Das Umweltschutzprotokoll

Die Aufnahme ist vom Bug eines Schiffes gemacht, so sind noch der vorderste Teil des Schiffes und dann das Südpolarmeer im Bild. Auf dem Wasser treiben Eisschollen und im Hintergrund ist antarktisches Festland. zum Vergrößern anklicken
Das Gebiet der Antarktis ist durch strenge Umweltschutzregeln geschützt.
Quelle: Fritz Hertel/UBA

Das Umweltschutzprotokoll (USP) – wegen seines Unterzeichnungsortes bisweilen auch „Madrid-Protokoll“ genannt – ist, neben dem Antarktis-Vertrag selbst, ein ebenso wichtiger Teil des Antarktisvertragssystems. Seit Mai 2013 haben 33 Staaten das USP ratifiziert.

In den 1980er Jahren versuchten die Konsultativstaaten, Regelungen für den Rohstoffabbau in der Antarktis zu treffen. Seither bemühten sich die Umweltverbände, wie Greenpeace oder World Wide Fund for Nature (WWF), die Antarktis als Weltpark auszuschreiben. 1989 forderten die Vereinten Nationen in einer Resolution, die Antarktis als Welt-Naturschutzpark auszuweisen, da kurz vorher ein Abkommen zur Regelung der Nutzung mineralischer Ressourcen gescheitert war.

Nach langen Verhandlungen wurde am 4. Oktober 1991 in Madrid das Umweltschutzprotokoll zum Antarktis-Vertrag beschlossen. Das USP setzt die schärfsten und umfangreichsten Umweltschutzregelungen um, die jemals für eine Region der Erde in einem internationalen Übereinkommen erarbeitet wurden.

Dem Frieden und der Wissenschaft gewidmet

Die Vertragsstaaten verbieten mit Inkrafttreten des USP den Abbau von Rohstoffen in der Antarktis. Des Weiteren verpflichten sie sich die Antarktis als ein Naturreservat zu belassen, das dem Frieden und der Wissenschaft gewidmet ist und sie als solches für die künftigen Generationen zu schützen. Innerhalb des Vertragswerkes werden konkrete Schutzgüter in der Antarktis wie beispielsweise Pflanzen- und Tierpopulationen oder die Luft- und Wasserqualität definiert.

Das USP reglementiert sämtliche Tätigkeiten, die im Vertragsgebiet Auswirkungen auf die Umwelt sowie auf die abhängigen und verbundenen Ökosysteme haben könnten. Mit dem USP wurden für alle Vertragsstaaten geltende Verfahren und Regelungen geschaffen, die vor der Erteilung einer Genehmigung für eine Tätigkeit in der Antarktis durchgeführt oder beachtet werden müssen. Dies ist notwendig, um Auswirkungen von Aktivitäten auf die antarktische Umwelt in deren vollem Umfang beurteilen zu können. So gibt es innerhalb von bisher fünf Anhängen spezifische Regelungen zur Durchführung von Umweltverträglichkeitsprüfungen, zur Erhaltung der antarktischen Tier- und Pflanzenwelt, zur Abfallbehandlung und -beseitigung, zur Verhütung der Meeresverschmutzung und zum besonderen Schutz und der Verwaltung von ausgewählten Gebieten. Ein sechster Anhang zu Haftungsangelegenheiten wurde bereits 2005 von den Vertragsstaaten verabschiedet, ist jedoch noch nicht in Kraft getreten

Übrigens: Auch das Umweltschutzprotokoll läuft 2048 nicht einfach aus und erlischt. Nach Ablauf von 50 Jahren seit seinem Inkrafttreten 1998 kann das Umweltschutzprotokoll wieder neu verhandelt werden.