Abfälle privater Haushalte

Vermeiden, Trennen, Verwerten, dies sind die wichtigsten Ratgeber, um die täglich anfallenden Abfallmengen in den privaten Haushalten zu verringern. Schon wenige Tipps helfen: Einkaufstasche statt Plastiktüte, Mehrweg statt Einweg, Lebensmitteleinkauf, besonders bei Obst, Gemüse und Fleisch, richtig einschätzen, Papierverbrauch einschränken sowie aufladbare Batterien verwenden.

Inhaltsverzeichnis

 

Nur geringer Rückgang beim Hausmüll

Über den Zeitraum von 2004 bis 2015 betrachtet blieb das Aufkommen an Haushaltsabfällen nahezu konstant. Betrug es im Jahr 2004 37,3 Millionen Tonnen (Mio. t), so waren es im Jahr 2015 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 37,4 Mio. t oder 455 Kilogramm pro Einwohner (kg pro EW). Gleichzeitig stieg der Anteil an Haushaltsabfällen, die verwertet wurden. Wurden im Jahr 2004 etwa 57 % der Haushaltsabfälle verwertet, waren es 2015 bereits 78 % (siehe Abb. „Haushaltsabfälle 2015, ohne Elektrogeräte“).

Über die öffentliche Müllabfuhr werden Restabfälle wie nicht gefährlicher Hausmüll und nicht gefährliche hausmüllähnliche Gewerbeabfälle sowie Sperrmüll eingesammelt. Die Menge dieser Abfälle lag im Jahr 2015 bei rund 15,5 Mio. t oder 188 kg pro EW und damit etwa gleichauf mit dem Vorjahr. Im Jahr 2004 waren es hingegen mit 17,0 Mio. t noch deutlich mehr. Damit ging die Menge an Haus- und Sperrmüll um ca. 1,5 Mio. t oder etwa neun Prozent zurück.

Die übrigen, von Haus- und Sperrmüll getrennt eingesammelten Abfälle – das sind Abfälle aus der Biotonne, Garten- und Parkabfälle sowie Wertstoffe und andere getrennt gesammelte Fraktionen – machten im Jahr 2015 insgesamt 21,8 Mio. t oder 265 kg pro EW aus, ca. 1,8 Millionen Tonnen mehr als im Jahr 2004.

Im Jahr 2015 fielen pro Einwohner 455 Kilogramm Hausmüll an. Davon: 160 kg Hausmüll, 28 kg Sperrmüll, 147 kg getrennt erfasste Wertstoffe, 118 kg getrennt erfasste Bioabfälle und zwei Kilogramm Sonstige Abfälle.
Haushaltsabfälle 2015, ohne Elektrogeräte
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Lebensmittelverluste und -abfälle stoppen

Das Thema „Lebensmittelverluste und -abfälle“ ist ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Zurzeit liegen dazu mehrere Studien vor. Es besteht jedoch weiterer Forschungsbedarf, um belastbare Daten zu ermitteln, die aufgrund gleicher Methoden und Definitionen erhoben werden.

Die Welternährungsorganisation (FAO) legte 2011 in einer Studie dar, dass weltweit rund ein Drittel aller für den menschlichen Konsum produzierten Nahrungsmittel verloren oder weggeworfen werden. Das entspricht 1,3 Milliarden Tonnen (Mrd. t) pro Jahr. Die Verschwendung dieser großen Lebensmittelmengen ist sowohl aus ethischen als auch ökologischen Gründen nicht zu verantworten. In vielen armen Ländern der Erde ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln unter anderem schwierig, weil Ackerflächen für den Lebensmittelexport und damit für unsere Ernährungsgewohnheiten belegt werden. Die enormen Mengen an jährlich vernichteten Nahrungsmitteln durch Verluste und Verschwendung sind letztendlich ein starker Treiber von zunehmender Ressourcenverknappung und Umweltbelastungen, daher müssen sie dringend eingedämmt werden.

In Deutschland wurden im Jahr 2008 (letzte vorliegende Daten) pro Kopf rund 457 Kilogramm (kg) Lebensmittel konsumiert. Das sind insgesamt rund 37 Millionen Tonnen (Mio. t). 6,7 Mio. t an Lebensmittelabfälle fallen in Haushalten an, das heißt pro Person etwa 80 kg und damit rund 17 Prozent (%) des gesamten Lebensmittelkonsums. Die 6,7 Mio. t umfassen die gesamten Lebensmittelabfälle, also „vermeidbare“, „teilweise vermeidbare“ und „nicht vermeidbare“. Lebensmittelabfälle aus der Landwirtschaft sind hier nicht berücksichtigt.

Aus ökologischer Sicht werden unter „Lebensmittelabfall“ die Teile eines Lebensmittels verstanden, die im Laufe seines Lebenswegs – also von Beginn der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Verarbeitung, den Handel bis zu den Konsument/innen - nicht dem menschlichen Verzehr zugeführt werden. Dies schließt Rohwaren, die auf dem Acker verbleiben und nicht geerntet werden ebenso ein wie Verluste in der Lebensmittelverarbeitung, die keiner weiteren Verwendung zugeführt werden oder Speisereste in Haushalten. Ebenso sind hier Lebensmittelreste eingeschlossen, die nicht verzehrt werden können – wie beispielsweise Bananenschalen – oder aufgrund der Zubereitungsart nicht verzehrt werden, wie beispielsweise Kartoffelschalen, wenn Salzkartoffeln gekocht wurden. Um begriffliche Klarheit zu schaffen und eine Abgrenzung zum umweltrechtlichen Abfallbegriff vorzunehmen, wird im Rahmen der Abschätzung der Umweltrelevanz der Begriff Lebensmittelverluste gewählt. Im Schaubild „Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Kilogramm pro Kopf 2008“ sind die Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette dargestellt: Landwirtschaft, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Inner- und Außer-Haus-Verzehr. Insgesamt sind dies auf der Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 insgesamt rund 207 kg pro Kopf. Hierbei müssen Abgrenzungen der einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette untereinander beachtet werden.

Lebensmittelverluste 2008 in Kilogramm pro Kopf: Landwirtschaft 71 kg, Verarbeitung 24 kg, Großhandel 2 kg, Einzelhandel 11 kg, Inner-Haus-Verzehr 76 kg, Außer-Haus-Verzehr 24 kg.
Schaubild: Lebensmittelverluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Kilogramm pro Kopf 2008
Quelle: Umweltbundesamt / UFOPLAN Vorhaben 85/2016 Entwicklung von Instrumenten zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen (Fkz 371232311 / UBA-FB 002412)
 

Was bedeuten Lebensmittelverluste für die Umwelt?

Die Tabelle zeigt die Umweltauswirkungen des deutschen Lebensmittelkonsums (Verzehr und Verluste) pro Kilogramm (kg) tierischer und pflanzlicher Produkte aus dem deutschen Lebensmittelwarenkorb. Die Ergebnisse der Analysen zeigen, dass Produkte tierischen Ursprungs für die betrachteten Wirkungskategorien höhere potenzielle Umweltwirkungen verursachen als pflanzliche Produkte. Insbesondere hinsichtlich der landwirtschaftlichen Flächenbelegung ist dies offensichtlich: Für die Erzeugung tierischer Lebensmittel wird pro Kilogramm Produkt acht Mal mehr Land benötigt, als zur Erzeugung von pflanzlichen Produkten. Auch hinsichtlich der Treibhausgas-Emissionen - sie sind vier Mal so hoch - sind die Unterschiede deutlich (siehe Tab. „Durchschnittliche Umweltwirkungen pro Kilogramm tierischer und pflanzlicher Produkte (Verzehr und Verluste)“).

Umweltwirkungen pro Kilogramm: Treibhausgas-Emissionen: Tierische Produkte 9,71 kg CO2-äq., pflanzliche Produkte 2,55 kg CO2-äq.; Landwirtschaftliche Flächenbelegung: Tierische Produkte: 10,66 m², pflanzliche Produkte 1,34 m².
Tab: Durchschnittliche Umweltwirkungen pro Kilogramm tierischer und pflanzlicher Produkte ...
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF