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So lässt sich der Klimaeffekt von Bauvorhaben abschätzen

Bagger bei Erdarbeiten
Bagger vor Neubauten: Der Flächenverbrauch in Deutschland verursacht klimaschädliche Emissionen
Quelle: Georg / stock.adobe.com

Bauen setzt klimaschädliche Treibhausgase frei – aus dem Boden, aus Pflanzen und nicht zuletzt durch den Bau selbst. Um Emissionen bei Bauentscheidungen berücksichtigen zu können, ist es wichtig, das genaue Ausmaß zu kennen. Eine neue UBA-Studie zeigt, welche Emissionen bei der Entwicklung von Flächen entstehen und wie sich dabei pro Jahr rund eine Million Tonnen CO2-Äquivalente einsparen lassen.

Wo gebaut wird, wird auch gegraben. Dabei wird i klimaschädliches Kohlenstoffdioxid aus Boden und Pflanzen freigesetzt. Zusätzlich entstehen Treibhausgase beim Bauen sowie beim Betrieb von Gebäuden und Anlagen. Bislang mangelte es an zuverlässigen Methoden und Instrumenten, mit denen Kommunen die Emissionen von Bauvorhaben berechnen konnten.

Ein Forschungsprojekt im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt nun, welchen Klimaeffekt Baumaßnahmen haben können. Auf Grundlage der Ergebnisse haben die Forschenden eine Handlungshilfe zur Abschätzung der Klimawirkung bei Landnutzungsänderungen erstellt. Sie soll Planungsträgern und insbesondere Kommunen dabei helfen, Zusammenhänge zwischen Bauvorhaben und den Kohlenstoffvorräten in Boden und Vegetation leichter zu erkennen. So lässt sich deren Bedeutung für die Treibhausgaswirkung besser verstehen und einordnen.

Was wird freigesetzt, was kann eingespart werden?

Ergänzend entwickelten die Forschenden ein Rechentool, mit dem Planungsträger selbstständig abschätzen können, wie hoch der CO2-Fußabdruck durch Eingriffe in die natürlichen Kohlenstoffspeicher Boden und Vegetation bei konkret geplanten Flächenentwicklungen ist. Dieser Rechner (Testversion) enthält für alle 11.000 Gemeinden in Deutschland die relevanten Kennwerte, um die Treibhausgaswirkung abzuschätzen. Somit kann auch für alternative Planungsoptionen abgeschätzt werden, ob und in welcher Höhe sich Treibhausgasemissionen verringern lassen.

Der Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche (Flächenverbrauch) verursacht in Deutschland pro Jahr Treibhausgasemissionen von rund einer Million Tonnen CO2-Äquivalenten (Mio. t CO2-Äq.). Diese gehen vor allem auf Eingriffe in die Kohlenstoffvorräte im Boden und in der Vegetation zurück. Wenn es gelingt, den Flächenverbrauch, wie von der Bundesregierung in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie geplant – auf weniger als 30 Hektar pro Tag bis zum Jahr 2030 und auf Netto-Null bis zum Jahr 2050 – zu senken, ließen sich bis 2050 insgesamt etwa 15 Mio. t CO2-Äq. einsparen.

Welche Emissionen sind als Folge des Flächenverbrauchs sonst noch relevant?

Dabei wird angenommen, dass der Bedarf an neuen Wohnungen und Gewerbeflächen nicht außerhalb von Städten auf der grünen Wiese gedeckt wird, sondern innerhalb bestehender Siedlungen. Das kann zum Beispiel durch dichteres Bauen, das Schließen von Baulücken oder das Aufstocken von Gebäuden geschehen. Auch diese sogenannte Innenentwicklung verursacht Emissionen, aber deutlich weniger: Im Vergleich zur Bebauung neuer Flächen entstehen dabei im Durchschnitt rund 80 Prozent weniger Treibhausgase, weil Boden und Pflanzen weniger stark beeinträchtigt werden.

Neben den Veränderungen im Boden entstehen noch weitere Emissionen – vor allem durch den Bau und die Nutzung von Gebäuden und Infrastruktur. Diese sind sogar deutlich höher: etwa 20-mal so groß wie die Emissionen aus Boden und Vegetation. Deshalb ist es besonders wichtig, bestehende Gebäude möglichst zu erhalten, geeignete Baumaterialien zu wählen und diese effizient einzusetzen, um die Klimabelastung beim Bauen zu verringern.

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Treibhausgaswirkungen und Einsparpotenziale aller betrachteten Aspekte Treibhausgaswirkungen und Einsparpotenziale beim Bau und Betrieb von Gebäiuden bzw. Anlagen
Quelle: Umweltbundesamt

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