Biozide

Holzschutz-Farbdose mit brauner Farbe mit einem quer darüber liegenden Pinselzum Vergrößern anklicken
Biozidprodukte umfassen einen vielfältigen Anwendungsbereich.
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Biozide sind Substanzen und Produkte, die Schädlinge und Lästlinge wie Insekten, Mäuse oder Ratten, aber auch Algen, Pilze oder Bakterien bekämpfen. In vielen Bereichen des privaten oder beruflichen Lebens werden Biozide eingesetzt, zum Beispiel als antibakterielle Putz- und Desinfektionsmittel, Holzschutzmittel bis hin zum Mückenspray und Ameisengift.

Im Alltag setzen wir Biozide für viele unterschiedliche Zwecke ein: Um Häuser und Wohnungen von Schimmel zu befreien, Lebensmittel vor Motten und Käfern zu bewahren oder den Holzwurm in Baumaterialen zu bekämpfen. Um diese breitgefächerte Palette von Anwendungen rechtlich abzudecken, wurden Biozide verschiedenen Produktarten  zugeordnet. Das Umweltbundesamt überprüft, ob diese Biozidprodukte und ihre Wirkstoffe ein Risiko für die Umwelt darstellen. Erst wenn dies ausgeschlossen ist, kann das Biozid zugelassen werden.

Wie werden Biozide zugelassen?

Zunächst müssen Wirkstoffe in Biozidprodukten in einem EU-weiten Verfahren geprüft und in eine „Positiv-Liste“ (Unionsliste genehmigter Wirkstoffe) aufgenommen werden. Erst danach können Anträge auf Zulassung von Biozidprodukten mit diesen Wirkstoffen in den EU-Mitgliedstaaten gestellt werden. Die Zulassung von Bioziden in der EU verläuft also zweistufig. Das Umweltbundesamt prüft die Umweltwirkungen von Bioziden und muss sein Einvernehmen bei der Zulassung von Biozidprodukten in Deutschland geben. Neben der Beteiligung an der Zulassung erarbeitet das UBA auch Bewertungsgrundlagen und fördert Forschungsprojekte zur Anwendung von Bioziden und zu möglichen Risiken für die Umwelt.

Wie wird die Umweltverträglichkeit von Bioziden bewertet?

Bevor ein Biozid-Wirkstoff oder Biozidprodukt zugelassen werden kann, muss eine Umweltrisikobewertung durchgeführt werden. Denn Biozide sind potenziell gefährlich für die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier.

Welche rechtliche Grundlage regelt die Zulassung von Bioziden?

Die Verordnung (EU) 528/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten, kurz "Biozid-Verordnung", wurde im Mai 2012 verabschiedet. Sie trat am 17. Juli 2012 in Kraft und muss ab dem 01. September 2013 angewendet werden. Die Verordnung löste damit die Biozid-Richtlinie (RL 98/8/EG) ab. Die neue Verordnung reguliert europaweit das Inverkehrbringen und die Verwendung von Biozidprodukten. Mehr Informationen zur Biozid-Verordnung finden Sie unter Rechtliche Regelungen.

Fliegenklatsche statt Insektenspray – Alternativen zu Bioziden

Viele Alltagsprodukte wie Mückensprays, antibakterielle Putzmittel oder schimmelfreie Farben enthalten Biozide, die Lebewesen schädigen oder abtöten sollen. Werden sie unsachgemäß verwendet, kann ein Risiko für Umwelt und Gesundheit entstehen. Vor jeder Anwendung sollte daher sorgfältig geprüft werden, ob es nicht schonendere Alternativen gibt. Im Informationsportal für Biozide des Umweltbundesamtes finden Sie unter anderem Hinweise zum Umgang mit Bioziden für Desinfektion, Hygiene oder Materialschutz. Das Portal gibt außerdem Tipps, wann und wie Sie auf Biozide ganz verzichten können (biozidfreie Maßnahmen). Der Schädlingsratgeber bietet weiterhin Informationen zu den verschiedenen Lebewesen und wie einem Befall mit Schädligen wirksam vorgebeugt werden kann.

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 Biozide  Biozid-Portal  Biozidprodukte  Nachhaltige Nutzung  biozidfreie Alternativen; Risikominderungsmaßnahmen
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