Entwicklung der Luftqualität

PM10-Werte - Entwicklung 1990 bis 2011 (C) Umweltbundesamtzum Vergrößern anklicken
PM10-Werte - Entwicklung 1990 bis 2011
Quelle: Umweltbundesamt

Die Schadstoffbelastung der Luft nahm seit Beginn der 1990er-Jahre deutlich ab. Seit Anfang dieses Jahrzehnts gibt es trotz kontinuierlich verminderter Emissionen keinen eindeutig abnehmenden Trend der Belastung durch Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon in Deutschland mehr.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung der Luftqualität in Deutschland

Die Luftqualität unterliegt derzeit mehr oder weniger starken zwischenjährlichen Schwankungen. Die mittlere Immissionsbelastung in Deutschland weist sowohl bei Feinstaub (PM10) als auch bei NO2 eine ausgeprägte Abnahme von den Ballungsräumen zum Land auf. Die höchsten Belastungen treten in der Nähe ihres Entstehungsortes, in Ballungsräumen und an stark verkehrsbelasteten Orten auf. Anders bei Ozon: Die höchsten Belastungen entstehen durch chemische Reaktionen der Vorläuferstoffe des Ozons, den Stickstoffoxiden und flüchtigen Kohlenwasserstoffen bis auf Ausnahmen außerhalb der Ballungsräume in einiger Entfernung von den Quellen.

Das Umweltbundesamt hat die Entwicklung der Luftbelastung durch Feinstaub, Stickstoffoxide und Ozon im Zusammenhang mit der Entwicklung der Schadstoffemission – die in vielen Bereichen deutliche Rückgänge zeigt – untersucht. In einer Hintergrundinformation ist diese Entwicklung dargestellt und deren Zusammenhang mit den Veränderungen der Schadstoffemissionen erläutert.

Auf der Grundlage von vorläufigen, noch nicht abschließend geprüften Daten aus den Messnetzen der Länder und des Umweltbundesamtes, stellt das UBA zu Beginn eines neuen Jahres eine erste Auswertung der Luftbelastungssituation im gerade vergangenen Jahr vor. Beurteilt wird die Belastungssituation durch die Schadstoffe Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO2) sowie Ozon, die nach wie vor Überschreitungen der geltenden Grenz- und Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit aufweisen. Neben der Belastungssituation im Beurteilungsjahr wird in der Auswertung auch ein Vergleich zu den Vorjahren gezogen.

Luftqualität 2015

Die vorläufige Auswertung der Luftbelastungssituation 2015 in Deutschland zeigt: Die Luft in deutschen Städten ist nach wie vor zu stark mit Stickstoffdioxid belastet.

Das Umweltbundesamt stellt eine erste Auswertung der Luftbelastungssituation des Jahres 2015 im Vergleich zu den Vorjahren vor. Die Auswertung basiert auf vorläufigen, noch nicht abschließend geprüften Daten aus den Messnetzen der Länder und des Umweltbundesamtes. Beurteilt wird die Belastungssituation durch die Schadstoffe Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO2) sowie Ozon, die nach wie vor Überschreitungen der geltenden Grenz- und Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit aufweisen.

An etwa 50 Prozent der städtisch verkehrsnahen Stationen lagen im Jahr 2015 die NO2-Jahresmittelwerte über 40 µg/m3. An einzelnen verkehrsnahen Messstationen (ca. 2 Prozent) traten öfter als achtzehnmal NO2-Stundenwerte über 200 µg/m3 auf. Im Vergleich zu den Vorjahren war die Stickstoffdioxidbelastung im Jahr 2015 ähnlich.

An zwei Messstationen – in Stuttgart und Berlin - wurden an mehr als 35 Tagen PM10-Tagesmittelwerte über 50 µg/m3 gemessen und somit Überschreitungen des Grenzwertes festgestellt. Langfristig betrachtet war 2015 eines der am wenigsten belasteten Jahre.

In den sommerlichen Schönwetterperioden mit zum Teil extremen Temperaturen traten seit langem wieder hohe Ozonkonzentrationen und sogar Werte über der Alarmschwelle von 240 µg/m3 auf. Der mit 283 µg/m3 gemessene Maximalwert des Jahres 2015 war der höchste Messwert seit dem Hitzesommer 2003. Im Vergleich zu den letzten zehn Jahren war 2015 überdurchschnittlich mit Ozon belastet, kommt aber an die hohe Belastung zu Beginn der 1990er Jahre nicht heran.

Kombination von Messung und Modellrechnung

Für die flächenhafte Darstellung der Luftschadstoffsituation stehen kontinuierliche Messdaten von rund 400 Stationen aus den Messnetzen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes zur Verfügung. Die gewonnenen Daten repräsentieren die Luftqualität in der Umgebung des Messstandortes. Zur Ermittlung der flächenhaften Verteilung der Luftschadstoffe werden Interpolationsverfahren verwendet.

Die im interaktiven Kartendienst des Umweltbundesamtes zur Luftschadstoffbelastung abrufbaren Karten werden mittels Optimaler Interpolation erstellt. Die Methode der Optimalen Interpolation verknüpft stündliche Mess- und Modellergebnisse. Dabei werden in das mit einem Schadstoffausbreitungsmodell berechnete Hintergrundfeld die gemessenen Werte der Messstationen integriert. Die mit diesem Verfahren erzeugten Karten geben die Immissionssituation in Deutschland sehr gut wieder.

Der Kartendienst umfasst flächenhafte Darstellungen zur Stickstoffdioxid-, Feinstaub- und Ozonbelastung in Deutschland seit 2001. Orte hoher Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastungen sind als Punkte, sogenannte „Spots”, in den Kartendarstellungen kenntlich gemacht.

Historische Karten der Luftbelastung seit 1985

Hunderte von Messstationen von Bund und Ländern im gesamten Bundesgebiet überwachen seit mehreren Jahrzehnten die in der Luft vorkommenden Schadstoffe. Das Umweltbundesamt zeigt die Entwicklung der Luftbelastung für Schwefeldioxid (SO2) und Staub (seit 2000 PM10) seit dem Jahr 1985 und für Ozon und Stickstoffdioxid (NO2) seit 1990 in Kartenform aufbereitet. Die Karten bilden die grobe Struktur der deutschlandweiten Luftbelastungssituation ab. Aufgrund des verwendeten Interpolationsverfahrens sollte keine kleinräumige Interpretation der Karten erfolgen.

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 Entwicklung  Luftqualität  Luftschadstoff