Salz Teichsimse (Schoenoplectus tabernaemontani)
Die Salz-Teichsimse (Schoenoplectus tabernaemontani) besiedelt die tidebeeinflussten Gewässerufer in dichten Röhrichten. Aufgrund ihrer Salztoleranz wächst sie oft an „vorderster Front“ in einem Bereich, der mindestens zweimal täglich unter Wasser steht und nur von wenigen höheren Pflanzen besiedelt werden kann. Durch ihre Wuchsform sind Teichsimsen sehr gut an die hohen mechanischen Belastungen durch das tidebedingte Wechselbad der Gezeiten angepasst.
Schierlingswasserfenchel (Oenanthe conioides)
Der Schierlingswasserfenchel (Oenanthe conioides) ist eine mehrjährige krautige bis zu zwei Meter hohe Pflanze. Er ist ein Endemit der Tide-Elbe, das heißt, die Art kommt an keinem anderen Ort der Welt vor. Der Schierlingswasserfenchel gilt als „vom Ausstreben bedroht“ und ist daher streng geschützt. Sein Lebensraum ist fast verschwunden: flache, täglich überflutete, schlickreiche und von Menschen wenig beeinflusste Uferanschnitte.
Europäischer Stint (Osmerus eperlanus)
Der Stint (Osmerus eperlanus) lebt in den Küstengewässern Europas. Er wird in der Regel 15-20 cm lang, bis zu 6 Jahre alt und ist trotz seiner geringen Größe als Speisefisch geschätzt. Stinte ernähren sich vor allem von kleinen Krebsen des Planktons und am Boden lebenden Organismen, fressen aber auch Jungfische. Stinte wandern zum Laichen in großen Schwärmen in die Ästuare der großen Ströme, um hier im zeitigen Frühjahr je Weibchen bis zu 40.000 Eier abzulegen. Früher wurden Stinte in großen Mengen gefangen, noch heute weisen Ortsbezeichnungen in einigen deutschen Städten (z.B. „Stintfang“ in Hamburg und der Stintmarkt in Lüneburg) darauf hin.
Chinesische Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis)
Die Chinesische Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis) wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Menschen unbeabsichtigt nach Europa eingeschleppt und hat sich in allen großen in die Nordsee mündenden Flüssen (Elbe, Weser, Ems und Rhein) etabliert. Die Art ist nachtaktiv und ernährt sich von pflanzlichem und tierischem Material (omnivor). Sie lebt als erwachsenes Tier im Süßwasser und wandert zur Fortpflanzung flussabwärts ins Große Ästuar (katadrome Wanderungen).
Nach der Eiablage von bis zu 900.000 Eiern im Brackwasser sterben die Elterntiere - sie pflanzen sich also nur einmal fort. Die Larven entwickeln sich im Brackwasser, wandern anschließend flussaufwärts und werden nach etwa fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif. Neben großen Fischen und Vögeln wie dem Graureiher, welche die Wollhandkrabbe insbesondere bei deren Häutung gern erbeuten, gehörte der Mensch zu ihren größten Feinden. Nach Massenentwicklungen der Art in den 1930er Jahren ging ihr Bestand durch Absammlung, aber auch durch extreme Gewässerverschmutzung, bis in die 1970er Jahre stark zurück. Seitdem hat die Art wieder deutlich zugenommen. Während die Art in Deutschland bisher nur in wenigen Restaurants angeboten wird, gilt sie in der chinesischen Küche als begehrte Delikatesse.
Gänsesäger (Mergus merganser)
Ästuare sind bedeutende Brut- und Rastgebiete für eine Vielzahl an Vogelarten. Der Gänsesäger (Mergus merganser) ist eine dieser Arten, welche in Deutschland zwar mit nur etwa 1.000 Paaren als Brutvogel vorkommt, dagegen aber im Winter als Durchzügler und Gast viel häufiger zu beobachten ist. Etwa 40.000 bis 60.000 Tiere überwintern jedes Jahr an eisfreien Seen und in den Ästuaren der großen Flüsse Deutschlands. Nach Ihrem „Winterurlaub“ kehren die meisten Gänsesäger in ihre nördlicher gelegenen Hauptbrutgebiete zurück. Die Nahrung des Gänsesägers besteht aus kleineren Fischen von einer Länge bis zu 10 cm.
Grünalgen (Pediastrum)
Grünalgen der Gattung Pediastrum sind mikroskopisch kleine einzellige Algen, die in Kolonien (sog. Coenobien) von 4 bis zu 100 Einzelzellen leben – gemeinsam sehen sie unter dem Mikroskop aus wie kleine grüne Zackenrädchen. Diese Grünalgen sind Teil des sogenannten Phytoplanktons der Ästuare, welches durch Photosynthese Sonnenlicht und Nährstoffe in pflanzliche Biomasse umwandelt. Dabei wird auch der für viele Organismen lebenswichtige Sauerstoff gebildet. Das Phytoplankton bildet auch die Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen im Nahrungsnetz der Ästuare, zum Beispiel für kleine Krebstiere und Larven verschiedener Organismen.