Alpenkonvention

Ein See umgeben von Bergen mit klarem Wasserzum Vergrößern anklicken
Hochalpiner See
Quelle: Hoffmann / UBA

Die Alpen sind der größte Natur- und Kulturraum Mitteleuropas. In acht Staaten prägen sie Landschaft und Leben der Alpenbevölkerung. Zudem ziehen sie mit ihrer faszinierenden Schönheit Erholungssuchende aus der ganzen Welt an. Zum Schutz dieser Region, mit ihren klimatischen, ökologischen und naturräumlichen Besonderheiten wurde das internationale Übereinkommen der Alpenkonvention geschlossen.

Alpen im Wandel

Die Alpen werden seit etwa 6.000 Jahren vom Menschen fundamental beeinflusst. Sie sind ein empfindliches Ökosystem. Umweltprobleme können hier schnell zur existenziellen Bedrohung von Pflanzen, Tieren und dem Menschen führen. In jüngerer Zeit haben insbesondere die modernen Nutzungsformen wie Tourismus, Wasserkraft und Transitverkehr zu gravierenden Umgestaltungen der alpinen Natur- und Kulturlandschaften geführt. So leidet insbesondere der Bergwald unter dem Einfluss großräumiger Luftverunreinigungen und den Folgen des wachsenden Verkehrsaufkommens. Der inneralpine Verkehr bringt aber auch für viele Bewohner der Alpentäler eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität mit sich. Die Rückkehr zur traditionellen vorindustriellen Landwirtschaft als nachhaltige Nutzungsform weist keinen Weg aus der Krise. Vielmehr bedarf es neuer alternativer Entwicklungskonzepte, die ökonomische Sicherheit mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Tragfähigkeit verbinden. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen sich grundlegend ändern. Darüber hinaus sind die Alpen in erheblichem Maße von europäischen Entwicklungen beeinflusst. Ein Beispiel dafür ist die bergbäuerliche alpine Landwirtschaft, welche der europäischen Konkurrenz der intensiven Landwirtschaft nur mit großer Mühe gewachsen ist. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Klimawandel, der das besonders empfindliche und gefährdete  Ökosystem der Alpenregion in zunehmendem Maß verändert.


Ziel einer übergreifenden Alpenpolitik


Ziel einer übergreifenden Alpenpolitik muss es sein, die Alpen für all ihre Bewohner als stabilen Lebens- und Wirtschaftsraum im Herzen Europas zu sichern. Gleichzeitig muss die einzigartige, vielfältige Natur- und Kulturlandschaft langfristig erhalten bleiben. Um diesem Ziel gerecht zu werden, haben alle acht Alpenstaaten (Frankreich, Italien, Slowenien, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Deutschland) und die Europäische Union (EU) 1992 gemeinsam ein politisches Rahmenprogramm vereinbart, das dem Schutz und der Entwicklung dieses Lebensraumes sowie dem Prinzip der Nachhaltigkeit Rechnung trägt: die Alpenkonvention.

Um die Ziele der Alpenkonvention grenzüberschreitend voranzubringen, wird sie von diversen Beobachterorganisationen wie der Internationalen Alpenschutzkommission (CIPRA) unterstützt. Als Dachorganisation für Umwelt- und Naturschutzverbände im Alpenraum hat die CIPRA bereits seit 1952 für die Gründung der Alpenkonvention geworben.

Die folgenden und durch das Umweltbundesamt geförderten Projekte sind Beiträge zu einer konkreten Umsetzung der Alpenkonvention. Die Arbeitsgruppe „Umweltziele und Indikatoren“, deren Vorsitz durch das Umweltbundesamt wahrgenommen wurde, erarbeitete diverse Berichte und Broschüren sowie einen Filmtrailer und Imagefilm auf DVD (siehe unten). Das Umweltbundesamt unterstützt fachlich die Bundesregierung in der Zeit der deutschen Präsidentschaft der Alpenkonvention (2015/2016) unter anderem durch den Vorsitz der Ad hoc Arbeitsgruppe zum 6. Alpenzustandsbericht mit dem Thema: „Grünes Wirtschaften im Alpenraum“.

Folgende Publikationen sind bereits in den Alpenkonventionssprachen französisch, italienisch, slowenisch und deutsch erschienen und können entweder beim Umweltbundesamt bestellt oder aber als digitale Version heruntergeladen werden:

Alpenkonvention

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