlreiche Akteure leisten hier bereits wichtige Arbeit: von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Kleinstunternehmen bis hin zu professionellen ReUse-Dienstleistern. Ihre Angebote umfassen Kleidertauschformate, Verleihplattformen für Alltags- und Anlassmode, lokale Secondhand-Angebote sowie digitale oder stationäre Repair- und Upcyclinglösungen. Sie verfügen über vielfältige Praxiserfahrungen, kennen Nutzungshürden und Infrastrukturlücken – haben jedoch oft nicht die nötigen Ressourcen, sich politisch einzubringen. Besonders Kleinstanbieter und Ehrenamtliche sind selten in Verbandsstrukturen aktiv oder politisch vertreten.
Das Projekt fördert den Aufbau eines aktiven Netzwerks zivilgesellschaftlicher Kreislaufakteure im Textilbereich, bündelt Praxiserfahrungen, organisiert Wissenstransfer und schafft strukturelle Sichtbarkeit. Durch Vernetzungsformate und Leitfäden werden politische Schnittstellen gestärkt. CirTexNet trägt so dazu bei, die Umsetzung der EU‑Textilstrategie wirksam, praxistauglich und partizipativ zu gestalten.