Luftbelastung in Ballungsräumen

Ballungsräume sind im Vergleich zu anderen Gebieten in Deutschland durch vielfältige menschliche Aktivitäten (Industrie, Gewerbe, Verkehr) geprägt und am stärksten durch Luftverunreinigungen belastet. Ein großer Teil der Stationen überschreitet Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Inhaltsverzeichnis

 

Entwicklung von 2000 bis 2016

Die Abbildung „Abstand der durchschnittlichen Schadstoffkonzentrationen zu WHO-Empfehlungen bzw. festgestellten Wirkungsschwellen im städtischen Hintergrund deutscher Ballungsräume“ zeigt, wie weit die Luftqualität in deutschen Ballungsräumen im Mittel von den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon entfernt ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für Feinstaub und Ozon sogenannte Luftgüteleitwerte definiert. Für NO2 wurde in einem Forschungsbericht eine neue sogenannte Wirkungsschwelle vorgeschlagen. Jenseits dieser Werte steigen die Gesundheitsrisiken deutlich. Diese Werte sind strenger als die Grenzwerte, welche die Luftqualitätsrichtlinie der EU festlegt. Rund 35 Prozent (%) der Menschen in Deutschland leben in Ballungsräumen und sind daher besonderen Gesundheitsrisiken durch Luftschadstoffe ausgesetzt. Die Daten zeigen die Belastung im „städtischen Hintergrund“, also die Grundbelastung. An verkehrsreichen Standorten in Städten kann die Belastung jedoch deutlich höher sein.

Für alle drei abgebildeten Schadstoffe überschreiten die mittleren Konzentrationen die Empfehlungen der WHO, am stärksten bei Ozon und Feinstaub, wobei Ozon mehr noch als Feinstaub sehr große zwischenjährliche, witterungsbedingte Schwankungen aufweist. Bei Stickstoffdioxid und Feinstaub hat sich die Situation in den letzten 15 Jahren deutlich verbessert, wobei auch im Jahr 2016 die mittleren Konzentrationen im Ballungsraum noch ca. 21 % über den WHO-Empfehlungen für Feinstaub bzw. 10 % über den WHO-Empfehlungen für Stickstoffdioxid lagen. Trotz rückläufiger Trends ist nicht mit einem zeitnahen Einhalten bzw. Unterschreiten der Empfehlungen (Indikatorenwerte ≤ 0%) zu rechnen.

Ein Diagramm stellt für drei Luftschadstoffe dar, wie stark zwischen 2000 und 2016 im städtischen Hintergrund von Ballungsräumen im Durchschnitt WHO-Empfehlungen überschritten werden. Die Entwicklung der verschiedenen Schadstoffe ist unterschiedlich.
Abstand der durchschnittlichen Schadstoffkonzentrationen zu WHO-Empfehlungen...
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

Bewertung der Belastung durch einen Indikator

Als Kenngröße zur Beurteilung der langfristigen Entwicklung der Luftqualität wird der normierte Abstand der durchschnittlichen Konzentrationen im städtischen Hintergrund in Ballungsräumen (siehe Tab. „Ballungsräume in Deutschland“) zu den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation betrachtet .

Wegen ihrer gesundheitlichen Gefahren werden hierbei die Luftschadstoffe Feinstaub (PM2,5), Stickstoffdioxid (NO2) sowie Ozon (O3) berücksichtigt.

In einer Tabelle sind alle 35 Ballungsräume in Deutschland aufgelistet.
Tab: Ballungsräume in Deutschland
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
 

Bezugswerte für den Indikator

Feinstaub

Für Feinstaub (PM2,5) empfiehlt die WHO, eine Konzentration von 10 µg/m³ im Jahresmittel nicht zu überschreiten (WHO Air quality guidelines - global update 2005).

Stickstoffdioxid

Für Stickstoffdioxid (NO2) wird gemäß neuester Studien ein Wert von 20 µg/m³ im Jahresmittel diskutiert (HRAPIE project, WHO 2013). Eine Überschreitung dieses Wertes ist daher zu vermeiden.

Ozon

Für Ozon empfiehlt die WHO, dass die täglich maximalen 8h-Werte eine Konzentration von 100 µg/m³ nicht überschreiten (WHO Air quality guidelines - global update 2005).