ISO 14001 - Umweltmanagementsystemnorm

Die ISO 14001 ist der weltweit akzeptierte und angewendete Standard für betriebliches Umweltmanagementsystem. Die Norm wurde 1996 von der Internationalen Organisation für Normung veröffentlicht und im Jahr 2000 novelliert. Derzeit laufen internationale Verhandlungen zu ihrer Weiterentwicklung.

Inhalte der ISO 14001

Diese internationale Norm legt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest, die es einer Organisation ermöglichen, eine Umweltpolitik und entsprechende Zielsetzungen zu entwickeln und zu verwirklichen. Dabei werden die rechtlichen Verpflichtungen und Informationen über wesentliche Umweltaspekte berücksichtigt. Sie ist auf Organisationen jeder Art und Größe sowie auf unterschiedliche geografische, kulturelle und soziale Bedingungen anwendbar. Die ISO 14001 legt allerdings keine absoluten Anforderungen für die Umweltleistung fest. So können zwei Organisationen, die ähnliche Tätigkeiten ausüben, aber unterschiedliche Umweltleistung zeigen, dennoch beide die Anforderungen der ISO 14001 erfüllen.

Weltweite Anwendung der ISO 14001

Weltweit sind über 260.000 Unternehmen und Organisationen jedweder Größe und Branche – von der kleinen Apotheke über große Industrieunternehmen bis hin zu staatlichen Behörden – nach der Umweltmanagementsystem-Norm ISO 14001 zertifiziert. In Deutschland haben rund 6.000 Organisationen ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 implementiert. Die europäische EMAS-Verordnung (Eco-Management and Audit Scheme) enthält die Inhalte der ISO 14001 an zentraler Stelle. Ein Überblick über die weltweite Entwicklung von ISO 14001-Zertifizierungen findet sich hier.

Arbeiten zur Weiterentwicklung der ISO 14001

Im Juni 2000 wurde die erste Überarbeitung der Norm beschlossen. Ziele waren vor allem eine höhere Kompatibilität mit der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 und die Beseitigung von Unklarheiten. In diesem Kontext haben UBA und BMU eine Evaluierung der deutschen Erfahrungen mit der Norm in Auftrag gegeben, um eine deutsche Position im Rahmen des Revisionsprozesses zu ermitteln. Die Erfahrungen und Wünsche deutscher Unternehmen, Organisationen und Stellen, die die ISO 14001 anwenden beziehungsweise gemäß ISO 14001 zertifiziert worden sind, spiegeln sich in der Studie von UBA und BMU.

Im Februar 2012 begannen die internationalen Verhandlungen zur zweiten Revision der ISO 14001. Folgende zentrale Themenbereiche sind unter anderem für die Revisionsarbeiten an der ISO 14001 vorgesehen:

  • Umweltmanagementsysteme als Bestandteil der nachhaltigen Entwicklung und gesellschaftlichen Verantwortung vor dem Hintergrund der ISO 26000,
  • Umweltmanagementsysteme zur Steigerung/Verbesserung der Umweltleistung und eine damit einhergehende Umweltleistungsbewertung anhand von Kennzahlen,
  • Umweltmanagementsysteme und die Einhaltung der geltenden Rechtsgrundlagen und anderer externer Bestimmungen,
  • Umweltmanagementsysteme und dessen Integration in die gesamte strategische Unternehmensführung,
  • Umweltmanagementsysteme und die Umweltauswirkungen innerhalb der Wertschöpfungs- und Beschaffungskette,
  • Umweltmanagementsysteme und die Einbindung von Anspruchsgruppen, zum Beispiel Kunden und Zulieferer und
  • Umweltmanagementsysteme und die externe Kommunikation.

Zugleich sollen die Transparenz und Verantwortlichkeit im betrieblichen Umweltmanagement gestärkt werden. Es gilt, den Ökobilanzgedanken und die Betrachtung der Wertschöpfungskette zur besseren Identifizierung und Bewertung der Umweltauswirkungen von Produkten hervorzuheben. Der beim Deutschen Institut für Normung (DIN e.V.) zuständige deutsche Arbeitsausschuss „Umweltmanagement/Umweltaudit" des Normenausschusses Grundlagen des Umweltschutzes (NAGUS) begleitet die Novelle aus.