Human-Biomonitoring in Europa

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Die Belastung der Menschen durch Schadstoffe wurde einheitlich in Europa untersucht.

Wehende Flaggen europäischer Länder

Quelle: CC Vision

Die europäische Umwelt- und Gesundheitspolitik misst diesem Werkzeug Human-Biomonitoring (HBM) für die Bestimmung der Umweltbelastung der Bevölkerung eine große Bedeutung bei. Die bisherigen oder noch andauernden HBM-Studien mehrerer europäischer Länder behandeln jedoch unterschiedliche Fragestellungen.

Human-Biomonitoring: Ein Werkzeug der europäischen Umwelt- und Gesundheitspolitik

Human-Biomonitoring (HBM) ist ein Werkzeug zur Erfassung der Belastung des Menschen mit Schadstoffen, das in der Umwelt- und der Arbeitsmedizin verwendet wird. Im Human-Biomonitoring werden menschliche Gewebe und Körperflüssigkeiten untersucht, um ihre Belastung mit Schadstoffen zu bestimmen. So wird zum Beispiel analysiert, wie viel Blei bei Einzelpersonen oder Bevölkerungsgruppen im Blut vorhanden ist. 

Die europäische Umwelt- und Gesundheitspolitik misst diesem Werkzeug für die Bestimmung der Umweltbelastung der Bevölkerung eine große Bedeutung bei. Die bisherigen oder noch andauernden HBM-Studien mehrerer europäischer Länder behandeln jedoch unterschiedliche Fragestellungen; die angewandten Verfahren sind nicht einheitlich und die erstellten Daten daher oft nicht vergleichbar. Aus diesem Grund hat die Europäische Kommission im Jahr 2004 in ihrem Aktionsplan „Umwelt und Gesundheit 2004 – 2010” die „Entwicklung eines kohärenten Vorgehens zum Biomonitoring in Europa” als ein Ziel benannt.

Seit dem Frühjahr 2005 ließ sich die Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission von einer Expertengruppe unterschiedlicher Disziplinen aus 17 Staaten der europäischen Gemeinschaft und Kroatien fachlich beraten. Diese Gruppe, die „Implementation Group on HBM” (IG-HBM), wurde technisch unterstützt durch das EU-Projekt ESBIO („Expert team to Support BIOmonitoring in Europe”). IG-HBM und ESBIO entwickelten Vorschläge für Richtlinien und Verfahrensprotokolle zur harmonisierten Durchführung eines gesamteuropäischen HBM-Programms. Die Implementation Group hatte darüber hinaus den Auftrag, die Kommunikation zwischen nationalstaatlicher Politik und Europäischer Kommission zu unterstützen. Das UBA hat sich an beiden Arbeitsgruppen aktiv beteiligt.

COPHES und DEMOCOPHES

Seit Dezember 2009 wurde diese Arbeit durch COPHES (Consortium to Perform Human Biomonitoring on a European Scale) fortgeführt. COPHES ist eine Arbeitsgruppe, die 35 Forschungsteams aus 24 EU-Mitgliedsstaaten sowie Kroatien, Norwegen und der Schweiz vereinigt. Das Konsortium wird die Fortführung der Harmonisierung des Human-Biomonitoring in Europa dadurch erreichen, dass es konkrete einheitliche Arbeitsanweisungen für die Durchführung von HBM-Studien in Europa ausarbeiten wird. Die einzelnen Mitgliedsstaaten werden diese Arbeitsanweisungen dann nur noch übersetzen und an länderspezifische Gegebenheiten anpassen.

Ein weiterer Schritt in Richtung Harmonisierung erfolgte durch die Erstellung von Verfahrensanweisungen für die Durchführung eines ersten Europa weiten Pilotprojektes (DEMOCOPHES). In dieser Pilotstudie wurden in 16 Mitgliedsstaaten jeweils 120 Kinder zwischen 6 und 11 Jahren und ihre Mütter auf verschiedene Umweltschadstoffe untersucht. Im Urin wurde der Gehalt des Schwermetalls Cadmium und des Nikotinabbauprodukts Cotinin gemessen. Außerdem wurden Metabolite (Stoffwechselprodukte) der wichtigsten Weichmacher von Kunststoffen, der Phthalate, bestimmt. Zusätzlich wurde in einer Probe des Kopfhaares der Quecksilbergehalt ermittelt.

Die Pilotstudie liefert Erfahrungen zur Durchführung von harmonisierten HBM-Studien in vielen europäischen Ländern und bereitet Entscheidungen zur Machbarkeit einer  komplexeren europäischen HBM-Studie vor. Eine gesamteuropäische HBM-Studie könnte dazu beitragen, umfassende Politikempfehlungen zur Verringerung der Umweltbelastungen der Bürger in Europa zu geben.

Das Projekt endete im November 2012. Bis dahin hatten die beteiligten Länder die harmonisierten Arbeitsanweisungen (Instrumente) getestet und eine Perspektive für eine EU-weite Implementierung des HBM als Instrument des Umwelt- und Gesundheitsschutzes erarbeitet.

Beteiligung des Umweltbundesamtes

Wie auch in der Implementation-Group und im ESBIO-Projekt, wirkten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltbundesamtes im COPHES- und DEMOCOPHES-Projekt mit. Dabei konnten sie auf langjährige, umfangreiche Erfahrungen mit bevölkerungsbezogenem Human-Biomonitoring zurückgreifen: In Deutschland gab es in den vergangenen 30 Jahren wiederholt Umwelt-Surveys, also repräsentative Studien zur Belastung der Bevölkerung mit Umweltschadstoffen. Zusätzliche Beiträge, insbesondere zur Lagerung der Humanproben, konnte die UBA-Arbeitsgruppe aus den Erfahrungen mit der Umweltprobenbank einbringen, dem zweiten groß angelegten Instrument zur Bewertung von Schadstoffbelastungen von Mensch und Umwelt in Deutschland.

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