Wassergefährdende Stoffe

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Karte für Wasserschutzgebiete
Quelle: WasserBlick/Bf Karte als PDF

Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen müssen so gebaut und betrieben werden, dass keine Verunreinigung oder nachteilige Veränderung der Gewässer entstehen. Dazu müssen die in den Anlagen verwendeten Stoffe auf ihre wassergefährdenden Eigenschaften untersucht und eingestuft werden.

Einstufung wassergefährdender Stoffe

Alle bisher in eine Wassergefährdungsklasse oder als nicht-wassergefährdend eingestuften Stoffe können in der online-Datenbank Rigoletto des Umweltbundesamtes recherchiert werden.

Die Verwaltungsvorschrift wassergefährdender Stoffe (VwVwS 1999 mit ergänzender VwVwS 2005) verpflichtet die Betreiber von Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, die von ihnen verwendeten Stoffe und Gemische in eine Wassergefährdungsklasse (WGK) einzustufen. Die Einstufungen der Stoffe sind bei der Dokumentations- und Auskunftsstelle wassergefährdende Stoffe im Umweltbundesamt zu dokumentieren. 

Bei der Dokumentations- und Auskunftsstelle wassergefährdende Stoffe werden die Einstufungsdokumentationen der Betreiber erfasst, formal und auf Plausibilität überprüft und die resultierenden Einstufungen der Stoffe werden im Internet veröffentlicht. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dokumentations- und Auskunftsstelle beantworten auch Anfragen: zum Beispiel zum Einstufungsprozedere, zur formal und wissenschaftlich korrekten Ableitung einer WGK, zur Interpretation von Untersuchungsergebnissen zur Gewässergefährdung sowie zu konkreten Stoffeinstufungen und geben auch Hilfestellung bei der Einstufung von Gemischen.

Die Einstufungen von Gemischen werden nicht beim Umweltbundesamt dokumentiert, sondern müssen den zuständigen Vollzugsbehörden der Bundesländer zugänglich gemacht werden. Für die Dokumentation kann ein Formblatt verwendet werden.

Die Kriterien, nach denen die wassergefährdenden Stoffe entsprechend ihrer Gefährlichkeit in die WGK 1, 2 oder 3 oder als nicht wassergefährdend (nwg) eingestuft werden, stehen im Anhang 3 der VwVwS. Ein wichtiger Unterschied zu anderen Einstufungssystemen besteht darin, dass bisher nicht ausreichend untersuchte, nicht eingestufte oder nicht identifizierte Stoffe vorsorglich als stark wassergefährdend (WGK 3) gelten.

Aus der WGK und der Tonnage der gehandhabten wassergefährdenden Stoffe werden dann in den entsprechenden Anlagenverordnungen der Bundesländer Anforderungen an die Anlagen abgeleitet. Damit soll eine Gefährdung von Grund- und Oberflächengewässern bei dem Gebrauch der Stoffe und bei Havarien ausgeschlossen werden. Außerdem bietet die Einstufung von Stoffen in drei Wassergefährdungsklassen oder als nicht wassergefährdend für Anlagenbetreiber, Vollzugsbehörden vor Ort sowie im Falle eines Störfalls für die örtlichen Feuerwehren eine einfache Entscheidungsgrundlage. Denn sie müssen die Relevanz aller Kombinationen von Gefährlichkeitsmerkmalen für den Gewässerschutz nicht im Einzelnen beurteilen. Die WGK-Einstufung schafft darüber hinaus den Anreiz, besonders gefährliche oder schlecht untersuchte Stoffe durch solche, die weniger wassergefährdend und gut untersucht sind, zu ersetzen.

Weiterführende Literatur

Der „Einstufungsleitfaden″ soll dem Einstufer einen knappen Überblick über die praktische Durchführung der WGK-Ermittlung geben. Er kann deshalb nicht jeden Spezialfall detailliert berücksichtigen. In Zweifelsfällen sind die VwVwS sowie die Gefahrstoffverordnung maßgebend. 

Bitte beachten Sie, dass die Berufung der KBwS-Mitglieder zum Jahresende 2014 ausgelaufen ist.

LTwS-Schrift Nr. 10

Detaillierte und verbindliche Angaben zur Einstufung enthält auch die LTwS-Schrift Nr. 10, die Ende 1999 vom Beirat „Lagerung und Transport wassergefährdender Stoffe" (LTwS) beim Bundesumweltministerium verabschiedet wurde. Darin werden auch die Fälle behandelt, bei denen mit dem Einstufungsschema der VwVwS keine sachgerechte Einstufung erzielt wird.

Fließdiagramm zur Ableitung einer WGK für Mischung

Die Geschäftsstelle der Kommission Bewertung wassergefährdender Stoffe (KBwS) hat das in der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe (VwVwS) von 1996 veröffentlichte Fließdiagramm für die Einstufung von Gemischen entsprechend den Vorgaben der neuen VwVwS von 1999 überarbeitet. 

LTwS-Schrift Nr. 29

Im Umweltrecht ist die Anlage in den verschiedenen Rechtsbereichen unterschiedlich definiert. Dieses macht die Arbeit nicht gerade einfach. Im Wasserrecht ist die Anlage in der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe (Anlagenverordnung – VAwS) definiert. Diese Definition ist auf der einen Seite in allen Bundesländern gleichlautend, auf der anderen Seite aber nicht konkret genug, so dass sich im praktischen Alltag Interpretationsschwierigkeiten ergeben. Um hier für Behörden und Betreiber eine gemeinsame Basis zu schaffen, hat der LTwS ein Diskussionspapier erarbeitet, um für den praktischen Alltag eine anwendbare Ableitung der Anlagenfestlegung zur Verfügung zu stellen. Die LTwS-Schrift Nr. 29 soll ausdrücklich keine absoluten Festlegungen vorgeben. Jede Anlage ist unterschiedlich und es gibt mehrere Möglichkeiten, die dem Betreiber in Eigenverantwortung praxisorientierte Festlegungen ermöglichen.

 

Fließschema zur Ermittelung der WGK. Dem Benutzer werden diverse Fragen gestellt, mit deren Hilfe er herausfinden kann, in welche WGK ein bestimmer Stoff fällt.
Fließdiagramm zur Ermittlung der wassergefährdenden Stoffe
Quelle: LTwS-Schrift Nr. 10 Fließdiagramm als PDF

Dokumente zu wassergefährdenden Stoffen

  • Dokumentationsformblatt

    Formblatt zur Dokumentation einer WGK-Einstufung nach Anhang 3der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe (VwVwS) vom 17.05.1999 und der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Änderung der VwVwS vom 27.07.2005.

  • Mischungsmerkblatt

    Empfehlung für ein Formblatt zur Dokumentation einer WGK-Einstufung nach Anhang 4 der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe (VwVwS) vom 17. Mai 1999

  • Fließschema zur Ermittelung der WGK

    Schema

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