Spezifische Emissionsfaktoren für den deutschen Strommix

Die Tabelle zeigt Emissionsfaktoren für relevante Luftschadstoffe & Treibhausgase in g/kWh (für CO2 in kg/kWh), jeweils für die Jahre 1990, 2000 & 2014. Seit 1990 sind die Emissionsfaktoren der meisten Substanzen stark gesunken, Ausnahmen bilden Methan wo der Faktor sich verzehntfacht hat und NMVOC wo der Faktor leicht angestiegen ist.zum Vergrößern anklicken
Spezifische Emissionsfaktoren für den deutschen Strommix
Quelle: Kristina Juhrich / UBA Tabelle (PDF)

Neben Kohlendioxid werden bei der Stromerzeugung noch eine Reihe weiterer Substanzen freigesetzt. Für bestimmte Jahre wird hier für die wichtigsten Luftschadstoffe und die weiteren Treibhausgase berechnet, wie hoch die Emissionen pro verbrauchter Kilowattstunde Strom des deutschen Strommixes sind.

Die Tabelle zeigt exemplarisch für die Jahre 1990, 2000 und für das Jahr 2015 die Emissionen pro Kilowattstunde Strom (auch spezifische Emissionen genannt) des deutschen Strommixes für ausgewählte Schadstoffe. Diese Werte enthalten nur die direkten Emissionen der Stromerzeugung. Durch Vorketten, wie z.B. bei der Förderung der Brennstoffe, entstandene Emissionen werden in dieser Auswertung nicht berücksichtigt. Dies entspricht den internationalen Vorgaben für die Emissionsberichterstattung der Treibhausgase und der Luftschadstoffe.

Insgesamt wurden die Emissionen der meisten Schadstoffe aus der Stromerzeugung im Vergleich zu 1990 deutlich reduziert. Die stärksten Minderungen erfolgten in den neuen Bundesländern und wirkten sich vor allem bei Staub, Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid aus. Auch die Kohlenmonoxid- und die Quecksilberemissionen sanken im betrachteten Zeitraum. In der damaligen DDR verfügten die Stromerzeugungsanlagen über keine oder allenfalls nur eine rudimentäre Abgasreinigung. Dadurch waren die Schadstoffemissionen bis zum Jahr 1990 sehr hoch. Im Zuge der Wiedervereinigung kam es zur Schließung einer Reihe von Altanlagen. Ein kleiner Teil der Kapazitäten wurde durch Neuanlagen ersetzt, die über den neuesten Stand der Technik verfügten. Einige Altanlagen wurden technisch nachgerüstet, um die gesetzlichen Anforderungen an die Luftreinhaltung zu erfüllen. In den alten Bundesländern verfügten die großen Stromerzeugungsanlagen bereits vor 1990 über entsprechende Abgasreinigungssysteme. Allerdings kam es auch hier aufgrund von Grenzwertverschärfungen zu einer Verringerung der Emissionswerte. Daher sinken die spezifischen Emissionen für einen großen Teil der Luftschadstoffe.

Lediglich die flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) und vor allem die Methanemissionen steigen demgegenüber seit 1990 an. Ein wesentlicher Faktor ist der seit 2004 beobachtete massive Zubau an Biogasanlagen zur Stromerzeugung. Biogas wird im Wesentlichen in Motoren verbrannt. Dadurch entstehen höhere NMVOC- und Methanemissionen als bei anderen Verbrennungsarten. Für das Treibhausgas Lachgas kann aufgrund der geringen Anzahl der Messwerte kein eindeutiger Trend bestimmt werden. Es wird davon ausgegangen, dass sich die spezifischen Emissionen nicht verändert haben.

Die Feinstaubemissionen werden für das Jahr 1990 nicht berichtet, da keine belastbaren Informationen zur Staubzusammensetzung in den frühen 1990er Jahren vorliegen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese sich von den heutigen Werten unterscheiden. Aus diesem Grund kann kein Trend bestimmt werden. Die Entwicklung zwischen dem Jahr 2000 und dem aktuellen Berichtsjahr orientiert sich an der Entwicklung der Staubemissionen, die seit dem leicht gesunken sind.

Eine detaillierte Beschreibung der spezifischen Kohlendioxid-Emissionen (ohne biogene Brennstoffe) findet sich in der regelmäßig aktualisierten Publikation „Entwicklung der spezifischen Kohlendioxid-Emissionen des deutschen Strommix“.