Chemikalien mit ähnlichem molekularem Aufbau können auch zu Gruppen zusammengefasst werden, denn der molekulare Aufbau bestimmt die Eigenschaften von Substanzen. Solche Chemikalien nennt man strukturell ähnlich. Sie haben bestimmte gleiche Unterstrukturen, beispielsweise so genannte funktionelle Gruppen. Ein Beispiel für eine Gruppe von ähnlichen Stoffen sind die Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs). Sie sind bereits seit Jahrzehnten wegen ihrer kritischen Eigenschaften bekannt und unterliegen zahlreichen Regelungen. Ein weiteres Beispiel sind Phthalate, die vor allem als Weichmacher in Weich-PVC eingesetzt werden. Viele Phthalate sind insbesondere aus Gesundheitssicht problematisch.
Die Behörden befassen sich heute mehr mit Gruppen strukturell ähnlicher Stoffe anstatt mit Einzelstoffen. Dies beschleunigt die Regulierungsprozesse unter REACH, sorgt für Konsistenz bei der Bearbeitung sowie für regulatorische Kohärenz und hilft der Industrie bei Entscheidungen hinsichtlich der Substitution von Stoffen. Dadurch wird die sogenannte „regrettable substitution“ (bedauerlicher Ersatz) vermieden, bei der ein kritischer Stoff durch einen anderen kritischen Stoff der gleichen Stoffgruppe ersetzt wird. Schließlich werden durch die Betrachtung ganzer Stoffgruppen auch aktuell nicht registrierte Stoffe berücksichtigt oder Stoffe, die bisher nur für Zwischenprodukte registriert sind, jedoch potenzielle Alternativen darstellen könnten.