Nachhaltigkeit vor Ort

Nachhaltigkeit wird seit Jahren in großer Vielfalt in Kommunen, Metropolregionen und Gemeinden, in Städten und auf dem Land gelebt. Zukunftsweisende Ideen werden hier erprobt und nach ersten praktischen Schritten weiterentwickelt. Nachhaltige Entwicklung lebt vor Ort vom Engagement und Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure. Zunehmend wird dieses Erfahrungswissen weitergegeben.

Nachhaltige Entwicklung ist ein ständiger Prozess und dieser Prozess ist ständig neuen Herausforderungen unterworfen. Gerade vor Ort werden diese Herausforderungen direkt wahrgenommen. Hier können sie passgenau aus dem regionalen Kontext heraus – mit den regionalen Spezifika –und mit dem Wissen um örtliche Fähigkeiten, Potenziale und Schwachstellen gemeistert werden. Sofern der entsprechende Gestaltungsspielraum erstens vorhanden, zweitens erkannt und drittens genutzt wird.

Dies geschieht weltweit auf unterschiedlichem Niveau, mit unterschiedlicher Intensität und aufgrund unterschiedlicher Treiber. Sowohl national als auch international gibt es zur nachhaltigen Entwicklung eine Fülle von Zusammenschlüssen und Netzwerken (beispielsweise Aalborg Charta, Convenant of Mayors, Friends of the Cities, Transition Towns).

Auch auf der UN-Nachhaltigkeitskonferenz in Rio 2012 wurde die Rolle der Städte und Kommunen besonders beachtet: zum einen wegen der dort stattfindenden Aktivitäten, aber auch wegen der dort liegenden Lösungschancen in einem sinnvoll gestalteten Mehrebenen-Ansatz. Die „Cities“ waren in Rio eine von neun „major groups“, eine offizielle Verhandlungsgruppe also, die am Abschlussdokument mit formulierte.

Angesichts neuer gesellschaftlicher Entwicklungen (Beteiligungs- und Mitgestaltungswünsche, Belebung der Genossenschaftsidee, Debatten um Wohlstand und Lebensstil) und neuer Zielsetzungen, gerade auch bei der Energiewende gewinnen dezentrale Initiativen und Konzepte an Bedeutung. Der Rio-Slogan „lokal handeln und global denken“ war nie so aktuell wie heute.