Lampen und Leuchten

Die Richtlinie 98/11/EG sah die Energieklassen A bis G vor. Die neue Verordnung 874/2012/EU sieht einen Energieaufkleber mit anderem Erscheinungsbild und Klassen von E bis A++ vor.zum Vergrößern anklicken
Gegenüberstellung alter und neuer Energieaufkleber für Lampen

Die Richtlinie 98/11/EG sah die Energieklassen A bis G vor. Die neue Verordnung 874/2012/EU sieht einen Energieaufkleber mit anderem Erscheinungsbild und Klassen von E bis A++ vor.

Quelle: Umweltbundesamt

Wie sieht die neue Energieverbrauchskennzeichnung bei Lampen und Leuchten aus und was kann ich daraus ersehen?

Inhaltsverzeichnis

 

Birne, Lampe oder Leuchte?

Umgangssprache und Fachsprache klaffen bei diesen Bezeichnungen auseinander. Ein Bild erklärt die Unterschiede.

Schaubild stellt grafisch den Unterschied zwischen einer Glühlampe, einer Leuchte und einer essbaren Birne da, um die Begriffe zu erläutern.
Birne, Lampe, Leuchte?
Quelle: Public Garden
 

Von A wie ausgezeichnet bis G wie grauenhaft

Die Kennzeichnung mit Energieklassen ist von Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Waschmaschinen bekannt. Auch bei Lampen gibt es diese – und das schon recht lange. Eine EG-Richtlinie aus dem Jahre 1998 sah die Energieklassen A bis G vor. Charakteristisch für den Energieaufkleber ist der Farbbalken, der den Stromverbrauch verdeutlicht: Grün steht für eine hohe, gelb und orange für eine mittlere und rot für eine geringe Effizienz. Die Kennzeichnungspflicht von 1998 galt im wesentlichen für die Lampen, die zur Zeit ihrer Verabschiedung in Privathaushalten und Büros üblicherweise eingesetzt wurden: Herkömmliche und Halogenglühlampen, stabförmige und kompakte Leuchtstofflampen; Reflektorlampen und LED-Lampen waren ausgenommen.

Die EG-Verordnung 244/2009/EG führte unter anderem zu dem sogenannten Glühlampenausstieg. Lampen geringerer Stromeffizienz dürfen nach und nach nicht mehr in den Handel gelangen. Dies betrifft vor allem herkömmliche Glühlampen und bei den Halogenglühlampen die weniger effizienten. Dadurch sind die Energieklassen F und G entbehrlich geworden. Mit der neuen Verordnung 874/2012/EU wird die Energieverbrauchskennzeichnung neu gestaltet. Die Klassen F und G entfallen; die Skala endet nun bei der Klasse E, und die bisherige Klasse A wurde aufgeteilt in die Klassen A, A+ und A++. Damit können besonders stromeffiziente Lampen besser unterschieden werden.

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Lichtstrom, Lebensdauer und Leistungsaufnahme

Neben der Zuordnung zu einer Energieverbrauchsklasse sah die Richtlinie von 1998 auch Angaben zu Lichtstrom (Einheit Lumen, lm) und Lebensdauer (Einheit Stunden, h) vor. Mit der neuen Verordnung entfällt dies nun, weil diese Angaben inzwischen anderweitig geregelt werden (siehe die Verordnungen 244/2009/EG und 1194/2012/EU). Geändert wurde auch der Geltungsbereich. Entfallen ist auch die Angabe der Elektroleistung (auch Leistungsaufnahme genannt; Einheit Watt, W). Die früher beim Glühlampenkauf übliche Orientierung an dieser Größe hilft nicht weiter – zu sehr unterscheiden sich die Werte der heutigen Lampen bei gleichem abgegebenem Lichtstrom. Während eine Standardglühlampe beispielsweise noch 60 Watt benötigte, um rund 710 Lumen abzugeben, benötigt eine Halogenlampen in Birnenform dafür rund 50 Watt und eine Kompaktleuchtstoff- oder Leuchtdioden-Lampe (LED) nur noch 10 bis 15 Watt. Eine wichtige Kenngröße zur Orientierung bei der Lampenwahl ist der Lichtstrom mit der Einheit Lumen. Der Lichtstrom ist ein Maß für die Helligkeit einer Lampe. Sind beim Kauf Lampen gefunden, die ausreichend Licht abgeben (Lumen), von ihren Abmessungen und anderen Eigenschaften passen, kann die Kaufentscheidung anhand der Stromeffizienz fallen. Lampen der Klasse A++ verbrauchen für die gleiche Lichtmenge am wenigsten Strom, Lampen der Klasse E am meisten. Wer Lampen innerhalb einer Klasse vergleichen will, kann dies anhand der Angabe zum Energieverbrauch machen: Dieser muß auf dem Energieaufkleber oder auf der Verpackung zu finden sein und gibt an wieviele Kilowattstunden die Lampe pro 1000 Stunden verbraucht (kWh/1.000 h).

 

Nun auch mit Farbbalken: LED- und andere Lampen

Eine wesentliche Änderung ist die Erweiterung des Geltungsbereiches. Mehr Lampentypen als bisher müssen zeigen, wie stromeffizient sie sind. Der Kennzeichnung unterliegen nun auch Reflektorlampen sowie LED-Lampen. Ebenfalls betroffen sind von der neuen Kennzeichnung auch Hochdruckentladungslampen: eine Lampenart, die vor allem zur Beleuchtung von Geschäften, Industriehallen und Straßen verwendet wird.

Weiterhin im Geschäft: alt und neu

Die erneuerte Kennzeichnung gilt für alle Lampen, die ab dem 1. September 2013 in den Handel gelangen. Für eine Zeit werden aber auch noch welche mit der alten Kennzeichnung und deren Klassen A bis G zu finden sein.

 

Neu im Geschäft: Lampenkennzeichnung auf der Leuchte

Ganz neu ist die Kennzeichnung von Leuchten mit dem Energieaufkleber. Zwar gibt es auch bei Leuchten große Unterschiede in der Stromeffizienz – manche Leuchten haben einen Lampenschirm, der das von der Lampe abgegebene Licht stark dämpft oder das Licht filtert, damit es in einer bestimmten Farbe erscheint; andere Leuchten dämpfen das Licht kaum. Die Angabe einer Energieklasse auf dem Aufkleber bezieht sich aber nicht auf die gesamte Leuchte, sondern nur auf die Lampe(n). Kaufinteressierte sollen so erfahren, für Lampen welcher Energieklassen die Leuchte geeignet ist. Wird eine Leuchte zusammen mit einer Lampe verkauft, ist deren Energieklasse zusätzlich anzugeben, und ist eine Leuchte mit fest eingebauten, also nicht auswechselbaren LED-Modulen versehen, ist dies außerdem anzugeben. Die Bildergalerie unten zeigt ein paar Beispiele hierfür.

Die Pflicht zur Kennzeichnung besteht bei Leuchten seit dem 1. März 2014. Leuchten, die zu diesem Zeitpunkt bereits im Handel waren, müssen nicht nachträglich mit dem Energieaufkleber versehen werden. So werden in den Geschäften für eine Übergangszeit Leuchten mit und ohne Kennzeichnung zu finden sein.

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