Förderung

Chemikalien mit Gefahrstoffzeichen
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Inhaltsverzeichnis

 

Förderung auf nationaler und internationaler Ebene

Chemikalienleasing ist nicht nur als Geschäftsmodell zu sehen, sondern das Konzept kann auch als wirksames politisches Instrument zur Umsetzung einer nachhaltigen Chemie eingesetzt werden. Chemikalienleasing soll dazu beitragen, eine höhere Wertschöpfung (bzw. ein höheres Wirtschaftswachstum) bei einem gleichzeitig geringeren Verbrauch an Ressourcen zu erzielen. Der sich aus der engeren Zusammenarbeit der einzelnen Glieder der Wertschöpfungskette ergebende Know-How Austausch und Technologietransfer soll zudem die Basis für die Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte gewährleisten und dem Chemiestandort Europa Wettbewerbsvorteile eröffnen.

Chemikalienleasing wird in Folge dessen bereits heute als erfolgsversprechendes Konzept auf nationaler und internationaler Ebene unterstützt. So ist das Chemikalienleasing-Modell als zielführende Aktivität im Rahmen des SAICM (Strategic Approach on International Chemicals Management) Ansatzes etabliert.

Auf europäischer Ebene ist in diesem Zusammenhang zudem erwähnenswert, dass im Rahmen der kürzlich verabschiedeten Resolution zur effektiven Rohstoffstrategie für Europa Chemikalienleasing explizit als innovatives Konzept erwähnt wird, welches durch die Europäische Kommission aktiv unterstützt werden soll.

Interessierte Firmen können zudem über das Umweltinnovationsprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) finanzielle Unterstützung zur Umsetzung von Projekten im Bereich Chemikalienleasing beantragen.
Chemikalienleasing wird darüber hinaus von zahlreichen weiteren nationalen Regierungen gefördert, u.a. in Serbien, Österreich, Kolumbien. Einen guten Überblick bietet in diesem Zusammenhang die internationale Chemikalienleasing Seite.

 

Nationale Aktivitäten

Aktuelles Forschungsprojekt
Fünf Nachhaltigkeitskriterien für Chemikalienleasing haben sich auf nationaler und internationaler Ebene zu einer wichtigen Voraussetzung für die Akzeptanz, Qualitätssicherung und weitere Verbreitung des Geschäftsmodells entwickelt.
In einem Forschungsprojekt des UBA entwickeln die Auftragnehmer zusammen mit Expertinnen und Experten das Instrument „SMART 5“ zur Evaluierung von Chemikalienleasing-Projekten. Die standardisierte Methodik von „SMART 5“ erleichtert Unternehmen die Einführung von Chemikalienleasing unterstützt sie Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ziel ist, einen Beitrag zur Optimierung und weiteren Verbreitung des Geschäftsmodells als Baustein einer Nachhaltigen Chemie sowie zu den Sustainable Development Goals (SDG) zu leisten.


Nationaler Arbeitskreis
Das innovative Konzept des Chemikalienleasings wird durch einen nationalen Arbeitskreis unterstützt, der aus dem Begleitkreis des Forschungsprojekts "Chemikalienleasing als Modell zur nachhaltigen Entwicklung mit Prüfprozeduren und Qualitätskriterien anhand vom Pilotprojekten in Deutschland" (2007-2010) des Umweltbundesamtes hervorgegangen ist.
Der nationale Arbeitskreis fungiert als Schnittstelle zwischen Forschung, Praxis, Politik und Wissenschaft und nimmt damit eine besondere Rolle im Förderschwerpunkt ein. Die Mitglieder des nationalen Arbeitskreises wirken als Experten mit vielfältigen Kontakten und gewährleisten auf diese Weise eine effektive Kommunikation der Ergebnisse aus den unterschiedlichen Pilotprojekten. Bei Interesse an der Arbeit des nationalen Arbeitskreises können Sie sich gerne an das Umweltbundesamt wenden.


Chemiehandel
Für die Zukunft des Chemiehandels erscheint es wichtig, welche Strategien und Antworten auf wesentliche „Megatrends“ am Markt gefunden werden, nämlich:

  •     „Nachhaltigkeit“
  •     „Service-Orientierung“
  •     „Zusammenarbeit in der Lieferkette“
  •     „Effizienzsteigerung (Energie und Material)“

Chemikalien Leasing als Geschäftsmodell besitzt offensichtlich einige Charakteristika, die es als eine Antwort auf die oben genannten Megatrends qualifizieren.
Es führt über eine intensivierte Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette zu einer verbesserten Effizienz des Chemikalieneinsatzes, die sich sowohl in stoff- als auch in energiebezogenen Kennzahlen spiegelt.
So ist beispielsweise der Verbrauch von Lösungsmitteln in der Metallreinigung um 60-80% gesunken, nachdem das klassische Geschäftsmodell (mengenmäßige Bezahlung) durch Chemikalienleasing ersetzt wurde. Der korrespondierende Energieverbrauch konnte in einer Größenordnung von 30 - 40% gesenkt werden.

Chemikalienleasing kann weiterhin dazu führen, dass bereits jetzt erbrachte Serviceleistungen (die häufig nicht entlohnt werden) sich monetarisieren lassen.
Chemiehandelsunternehmen bringen aufgrund ihrer Nähe zum Endkunden ideale Voraussetzungen zur Umsetzung des Geschäftsmodells mit, wenn sie über anwendungsbezogenes technisches Know-how verfügen, mit dem sich in Kombination mit dem Anwender Prozesse verbessern lassen.
Durch die intensivierte Kundenbeziehung wird bei Chemikalienleasing die Bindung zum Kunden gezielt langfristig ausgerichtet, was zusammen mit den umwelt- und gesundheitsbezogenen Vorteilen zu mehr Nachhaltigkeit führt.

 

Internationale Aktivitäten

Die internationale Homepage www.chemicalleasing.com bietet einen umfassenden Überblick über weltweite Aktivitäten im Bereich des Chemikalienleasings.

Weitere Informationen zu Chemikalienleasing

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