Ökonomische und medienübergreifende Effekte

Im Sevilla-Prozess werden BVT-Merkblätter für einzelne Industriesektoren erarbeitet. Sie legen fest, welche Techniken im Sinne der Richtlinie beste verfügbare Technik (BVT) sind. Das BVT-Merkblatt zu ökonomischen und medienübergreifenden Effekten erläutert Bewertungsmethoden für ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt.

Im Informationsaustausch über die Besten Verfügbaren Techniken, werden BVT- Merkblätter erarbeitet, die für die einzelnen Industriesektoren der Richtlinie über Industrieemissionen (IE-RL) festlegen, welche Techniken im Sinne der Richtlinie beste verfügbare Technik (BVT) sind. Diese Arbeit erfolgt in den Technischen Arbeitsgruppen für die einzelnen Sektoren. Die BVT sollen ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt sicherstellen.

Bei der Festlegung der BVT aus einer Auswahl verschiedener Techniken kann es in einzelnen Fällen vorkommen, dass nicht ganz klar ist, welche Technik im medienübergreifenden Sinne ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt bietet. In solchen Fällen muss die Technische Arbeitsgruppe gegebenenfalls untersuchen, ob eine der Techniken diese Anforderung an die BVT erfüllt. In dem BVT-Merkblatt zu ökonomischen und medienübergreifenden Effekten (noch unter der IVU-RL verabschiedet, Vorgängerin zur IE-RL) sind entsprechende Methoden beschrieben, die hierbei hilfreich sind.

Kapitel 2 des Merkblattes enthält vier Leitfäden, die dem Nutzer helfen können, aus verschiedenen zur Wahl stehenden Techniken eine auszuwählen, die als beste Umweltoption anzusehen ist.

Diese vier Leitfäden entsprechen grundsätzlich den vier Elementen einer Ökobilanz.

  • Leitfaden 1: beschreibt die Informationen, die nötig sind, um den Anwendungsbereich und die betreffenden Alternativen zu bestimmen.
  • Leitfaden 2: beschreibt die Erstellung eines Verzeichnisses der bei verschiedenen alternativen Techniken anfallenden Emissionen und der verwendeten Rohstoffe. Ein solches Verzeichnis kann ein wichtiger erster Schritt für die Anwendung weiterer Leitfäden sein.
  • Leitfaden 3: beschreibt die erforderlichen Schritte für die Ermittlung der potenziellen Umweltauswirkungen, die mit den in Leitfaden 2 ermittelten Emissionen und Rohstoffen verbunden sind.
  • Leitfaden 4: beschreibt, wie die gemäß Leitfaden 3 ermittelten
  • Umweltthemen interpretiert werden können. Dabei wird im Detail darauf eingegangen, wie ein Vergleich zwischen verschiedenen Umweltauswirkungen vorzunehmen ist und wie entschieden werden kann, welche Alternative das höchste Schutzniveau für die Umwelt insgesamt ermöglicht.

Das Ziel dieses BVT-Merkblattes ist es, den Technischen Arbeitsgruppen des Sevilla-Prozesses ein möglichst einfaches Instrumentarium für diese Bewertung zur Verfügung zu stellen. Deshalb bauen die einzelnen Bewertungsschritte stufenweise aufeinander auf. Es gibt Abbruchbedingungen, die gegebenenfalls die Entscheidung über die Eignung einer Technik als BVT bereits ohne eine vollständige Durchführung aller Bewertungsschritte ermöglichen. Entsprechend dem Konzept der BVT, einheitliche Festlegungen für einen gesamten Sektor zu treffen, ist auch dieses BVT-Merkblatt ausschließlich für eine sektorale Bewertung gedacht.