Klimawandel und Gesundheit

Ein Kind im T-Shirt kühlt sich mit einem Wasserbeutel die Stirn, es ist Sommer.zum Vergrößern anklicken
Das tut gut bei Hitze: ein kühlender Wasserbeutel
Quelle: Miredi / Fotolia.com

Welche Auswirkungen kann der Wandel des Klimas auf die menschliche Gesundheit haben? Wer kann besonders betroffen sein? Welche Maßnahmen sollten bei extremen Wetterereignissen, wie Hitzewellen getroffen werden?

Hitzewellen können die Gesundheit belasten

Hitzewellen sind Extremwettererscheinungen, die die Gesundheit belasten können. Besonders in Innenstädten und Ballungsräumen wirken sie sich gesundheitsgefährdend auf Säuglinge, Kleinkinder und ältere, pflegebedürftige Menschen aus. Es wird auch erwartet, dass sich Stürme und Orkane sowie Hochwasser und Überschwemmungen auf die Gesundheit auswirken werden, sei es durch direkte Schädigung oder durch psychische Belastungen. In der Qualität und Quantität beeinträchtigtes Trinkwasser wirkt sich indirekt auf die Gesundheit aus. Das Hitzewarnsystem des DWD soll künftig zusammen mit verbesserter Information und Aufklärung vor Gesundheitschäden schützen.

Auf der Basis aktueller Klimamodellierungen erscheint es als relativ wahrscheinlich, dass der Trend der bisherigen Klimaerwärmung auch zukünftig zu einem weiteren Anstieg der Jahresmitteltemperatur sowie zu einer steigenden Anzahl heißer Tage im Sommer, das heißt mit einem Tagestemperaturmaximum von über 30°C, und zu länger anhaltenden Hitzeperioden führen kann. Zuverlässige Aussagen über deren Auftreten, Ausprägung und Vorhersagbarkeit sind jedoch nicht möglich.

Hitzewellen sind eine Form von Extremwettererscheinungen, welche ein bedeutendes Gesundheitsproblem von überregionaler Bedeutung darstellen. Dies zeigte zum Beispiel der Sommer 2003 für Westeuropa und Deutschland. Auf Grund kleinräumiger, lokaler Besonderheiten (zum Beispiel Innenstädte/Ballungsräume mit einem hohen Versiegelungsgrad, ohne Frischluftschneiden und Grünzonen; Urbanisationen in Tal- und Kessellagen) können sich Hitzewellen für Teile der dort lebenden Bevölkerung als besonders gesundheitsgefährdend auswirken.

Für gesunde Menschen gibt es bei ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme und angepasster Lebensführung auch bei Hitzewellen keine erhöhten Risiken für die Gesundheit. Dagegen sind empfindlich reagierende Bevölkerungsgruppen besonders betroffen, hierzu zählen Säuglinge und Kleinkinder, ältere, pflegebedürftige Menschen und Personen mit eingeschränkter Anpassungsfähigkeit. Die Gesundheitsrelevanz von Hitzewellen wird mit dem wachsenden Anteil älterer Bevölkerung in unserer Gesellschaft zunehmen. 

Direkte und indirekte Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit

Der Klimawandel kann zukünftig zu einer Zunahme weiterer Extremwettererscheinungen mit direkter, potentieller Gesundheitsbedeutung führen, worunter z. B. vor allem die Auswirkungen von Stürmen und Orkanen, sowie Hochwasser/Überschwemmungen bedingt durch Stark- oder Dauerregen zählen. Die hierdurch ausgelösten gesundheitlichen Auswirkungen können nicht nur physischer Art sein, wie z. B. Infektionen, Verletzungen oder im Extremfall auch Todesfälle,  sondern auch psychische Belastungen wie Stress, Angstzustände, Traumata und Depressionen verursachen.

Indirekte gesundheitliche Auswirkungen und Risiken treten durch nachteilig veränderte Umweltbedingungen als Folge der Klimaänderungen auf. Hierzu gehören u.a. die Beeinträchtigung der Qualität und Quantität von Trinkwasser und Lebensmitteln, das veränderte bzw. verlängerte Auftreten biologischer Allergene (zum Beispiel Pollen) sowie von tierischen Krankheitsüberträgern, sogenannten Vektoren, wie Zecken oder Stechmücken.

Maßnahmen der Vorsorge am Beispiel Hitze

Als Konsequenz des Hitzesommers 2003 hat der Deutsche Wetterdienst für Deutschland ein Hitzewarnsystem eingerichtet, um 

  • Perioden mit hoher thermischer Belastung vorherzusagen,
  • die Bevölkerung frühzeitig warnen und damit
  • negativen Folgen für die Gesundheit vorbeugen zu können.

Die Frühwarnungen gehen an die Bundesländer und im Bedarfsfall auch an die Landkreise, die regional und lokal angepasste Maßnahmen veranlassen (zum Beispiel für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Anpassungsfähigkeit in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern) und Verhaltensregeln empfehlen (zum Beispiel für die Allgemeinbevölkerung; wichtig ist die nachbarschaftliche Unterstützung für ältere, kranke und/oder pflegebedürftige Menschen, die alleinstehend und nicht umsorgt sind).

Ziel ist weiterhin eine vermehrte und verbesserte Information und Aufklärung gerade dieser vulnerablen Bevölkerungsgruppen sowie eine Verbesserung der Handlungsfähigkeit von Politik, Verwaltung und Gesundheits- und Sozialsystemen (zum Beispiel Schulung und ausreichende Verfügbarkeit von medizinischem Fach- und Pflegepersonal für zielgruppenadäquate, gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen).

Individuell können die Gefahren durch Hitze abhängig von der persönlichen Situation stark variieren. Das Hauptaugenmerk ist darauf zu richten, der Dehydrierung des Körpers entgegen zu wirken.

weiter im Artikel
Alle anzeigen