Ozon

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Ozon: farblos und giftig

Wolken am blauen Himmel

Quelle: hfng/FOTOLIA.com

FAQ

  • Was ist Ozon?

    Ozon besteht aus drei Sauerstoffatomen. ”Normaler” Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen – O2 – ist zweiatomig. Die chemische Formel für Ozon lautet: O3. Ozon ist eines der wichtigsten Spurengase in der Atmosphäre. weiterlesen

  • Wie entsteht Ozon?

    Ozon wird nicht direkt freigesetzt, sondern bei intensiver Sonneneinstrahlung durch komplexe photochemische Prozesse aus Vorläuferschadstoffen - überwiegend Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen - gebildet. Es wird deshalb als sekundärer Schadstoff bezeichnet. Hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigen die Entstehung von bodennahem Ozon in der Atmosphäre. Di… weiterlesen

  • Helfen kurzfristige Leistungsbeschränkungsmaßnahmen wie Drosselung der Betriebsleistungen, Verkehrsverbote, Geschwindigkeitsbegrenzungen und dergleichen?

    Die Erfahrungen mit den Ozonregelungen der 1990er-Jahre haben gezeigt, dass die Wirksamkeit zeitlich beschränkter Emissions-Minderungsmaßnahmen weniger effektiv ist als dauerhafte Maßnahmen. Die Bundesregierung verfolgt deshalb seit langem den Erfolg versprechenden, effektiven Ansatz mittel- und langfristiger Emissions-Minderungsmaßnahmen. weiterlesen

  • Was kann der Einzelne zur Verringerung der Ozonbelastung beitragen?

    Jeder kann etwas zur Verringerung der Ozonbelastung beitragen, zum Beispiel:Statt des eigenen Autos soweit möglich den ÖPNV oder das Fahrrad benutzen.Grundsätzlich das eigene Auto weniger benutzen, Fahrgemeinschaften bilden, die Fahrgeschwindigkeit reduzieren („Reisen statt Rasen”; das spart zudem Kraftstoff).Möglichst keine Motorräder ohne Abgaskatalysator und Verdunstungsstop benutzen.Bei Neukau… weiterlesen

  • Schädigt Ozon auch Pflanzen?

    Bei Pflanzen können durch Ozonkonzentrationen über 80 µg/m³ Schäden an Blattorganen auftreten. Länger anhaltende Belastungen stellen ein Risiko für das Pflanzenwachstum, Ernteerträge und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte dar. Der Grad der Schädigung hängt stark vom Wetter, aber auch von pflanzenphysiologischen Faktoren ab. Für den Schutz der Vegetation gelten folgende Zielwerte: Zielwert… weiterlesen

  • Ist die Ozonbelastung in den letzten Jahren größer oder geringer geworden?

    Die hohen Ozonwerte haben seit 1990 in Deutschland deutlich abgenommen. Im Gegensatz zu der erfreulichen Entwicklung der Spitzenwerte nimmt die mittlere Ozonbelastung, zum Beispiel im Jahresmittel betrachtet, im gleichen Zeitraum zu. Der bis 2010 zu erreichende Zielwert für den Schutz der Gesundheit - 120 µg/m³ als 8-Stunden-Mittelwert; darf an höchstens 25 Tagen pro Kalenderjahr überschritten wer… weiterlesen

  • Was wird getan, um die Ozonbelastung zu verringern?

    Um Gesundheitsgefahren zukünftig ausschließen zu können, muss der Ausstoß der Vorläuferstoffe im Verkehrsbereich und bei Verwendung von Lösemitteln in Industrie, Gewerbe und privaten Haushalten weiter gesenkt werden. Die Bundesregierung hat hierzu ihr Nationales Programm zur Ozonminderung aus dem Jahr 2002 überprüft und 2007 erneut verkündet. Im Programm sind mittel- und langfristig wirkende Maßna… weiterlesen

  • Wie und auf welcher rechtlichen Grundlage wird die Höhe der Ozonkonzentration bewertet?

    Mit der 33. Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz sind europaweit geltende Zielwerte in deutsches Recht übernommen worden. Die Verordnung enthält keine Grenzwerte, sondern Zielwerte, die bis 2010 beziehungsweise 2020 eingehalten werden sollen, sowie eine Informationsschwelle und eine Alarmschwelle für kurzfristige Spitzenbelastungen. Hinsichtlich des Schutzes der Gesundheit sind diese:Zielwe… weiterlesen

  • Wie sollte man sich bei erhöhten Ozonkonzentrationen verhalten?

    Da hohe Ozonkonzentrationen üblicherweise bei hohen Temperaturen auftreten, kann als Faustregel gelten: Vernünftiges Verhalten im Hinblick auf hohe Temperaturen ist auch vernünftig im Hinblick auf Ozon. Längere körperliche Anstrengungen sollten möglichst nicht in die Mittags- und Nachmittagsstunden gelegt werden. Für sportliche Betätigungen, wie den Jogginglauf, sind die Morgenstunden am besten. D… weiterlesen

  • Wo kann ich erfahren, wie hoch die Ozonwerte sind?

    An rund 300 Messstationen in Deutschland wird die Ozonkonzentration in der Luft gemessen und von den zuständigen Behörden der Länder zeitnah im Internet veröffentlicht. Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht aktuelle Ozondaten für ganz Deutschland, übersichtlich in Kartenform und als Tabellen. Zudem veröffentlichen wir deutschlandweite Ozonvorhersagen für den aktuellen Tag und die beiden Folgeta… weiterlesen

  • Reagieren alle Menschen empfindlich auf Ozon? Gibt es Risikogruppen?

    Es gibt keine genau eingrenzbare Risikogruppe. Die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Ozon ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung, quer durch alle Bevölkerungsgruppen, reagiert besonders empfindlich auf Ozon. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind umso eher zu erwarten, je höher die Ozonkonzentration der Atemluft ist, je länger man dem Ozon ausgesetzt is… weiterlesen

  • Wann treten die höchsten Ozonwerte auf?

    Überwiegend von Mai bis September, vereinzelt auch mal im April, denn für hohe Ozonkonzentrationen müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Die Vorläuferstoffe müssen vorhanden sein, eine intensive Sonneneinstrahlung und eine mehrere Tage andauernde stabile Schönwetterperiode, die zu einer Speicherung von Ozon in den unteren Luftschichten führt. Im Verlauf eines Tages treten die höchsten Ozon… weiterlesen

  • Wo treten die höchsten Ozonwerte auf?

    Die höchsten Ozonwerte treten am Stadtrand und in den angrenzenden ländlichen Gebieten auf, also entfernt von den Quellen der Vorläuferstoffe. Das klingt scheinbar paradox, liegt aber daran, dass Stickstoffmonoxid (NO), das in Autoabgasen enthalten ist, mit Ozon reagiert. Dabei wird Ozon abgebaut, so dass die Ozonbelastung in Innenstädten deutlich niedriger ist. Andererseits werden die Vorläuferst… weiterlesen

  • Warum sind erhöhte Ozonkonzentrationen schädlich für den Menschen?

    Erhöhte Ozonkonzentrationen können beim Menschen Reizung der Atemwege, Husten, Kopfschmerzen und Atembeschwerden bis hin zu Einschränkungen der Lungenfunktion und Lungenkrankheiten hervorrufen. Ihr Ausmaß wird hauptsächlich durch die Aufenthaltsdauer in der ozonbelasteten Luft bestimmt. Befindlichkeitsstörungen wie Reizerscheinungen an Augen und Schleimhäuten werden vor allem durch Begleitstoffe d… weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Ozon und Sommersmog?

    Sommersmog ist ein Schadstoffgemisch aus sogenannten Photooxidantien. Dies sind Stoffe, die in den unteren Luftschichten der Atmosphäre bei intensiver Sonnenstrahlung aus einer Vielzahl von Vorläufersubstanzen gebildet werden. Ozon ist die Leitsubstanz des Sommersmogs, da es von der Konzentration und den Wirkungen her in diesem Gemisch dominiert. weiterlesen

  • Wo in der Atmosphäre kommt Ozon vor?

    Ozon spielt in der Erdatmosphäre eine Doppelrolle: Oberhalb von zehn Kilometern, in der Stratosphäre, schützt die bestehende natürliche Ozonschicht die Erde vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung der Sonne. Cica 90 Prozent des Ozons befinden sich in dieser Schicht. In Bodennähe kommt Ozon ebenfalls natürlich vor, wird aber zusätzlich aus Sauerstoff und Luftverunreinigungen, die überwiegend aus… weiterlesen

  • Welche Eigenschaften hat Ozon?

    Ozon ist ein farbloses, giftiges und chemisch sehr reaktives Gas. Es greift viele andere Stoffe an und kann deshalb Menschen, Pflanzen und Materialien schädigen. Ozon ist ein Treibhausgas, trägt also zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei. weiterlesen

  • Aus welchen Quellen kommen die Ozon-Vorläuferstoffe?

    Die Ozonvorläuferstoffe stammen sowohl aus natürlichen Quellen als auch aus vom Menschen verursachten Quellen. Etwa die Hälfte der Stickstoffoxide kommt aus dem Verkehrsbereich vornehmlich dem Straßenverkehr, der restliche Anteil überwiegend aus Feuerungsanlagen. Flüchtige organische Stoffe werden zu etwa der Hälfte bei der Verwendung von Lösemitteln freigesetzt. Lösemittel finden sich in vielen P… weiterlesen

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Das farblose und giftige Gas Ozon ist eines der wichtigsten Spurengase in der Atmosphäre. Die in einer Höhe von 20 bis 30 Kilometern in der Atmosphäre bestehende natürliche Ozonschicht schützt die Erde vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung der Sonne.

In Bodennähe auftretendes Ozon wird nicht direkt freigesetzt, sondern bei intensiver Sonneneinstrahlung durch komplexe photochemische Prozesse aus Vorläuferschadstoffen − überwiegend Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen − gebildet. Ozon wird deshalb als sekundärer Schadstoff bezeichnet.

Emittenten

Die Ozonvorläuferstoffe stammen hauptsächlich aus vom Menschen verursachten Quellen. Etwa die Hälfte der Stickstoffoxide kommt aus dem Verkehrsbereich, vornehmlich dem Straßenverkehr, der restliche Anteil überwiegend aus Feuerungsanlagen. Flüchtige organische Stoffe werden zu etwa der Hälfte bei der Verwendung von Lösemitteln freigesetzt. Lösemittel finden sich in vielen Produkten, wie in Farben und Lacken, Klebstoffen, Reinigungsmitteln usw. Im Verkehrsbereich entstehen flüchtige organische Verbindungen überwiegend durch die Verbrennung von Kraftstoff. Natürliche Quellen von flüchtigen organischen Verbindungen sind Ausdünstungen aus Laub- und Nadelbäumen. Biogene Stickstoffoxide stammen überwiegend aus überdüngten Böden.

Gesundheitsrisiken

Die gesundheitlichen Wirkungen von Ozon bestehen in einer verminderten Lungenfunktion, entzündlichen Reaktionen in den Atemwegen und Atemwegsbeschwerden. Bei körperlicher Anstrengung, also bei erhöhtem Atemvolumen, können  sich diese Auswirkungen verstärken. Empfindliche oder vorgeschädigte Personen, zum Beispiel Asthmatiker, sind besonders anfällig und sollten bei  hohen Ozonwerten körperliche Anstrengungen im Freien am Nachmittag vermeiden. Ab einem Ozonwert von 180 µg/m3 (1h-Mittelwert) werden dazu über die Medien Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung gegeben.
Da Ozon sehr reaktionsfreudig (reaktiv) ist, liegt die Vermutung nahe, dass es krebserregend sein könnte. Die MAK-Kommission (MAK=Maximale Arbeitsplatz Konzentration) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beurteilte Ozon als einen Stoff, der „im Verdacht steht, beim Menschen Krebs auszulösen“.

Wirkungen auf Ökosysteme und Nutzpflanzen

Ozon wird von Pflanzen durch die Spaltöffnungen der Blattorgane aufgenommen. Dadurch können bei Pflanzen Schäden an Blattorganen auftreten. Länger anhaltende Belastungen stellen ein Risiko für das Pflanzenwachstum, Ernteerträge und die Qualität landwirtschaftlicher Produkte dar.

Schwellen- und Zielwerte

Für die Ozonkonzentration gibt es eine Informationsschwelle von 180 µg/m3 (1-Stunden-Wert) und eine Alarmschwelle von 240 µg/m3 (1-Stunden-Wert). Ab einem Ozonwert von 180 µg/m3 werden dazu über die Medien Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung gegeben. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit ist ein Zielwert festgelegt: Der maximale 8-Stunden-Wert eines Tages darf an höchstens 25 Tagen pro Kalenderjahr, gemittelt über 3 Jahre, den Wert von 120 µg/m3 überschreiten. Langfristig sollen die maximalen 8-Stundenmittel den Wert von 120 µg/m3 gar nicht mehr überschreiten. Zum Schutz der Vegetation gilt im 5-Jahresmittel ein Zielwert von 18.000 µg/m3 als Summe der Differenz zwischen Einstundenmittelwerten über 80 µg/m3 und 80 µg/m3 während Tagesstunden (8–20 Uhr) der Hauptvegetationszeit von Mai bis Juli (AOT 40).

Ozon-Jahresmittelwerte in den Jahren 1900 bis 2008
Historische Karten: Ozon-Jahresmittelwerte 1990-2008
Quelle: Umweltbundesamt

Auswertungen Ozon 1995-2016

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