Sick Building Syndrom

Hochhausviertel mit spiegelnden Fassaden und Straßenschluchten ohne Bäumezum Vergrößern anklicken
Beschwerden, die beim Aufenthalt in Gebäuden entstehen, heißen Sick Building Syndrome.
Quelle: Tiberius Gracchus / Fotolia.com

Seit Jahren beobachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders bei Menschen, die in Büroräumen arbeiten, dass diese sich nach längerem Aufenthalt am Arbeitsplatz und abends, nachdem sie das Büro verlassen haben, krank fühlen. Die Beschwerden verschwinden nach einer gewissen Zeit wieder, sobald sich die Betroffenen nicht mehr in den Büroräumen oder in den betreffenden Gebäuden aufhalten.

Krank in einem „krankmachenden“ Gebäude – das Sick-Building-Syndrom

Seit Jahren beobachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders bei Menschen, die in Büroräumen arbeiten, dass diese sich nach längerem Aufenthalt am Arbeitsplatz und abends, nachdem sie das Büro verlassen haben, krank fühlen. Die Beschwerden verschwinden nach einer gewissen Zeit wieder, sobald sich die Betroffenen nicht mehr in den Büroräumen oder in den betreffenden Gebäuden aufhalten.

Gereizte Schleimhäute oder juckende Haut

Die Betroffenen leiden unter zumeist unspezifischen Beschwerden, also solchen, die bei mehreren Krankheiten auftreten können, wie tränende Augen, gereizte Schleimhäute, Kopfschmerzen oder juckende Haut. Diese unspezifischen Beschwerden, die beim Aufenthalt in Gebäuden entstehen, werden unter dem Begriff „Sick-Building-Syndrom” (SBS) zusammengefasst. Allerdings sind die Ursachen für das Auftreten des SBS nicht klar. Vermutete Zusammenhänge mit einer erhöhten Schadstoffkonzentration am Arbeitsplatz und dem Auftreten der Beschwerden konnten nicht bestätigt werden. Damit muss das SBS klar von der Building Related Illness (BRI) unterschieden werden, bei der zum Beispiel allergene, mikrobielle oder chemische Belastungen nachweisbare Ursachen für die Entwicklung gebäudebezogener Erkrankungen sind.

SBS und BRI sind ein nicht zu unterschätzendes Problem der Innenraumhygiene.

Die ProKlimA-Studie

Um das Auftreten des SBS und die Gründe dafür zu untersuchen, sind in der Vergangenheit umfangreiche Studien durchgeführt worden. In Deutschland ist die ProKlimA-Studie wohl am bekanntesten, in der von 1994 bis 2000 rund 5.000 in Büros Beschäftigte untersucht wurden. Mit Fragebögen, umfangreichen Messungen an den Arbeitsplätzen und klinischen Daten ermittelten die Fachleute die Häufigkeit und die Ursachen der gesundheitlichen Beschwerden. Dabei zeigte sich unter anderem, dass die meisten SBS-Beschwerden nach Aufenthalt in Räumen mit Klimaanlagen geäußert wurden. Ein konkreter Zusammenhang zu Schadstoffbelastungen ließ sich nicht nachweisen. Büros mit Klimaanlagen waren im Gegenteil oft sogar weniger belastet. Hier spielte wohlmöglich das Unbehagen Einzelner gegenüber Klimaanlagen und das Bevorzugen der „klassischen” Fensterlüftung eine Rolle. Die Belastung der Innenraumluft mit Schadstoffen, zum Beispiel flüchtigen und schwerflüchtigen organischen Verbindungen (VOC und SVOC), der Befall mit Mikroorganismen und andere Faktoren waren insgesamt sehr unterschiedlich und nur in Einzelfällen eine mögliche Ursache für Beschwerden.

Zusammenfassend haben die Studien gezeigt, dass persönliche Faktoren und Empfindungen der Betroffenen, ihre Tätigkeit und die Benutzerfreundlichkeit ihres Arbeitsplatzes oft entscheidender für das Auftreten des Sick-Building-Syndroms waren als die Einflüsse des Bürogebäudes.

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