Der internationale EMW-Preis, der von der EU-Kommission ausgelobt wird, ehrt jedes Jahr besonders herausragende Leistungen für nachhaltige Mobilität während der Europäischen Mobilitätswoche (EMW). Während der MOBILITYACTIONS-Preis vornehmlich nicht-kommunale Akteure ehrt, zeichnet der EMW-Preis Kommunen aus, die innovative und umfassende Programme entwickelt und umgesetzt haben. Die feierliche Preisverleihung durch den EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas fand am 17. März 2026 in Brüssel statt.
Finalisten für den internationalen EMW-Preis:
- Das EMW-Programm von Innsbruck (Österreich) zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass Bürger*innen sich den Straßenraum zurückerobern konnten. So wurden in der EMW Anwohnerstraßen für den Autoverkehr geschlossen, um Raum für Pop-up Cafés, Märkte, Diskussionsrunden oder Spielplätze zu schaffen. Zudem haben zahlreiche Aktionen nachhaltige Mobilität in all ihren Facetten beworben und dabei viele unterschiedliche lokale Akteure eingebunden.
- In Limassol (Zypern) wurden eine zentrale Straße und ein Platz temporär für den Autoverkehr gesperrt und die Menschen vor Ort konnten ihn für Sport, Fahrradfahrten und Mobilitätsschnitzeljagden nutzen. Außerdem, wurde ein permanenter Fuß- und Radkorridor eröffnet, der die Verbindungen entlang der Küste verbessert. Insgesamt schaffte es Limassol, viele Menschen durch ihr EMW-Programm zu erreichen und einzubinden.
- Die lettische Hauptstadt Riga (Lettland) hat nicht nur auf Spaß, sondern auch auf Mobilitätsbildung gesetzt, um nachhaltige Mobilität zu bewerben. So gab es zahlreiche temporäre Fußgängerzonen, Fahrradfahrten in schicken Outfits, Zumba-Kurse für Nutzer*innen des Öffentlichen Verkehrs, und Preise für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und Rollschuhfahrer*innen. Bürger*innen konnten an Wettbewerben und Schritte-Challenges teilnehmen, während Fachleute Workshops und Konferenzen besuchten, um mehr über Fahrradkultur und Stadtplanung zu erfahren. Darüber hinaus haben zahlreiche permanente Maßnahmen verdeutlicht, dass es Riga mit der Transformation zu mehr nachhaltiger Mobilität ernst meint.
Insgesamt überzeugte das Programm der Stadt Riga am meisten. Sie erhielt den internationalen EMW-Preis 2025.
Finalisten für den MOBILITYACTIONS-Preis:
- Die Autonome Provinz Bozen (Italien) hat Tourismus und nachhaltige Mobilität zusammengedacht und den „Südtirol Alto Adige Gastpass“ eingeführt. Dieser ermöglicht es allen Tourist*innen, Bahnen, Busse und Bergbahnen zu nutzen und so das Auto stehen zu lassen.
- Der Sportverein Eskişehirspor Kulübü (Türkei) hat Fans, Familien und Anwohner*innen dazu motiviert, zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Fußballspielen zu kommen. Nachhaltige Mobilität wurde so als die Fortbewegungsart beworben, die Spaß und gleichzeitig fit macht.
- SiciliaFiera (Italien) hat junge Menschen für nachhaltige Mobilität begeistert, indem an drei Tagen mehr als 1.000 junge Menschen unterschiedliche Formen nachhaltiger Mobilität auf der HEYSUN Expo kennenlernen und testen konnten.
Gewonnen hat die Autonome Provinz Bozen, da der neue Gästepass nachhaltige Mobilität für Tourist*innen langfristig attraktiv macht.
Außerdem wurde die portugiesische Stadt Braga (Portugal) für ihr Engagement im Rahmen der EMW mit einem Sonderpreis geehrt.