Erneuerbare Energien in Zahlen

Kurvendiagramm: Alle Anteile (Strom, Wärme und Verkehr) sind seit 1990 gestiegen. Werte für 2015: Strom 32,6%, Wärme 13,2% und Verkehr 5,3%.zum Vergrößern anklicken
Anteile erneuerbarer Energien an der Endenergiebereitstellung in Deutschland: Strom, Wärme, Verkehr
Quelle: AGEE-Stat

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet gemeinschaftlich an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Status Quo der erneuerbaren Energien

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 381,5 Terawattstunden (1 TWh entspricht 1 Milliarde Kilowattstunden) aus erneuerbaren Energien bereitgestellt – davon entfielen etwa 51,3% (oder 195,9 TWh) auf die Stromproduktion, ca. 40,7% (oder 155,2 TWh) auf den Wärmesektor und etwa 8% auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich (30,4 TWh).

Diese positive Entwicklung wurde im Wesentlichen vom starken Anstieg der erneuerbaren Stromerzeugung getragen. So stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor deutlich von 27,4% (2014) auf 32,6% (2015) des Bruttostromverbrauchs. Die Anteile der erneuerbaren Energien im Wärme- und Verkehrssektor änderten sich hingegen nur leicht: Im Wärmebereich war ein Anstieg um 0,7 auf 13,2% zu verzeichnen, während Biokraftstoffe und erneuerbarer Strom im Verkehr um insgesamt 0,3 auf nunmehr 5,3% zurückgingen.

Sektorübergreifend ist die Biomasse mit einem Anteil von etwa 57% der Energiebereitstellung der wichtigste erneuerbare Energieträger. Insbesondere im Wärme- und Verkehrssektor ist Biomasse für 88% bzw. 89% des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien verantwortlich. In der Stromerzeugung hingegen dominieren Windkraft, Sonnenenergie und Wasserkraft mit einem Anteil von zusammen 74% der erzeugten EE-Strommenge.

  • Die Gesamtenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energieträgern betrug 2015 381,5 Terawattstunden. 51% entfielen auf Strom, 41% auf Wärme und 8% auf Verkehr. Bezüglich Energieträger entfällt größte Anteil (36%) auf biogene Brennstoffe und Gase für Wärme
    Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energieträgern 2015
    Quelle: AGEE-Stat
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Strom aus erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor steigerte sich von 27,4% (2014) auf 32,6% (2015) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2015 etwa 195,9 TWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, dies sind 20,5% mehr als im Jahr 2014. Die Stromerzeugung aus allen erneuerbaren Energieträgern überstieg damit wiederum die Stromerzeugung aus Braunkohle, dem größten fossilen „Stromlieferanten“, deutlich.

Wind

Die Windenergie leistete den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und war im Jahr 2015 maßgeblich für die stark gestiegene Stromproduktion aus erneuerbaren Energien verantwortlich.

Aufgrund eines deutlich angestiegenen Nettozubaus an Windenergieleistung (plus 5.857 MW gegenüber 2014) lieferten Windturbinen die Rekord-Stromerzeugung von 88 TWh (im Jahr 2014 waren es noch 57,4 TWh). Dies entspricht einem Anstieg von 53% gegenüber dem Vorjahr.

Einen großen Anteil an dieser Steigerung hat die Offshore Windenergienutzung: die Leistung der Windturbinen auf See verdreifachte sich von 1.037 MW im Jahr 2014 auf 3.315 MW im Jahr 2015. Die Stromproduktion stieg von 1,4 TWh im Jahr 2014 auf 8,7 TWh im Jahr 2015.

Biomasse

Aus Biomasse wurden im Jahr 2015 etwa 50 TWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2014 entspricht dies einem Anstieg um 0,6 TWh (+1,2%). Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (30,1 TWh, +2,6% gegenüber dem Vorjahr), feste Biomasse. (12 TWh, +0,7% gegenüber dem Vorjahr), und der biogene Anteil des Abfalls (5,8 TWh nahm dieser allerdings um 4,4% gegenüber dem Vorjahr ab).

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) hat sich gegenüber 2014 um 2,4 TWh (oder 6,6%) auf 38,4 TWh erhöht. Der Anteil der PV an der erneuerbaren Stromproduktion betrug damit 19,6%. Allerdings ging der Zubau neuer PV-Kapazitäten bereits zum wiederholten Male erheblich zurück. Er erreichte im Jahr 2015 mit 1.355 MW nur noch etwa ein Fünftel des Zubaus im Rekordjahr 2012 (7.604 MW) und liegt etwa ein Drittel unter dem Zubau des Vorjahres (2.006 MW).

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 19,3 TWh an vierter Stelle der erneuerbaren Energieträger, und blieb aufgrund der Witterung leicht unter dem Niveau des Vorjahres (-1,4%). Aus Geothermie wurde mit 0,13 TWh nur sehr wenig Strom erzeugt.

  • Säulendiagramm: Die gesamte Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien betrug im Jahr 2015 195,9 Terawattstunden. Im Jahr 1995 betrug sie nur 25,3 Terawattstunden und ist seitdem recht kontinuierlich gestiegen. Größter Anteil 2015: Windenergie
    Entwicklung der Brutto-Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland von 1990 bis 2015
    Quelle: AGEE-Stat
  • Tortendiagramm: Die gesamte Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien betrug im Jahr 2015 195,9 Terawattstunden. Davon 40,5% Windenergie an Land, 19,6% Photovoltaik, 15,4% Biogas, 9,9% Wasserkraft, 6,1% Biogene Festbrennstoffe ...
    Struktur der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern im Jahr 2015
    Quelle: AGEE-Stat
  • Diagramm: Die installierte Leistung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien betrug im Jahr 2015 99,3 Gigawattstunden. Im Jahr 1995 betrug sie 5,7 Gigawattstunden und ist seitdem kontinuierlich gestiegen.
    Entwicklung der installierten Leistung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 1990 bis 2015
    Quelle: AGEE-Stat
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Wärme aus erneuerbaren Energien

Der Anteil des Endenergieverbauchs für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,7 auf 13,2% an. Ebenso erhöhte sich auch die absolute Nutzung. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,6% auf 155,2 TWh (145,5 TWh im Jahr 2014). Dabei ist zu beachten, dass sowohl 2014 als auch 2015 klimatisch sehr warme Jahre waren, das Jahr 2013 war das bisherige Rekordjahr mit einer Nutzung von 157,5 TWh erneuerbarer Wärme.

Im Jahr 2015 hatte die feste Biomasse mit 104,2 TWh den bedeutendsten Anteil an der erneuerbaren Wärmebereitstellung, gefolgt von Biogas mit 16 TWh und biogenem Abfall mit 11,6 TWh. Der Beitrag der Solarthermie erhöhte sich im Jahr 2015 um 7% auf 7,8 TWh, und auch die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann an Bedeutung und lag mit 11,4 TWh etwa 7% über der des Vorjahres.

  • Säulendiagramm: Der gesamte Endenergieverbrauch für Wärme aus erneuerbaren Energien betrug im Jahr 2015 155,2 Terawattstunden. Größter Antel: feste Biomasse
    Entwicklung des Wärmeverbrauchs aus erneuerbaren Energien in Deutschland von 1990 bis 2015
    Quelle: AGEE-Stat
  • Kreisdiagramm: Der gesamte Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energieträgern betrug im Jahr 2015 155,2 Terawattstunden. Größter Anteil mit 39,8% biogene Festbrennstoffe (Haushalte)
    Wärmeverbrauch aus erneuerbaren Energien im Jahr 2015
    Quelle: AGEE-Stat
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Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2015 auf 5,3%, dies ist ein Minus von 0,3 gegenüber 2014. Besonders kritisch ist der fallende Anteil vor dem Hintergrund des insgesamt steigenden Energieverbrauchs im Verkehrssektor in Deutschland.

Im Jahr 2015 sank der Verbrauch von Biokraftstoffen gegenüber dem Vorjahr um etwa 2 TWh auf nunmehr 30,4 TWh (-6,3%). Hiervon entfallen 21,2 TWh auf Biodiesel (-6,8% gegenüber dem Vorjahr), gefolgt von Bioethanol mit 8,7 TWh (-4,5% gegenüber dem Vorjahr) und Biomethan mit 0,5 TWh (-8,6% gegenüber dem Vorjahr). Der rechnerisch ermittelte Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien im Verkehrssektor betrug im Jahr 2015 3,8 TWh und steigt zusammen mit der wachsenden Nutzung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung kontinuierlich an.

  • Säulendiagramm: Der Verbrauch erneuerbarer Energien im Verkehrssektor betrug 2015 34,4 Terawattstunden.Größter Anteil: Biodiesel, dann Bioethanol, dann erneuerbarer Strom, dann Pflanzenöl.
    Entwicklung des Verbrauchs erneuerbarer Energien im Verkehrssektor in Deutschland von 1990 bis 2015
    Quelle: AGEE-Stat
  • Kreisdiagramm: Der gesamte Verbrauch ernerbarer Energien im Verkehr betrug im Jahr 2015 34,3 Terawattstunden. Davon 62% Biodiesel, 25,2% Bioethanol, 11,1% Strom, 1,5% Biomethan und 0,1% Pflanzenöl
    Verbrauch erneuerbarer Energien im Verkehrssektor im Jahr 2015
    Quelle: AGEE-Stat
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Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energieträger führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Basierend auf den Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien kann für das Jahr 2015 eine Treibhausgasvermeidung von rund 167,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten angenommen werden. Der größte Anteil an den vermiedenen Emissionen hat dabei die regenerative Stromerzeugung. Auf den Stromsektor entfielen vermiedene Emissionen in Höhe von 122,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, davon sind rund 102 Mio. Tonnen auf die Strommenge mit EEG-Vergütungsanspruch zurückzuführen. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von rund 40,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, durch Biokraftstoffe ca. 5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente. Neben der Vermeidung von Treibhausgasen führt die Nutzung erneuerbarer Energien auch zu einer Reduzierung einer Reihe weiterer Luftschadstoffe.

Die Berechnungen des UBA zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung und im Verkehrssektor führt der Einsatz erneuerbarer Energien aber auch zu signifikanten Einsparungen von Heizöl, Dieselkraftstoff und Ottokraftstoff.

  • Diagramm: Im Jahr 2015 wurden in Deutschland durch die Nutzung erneuerbarer Energien 167,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Davon 39,3% wegen Biomasse, 35,7% wegen Windenergie, 14,3% wegen Photovoltaik, 8,7% wegen Wasserkraft ...
    Netto-Bilanz der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien
    Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat Diagramm als PDF
  • Tabelle: An CO2-Emissionen wurden 2015 vermieden: 122.198.000 Tonnen durch erneuerbaren Strom, 41.463.000 Tonnen durch erneuebare Wärme und 6.411.000 Tonnen durch erneuerbare Energien im Verkehr. Die Tabelle enthält weitere Daten für andere Stoffe wie NOx
    Emissionsbilanz erneuerbarer Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr im Jahr 2015
    Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat
  • Diagramm: Durch die Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien wurden in Deutschland im Jahr 2015 122 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente an Emissionen vermieden. Am meisten durch Windenergie an Land, gefolgt von Photovoltaik, Biogas und Wasserkraft.
    Emissionsbilanz erneuerbarer Energien im Stromsektor 2015
    Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat
  • Diagramm: Durch den Energieverbrauch aus erneuerbaren Energien im Wärmesektor wurden im Jahr 2015 in Deutschland 41 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Größter Anteil feste Biomasse Einzelfeuerung, gefolgt von feste Biomasse-Mix Industrie ...
    Emissionsbilanz erneuerbarer Energien im Wärmesektor 2015
    Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat
  • Diagramm: Durch den Endenergieverbrauch biogener Kraftstoffen im Verkehrssektor wurden 2015 in Deutschland netto 5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Biodiesel hatte größten Anteil daran, gefolgt von Bioethanol, nur gering Biomethan u. Pflanzenöl
    Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger im Verkehrssektor 2015
    Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat
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