Stoffe aus Bauprodukten

Ein Bauarbeiter mit gelbem Helm verschalt eine Decke.zum Vergrößern anklicken
Bauprodukte enthalten Stoffe, die die Umwelt und die Gesundheit gefährden können.

Ein Bauarbeiter mit gelbem Helm verschalt eine Decke.

Quelle: Udo Kroener / Fotolia.com

Bauprodukte (zum Beispiel Farben, Lacke, Holzschutzmittel, Holzwerkstoffe, Bodenbeläge und Klebstoffe, Wand- und Deckenverkleidungen, Abdichtungen, Putz, Mauersteine, Zement und Beton) enthalten zahlreiche Substanzen, die sie in die Innenraumluft, den Boden oder das Grundwasser abgeben.

Holzwerkstoffplatten, wie Spanplatten und zunehmend OSB-Platten (Oriented Strand Board) werden in Deutschland sehr häufig verwendet - vorwiegend großflächig in Innenräumen und in der Konstruktion von Leichtbauwänden. Ihre flüchtigen Inhaltsstoffe, unter anderem Formaldehyd bei Spanplatten und Hexanal sowie Terpene bei OSB-Platten, gelangen in die Innenraumluft. Holzwerkstoffplatten sind neben anderen Produkten eine bedeutende Quelle für Innenraumluftverunreinigungen. Welche gefährlichen Substanzen die Baustoffe in welchen Mengen abgeben, wird in vielen Studien untersucht. Derzeit fehlen umfassende Informationen darüber, wie sich solche Stoffe auswirken, falls sie in geringen Konzentrationen, aber über längere Zeiträume hinweg vom Menschen aufgenommen werden. Unerwünschte Wirkungen lassen sich daher nicht völlig ausschließen.

Als Grundlage für eine einheitliche und nachvollziehbare gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten in Deutschland hat der „Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten” (AgBB), dessen Geschäftsstelle im Umweltbundesamt angesiedelt ist, Prüfkriterien erarbeitet. Durch die Einführung einer Emissionsprüfung bei Bauprodukten soll die Belastung der Innenraumluft mit flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) reduziert werden. Der Ausschuss hat dazu ein Bewertungsschema für die VOC-Abgabe aus Innenraum-Bauprodukten entwickelt.

Europäische Richtlinie zu Bauprodukten

Den Handel mit Bauprodukten in Europa erleichtert eine EU-Richtlinie. Diese steckt nur den Rahmen für eine Harmonisierung des Binnenmarktes ab und überträgt die Ausarbeitung produktspezifischer Anforderungen an das europäische Normungs- und Zulassungswesen. Die Konsequenz ist, dass Normungsgremien Kriterien des Umwelt- und Gesundheitsschutzes definieren. Eine Beteiligung der Behörden daran ist vorgesehen. Das Umweltbundesamt hat im Jahr 2000 die Einbindung des Umwelt- und Gesundheitsschutzes in den europäischen Baunormungsprozess als Arbeitsschwerpunkt eingeführt. Das Amt überprüft Norm- und Zulassungsentwürfe hinsichtlich möglicher Einflüsse auf Trinkwasser, Grundwasser, Boden und Innenraumluft und damit auf die Umwelt und Gesundheit.

Produkte mit dem Blauen Engel bevorzugen

Verbraucherinnen und Verbraucher können sich beim Kauf von Bauprodukten am Blauen Engel orientieren: Bei der Kennzeichnung von Produkten mit dem Blauen Engel sind gesundheitsbezogene Anforderungen ein wesentlicher Bestandteil. So dürfen unter anderem Stoffe, die krebserregend, erbgut- oder fruchtschädigend sind, in diesen Produkten nicht enthalten sein. Es gibt viele Bauprodukte mit dem Blauen Engel.