Inspektionen in der Antarktis

Vor einer Forschungsstation steht eine Gruppe von Männern und Frauen. Links die Gruppe aus Südafrika, recht die deutsche Gruppe. Beide halten ihre jeweilige Landesflagge in den Händen.zum Vergrößern anklicken
Die südafrikanisch-deutsche Inspektionsgruppe 2013
Quelle: M. Ney

Das UBA arbeitet zum Umweltschutzprotokoll und Antarktis-Vertrag überwiegend von Dessau-Roßlau aus. Jedoch beteiligen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UBA gelegentlich auch an Inspektionen und Beobachtermissionen in der Antarktis.

Inspektion nach Antarktis-Vertrag

Deutschland hat im Januar 2013 – nach 14 Jahren – wieder eine Inspektion in der Antarktis durchgeführt.

Dieses Mal war Südafrika der Inspektionspartner, mit dem das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) seit vielen Jahren im Bereich der Antarktisforschung erfolgreich zusammenarbeitet. Das AWI stellte die Logistik für die Inspektionsreise zur Verfügung. Grundlagen für eine solche Inspektion sind Artikel 7 des Antarktis-Vertrags und Artikel 14 des Umweltschutzprotokolls zum Antarktis-Vertrag (USP).

Diese deutsch-südafrikanische Inspektionsreise in die Antarktis fand unter der Leitung des Auswärtigen Amtes und des Direktors des südafrikanischen Antarktisprogrammes statt. Bei der Reise wurde überprüft, ob die Regularien des Antarktis-Vertrags und des USP eingehalten werden. Inspiziert wurden hierzu  Einrichtungen in der Antarktis (in der Regel Stationen und Schiffe). In einem Inspektionsbericht wurden die Ergebnisse zusammengestellt sowie bei Bedarf Maßnahmen zur Optimierung vorgeschlagen. Die Inspektion hat das Ziel, den Schutz der antarktischen Umwelt und der abhängigen und verbundenen Ökosysteme zu fördern und die Einhaltung des USP zu gewährleisten. Die Umweltschutzinteressen wurden von deutscher Seite von einem Vertreter des UBA wahrgenommen.

Die inspizierten Stationen

Inspiziert wurden vier Stationen in Dronning Maud Land (Ostantarktis): „Troll“ (Norwegen), „Halley VI“ (Großbritannien), „Princess Elisabeth“ (Belgien) und „Maitri“ (Indien).
Alle vom Inspektionsteam durchgeführten Inspektionen orientierten sich inhaltlich an der dafür von den Antarktisvertragsstaaten erstellten Checkliste. Der im Anschluss vom Inspektionsteam erstellte Bericht beschreibt den Zustand der Stationen und enthält konkrete Empfehlungen zur Optimierung der Stationen im Bereich Umweltschutz, Forschung und Logistik. Die von den Inspektionen betroffenen Vertragsstaaten hatten die Möglichkeit, den Inspektionsbericht vor Vorstellung und Veröffentlichung auf der ATCM im Mai 2013 zu kommentieren.

Insgesamt war die Inspektion erfolgreich. Die in der Ostantarktis inspizierten Stationen weisen im Ergebnis sehr unterschiedliche (Umwelt-) Standards auf. Auch ihr Erhaltungszustand und der Umfang des wissenschaftlichen Betriebes variiert erheblich. Defizite im Bereich Umweltschutz wurden für alle Stationen aufgezeigt und entsprechende Empfehlungen zur Verbesserung gegeben. Grobe Verstöße gegen den Antarktis-Vertrag oder das USP wurden jedoch nicht festgestellt.
Das UBA erhofft sich von der Inspektion, dass die aufgezeigten Defizite beseitigt und die Empfehlungen umgesetzt werden, so dass sich die Umweltsituation an den inspizierten Stationen – sofern erforderlich – im Sinne des USPs weiter verbessert. Die Hoffnung begründet sich auf der positiven Resonanz während der XXXVI. ATCM in Brüssel, auf der die betroffenen Vertragsstaaten umfangreiche Nachbesserungen im Bereich Umweltschutz in Aussicht stellten.

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Beobachtermissionen in die Antarktis

Beobachtermission der Genehmigungsbehörde

Im Dezember 2011 nahm eine Vertreterin des UBA auf Einladung des AWI an der 28. Forschungsfahrt des Eisbrechers Polarstern in die Antarktis teil. Ziel der Mitfahrt war es, ein aktuelles Forschungsvorhaben zum Walmonitoring im Südlichen Polarmeer vor Ort zu begleiten und die Abläufe auf der Polarstern und der Neumayer-Station III zu begutachten. Neben der logistischen Versorgung der deutschen Neumayer-Station III standen beim Forschungsprogramm ozeanographische Arbeiten im Vordergrund.

Auf dem Fahrtabschnitt wurden sechs durch das UBA genehmigte Forschungsprojekte und drei genehmigte Logistikaktivitäten (Betrieb des FS Polarstern, der Helikopter-Service und der Forschungsstation Neumayer III) durchgeführt.
Die Präsenz vor Ort erlaubte es, die gesetzlich festgeschriebenen Kontrollaufgabe stichprobenartig wahrzunehmen. Sie förderte die Sensibilisierung der Expeditionsteilnehmer für die Ziele des Umweltschutzes in der Antarktis. Gleichzeitig verbessern die Vor-Ort-Erfahrungen der Genehmigungsbehörde das Verständnis für die spezielle Situation in der Antarktis.
Insgesamt können durch solche Beobachtermissionen wichtige Erkenntnisse über die Durchführungsqualität, Machbarkeit und Umsetzung von Projekten und Genehmigungsauflagen gewonnen werden. Auch die  Einblicke in die Forschungsabläufe fließen in die Genehmigungspraxis ein.

Beobachtermission der IAATO

Im Januar 2013 hat bereits zum zweiten Mal eine Vertreterin der nationalen Genehmigungsbehörde die Funktion eines Beobachters des Internationalen Verbandes der Antarktis-Reiseveranstalter (International Association of Antarctica Tour OperatorsIAATO) an Bord eines deutschen Kreuzfahrtschiffes wahrgenommen. Ziel dieser Beobachtermission war es festzustellen, ob das deutsche Kreuzfahrtschiff alle IAATO-Standards gemäß dem „IAATO Field Operations Manual“ erfüllt und im Ergebnis als Vollmitglied in die IAATO aufgenommen werden kann.

Das UBA als zuständige nationale Genehmigungsbehörde empfiehlt allen nationalen Betreibern von Kreuzfahrtschiffen in der Antarktis, in die IAATO einzutreten und die von der IAATO als Selbstverpflichtung festgelegten hohen Umweltstandards für Kreuzfahrtschiffe einzuhalten.

Gleichzeitig wurde kontrolliert, ob die UBA-Genehmigung mit den darin enthaltenen Auflagen eingehalten wurde. Dazu gehört auch, dass die Passagiere über einschlägige, in der Antarktis geltende Verhaltensregeln und Umweltschutzbestimmungen informiert sind.
Auf dieser Reise wurden alle relevanten Bereiche des Kreuzfahrtschiffs, wie die Brücke, der Maschinenraum, das Abwasser- und Abfallmanagement, das Hospital, die Küche und die Wäscherei inspiziert. Der Zustand der Räumlichkeiten sowie das gesamte Sicherheitsmanagement wurde mit dem Kapitän und dem relevanten Schiffspersonal diskutiert.

Insgesamt war dies eine sehr gut organisierte und gelungene Expeditionsreise des deutschen Kreuzfahrtschiffes. Das Zusammenspiel des Kapitäns mit seiner Mannschaft, mit dem Expeditionsleiter und seinem Lektorenteam sowie mit dem Kreuzfahrtdirektor und seinem Team hat sehr gut funktioniert. Die UBA-Vertreterin konnte keine relevanten Abweichungen zu den IAATO-Regeln und der UBA-Genehmigung feststellen, so dass die IAATO auf ihrer Jahressitzung im April 2013 das Kreuzfahrtschiff als Vollmitglied in die IAATO aufgenommen hat.

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