Erneuerbare Energien in Zahlen

Kurvendiagramm: Alle Anteile (Strom, Wärme und Verkehr) sind seit 1990 gestiegen. Werte für 2015: Strom 32,6%, Wärme 13,2% und Verkehr 5,3%.zum Vergrößern anklicken
Anteile erneuerbarer Energien an der Endenergiebereitstellung in Deutschland: Strom, Wärme, Verkehr
Quelle: AGEE-Stat

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet gemeinschaftlich an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Überblick

Die Energiewende in Deutschland nimmt weiter an Fahrt auf. Der Ausbau der erneuerbaren Energien im Strom, Wärme und Verkehrsbereich schreitet voran.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu dieser Entwicklung: Einerseits finden sich immer aktuelle, quartalsweise Daten sowie dreimal im Jahr aktualisierte Jahresdaten zu Strom Wärme und Verkehr. Aufbauend auf diesen jährlichen Daten wird auch die Emissionsbilanz erneuerbarer Energien erstellt.

Quartalsberichte zur Entwicklung der erneuerbaren Energien

Um die aktuelle Entwicklung der erneuerbaren Energien als zentrale Säule der Energiewende zeitnah verfolgen zu können, stellt die AGEE-Stat aktuelle, quartalsweise Auswertungen zum Stand der Nutzung regenerativer Energien in Deutschland der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Hier finden Sie den aktuellen Bericht. Alle bisher erschienenen Berichte können Sie unten auf der Seite herunterladen.

Der Fokus der Quartalsberichte liegt auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vorjahreszeitraum. Aufgrund des hohen Anteils dargebotsabhängiger erneuerbarer Energien im Stromsektor sowie der starken Temperaturabhängigkeit des Wärmebedarfs hat die Witterung einen erheblichen Einfluss. Sich kurzfristig abzeichnende Trends sind daher mit entsprechender Vorsicht zu interpretieren.

Die Quartalsberichte beruhen nicht nur auf amtlichen Daten, sondern auch auf Hochrechnungen der Übertragungsnetzbetreiber, Verbandsangaben und Schätzungen der Experten der AGEE-Stat. Die Angaben sind daher vorläufig.

Überwiegend auf amtlichen Daten beruhende Zeitreihen zur Statistik erneuerbarer Energien in jährlicher Auflösung finden Sie in den anderen Kapiteln dieser Seite (siehe "weiter im Artikel").

Status Quo der erneuerbaren Energien

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 381,5 Terawattstunden (1 TWh entspricht 1 Milliarde Kilowattstunden) aus erneuerbaren Energien bereitgestellt – davon entfielen etwa 51,3% (oder 195,9 TWh) auf die Stromproduktion, ca. 40,7% (oder 155,2 TWh) auf den Wärmesektor und etwa 8% auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich (30,4 TWh).

Diese positive Entwicklung wurde im Wesentlichen vom starken Anstieg der erneuerbaren Stromerzeugung getragen. So stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor deutlich von 27,4% (2014) auf 32,6% (2015) des Bruttostromverbrauchs. Die Anteile der erneuerbaren Energien im Wärme- und Verkehrssektor änderten sich hingegen nur leicht: Im Wärmebereich war ein Anstieg um 0,7 auf 13,2% zu verzeichnen, während Biokraftstoffe und erneuerbarer Strom im Verkehr um insgesamt 0,3 auf nunmehr 5,3% zurückgingen.

Sektorübergreifend ist die Biomasse mit einem Anteil von etwa 57% der Energiebereitstellung der wichtigste erneuerbare Energieträger. Insbesondere im Wärme- und Verkehrssektor ist Biomasse für 88% bzw. 89% des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien verantwortlich. In der Stromerzeugung hingegen dominieren Windkraft, Sonnenenergie und Wasserkraft mit einem Anteil von zusammen 74% der erzeugten EE-Strommenge.

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Strom aus erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor steigerte sich von 27,4% (2014) auf 32,6% (2015) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2015 etwa 195,9 TWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, dies sind 20,5% mehr als im Jahr 2014. Die Stromerzeugung aus allen erneuerbaren Energieträgern überstieg damit wiederum die Stromerzeugung aus Braunkohle, dem größten fossilen „Stromlieferanten“, deutlich.

Wind

Die Windenergie leistete den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und war im Jahr 2015 maßgeblich für die stark gestiegene Stromproduktion aus erneuerbaren Energien verantwortlich.

Aufgrund eines deutlich angestiegenen Nettozubaus an Windenergieleistung (plus 5.857 MW gegenüber 2014) lieferten Windturbinen die Rekord-Stromerzeugung von 88 TWh (im Jahr 2014 waren es noch 57,4 TWh). Dies entspricht einem Anstieg von 53% gegenüber dem Vorjahr.

Einen großen Anteil an dieser Steigerung hat die Offshore Windenergienutzung: die Leistung der Windturbinen auf See verdreifachte sich von 1.037 MW im Jahr 2014 auf 3.315 MW im Jahr 2015. Die Stromproduktion stieg von 1,4 TWh im Jahr 2014 auf 8,7 TWh im Jahr 2015.

Biomasse

Aus Biomasse wurden im Jahr 2015 etwa 50 TWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2014 entspricht dies einem Anstieg um 0,6 TWh (+1,2%). Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (30,1 TWh, +2,6% gegenüber dem Vorjahr), feste Biomasse. (12 TWh, +0,7% gegenüber dem Vorjahr), und der biogene Anteil des Abfalls (5,8 TWh nahm dieser allerdings um 4,4% gegenüber dem Vorjahr ab).

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) hat sich gegenüber 2014 um 2,4 TWh (oder 6,6%) auf 38,4 TWh erhöht. Der Anteil der PV an der erneuerbaren Stromproduktion betrug damit 19,6%. Allerdings ging der Zubau neuer PV-Kapazitäten bereits zum wiederholten Male erheblich zurück. Er erreichte im Jahr 2015 mit 1.355 MW nur noch etwa ein Fünftel des Zubaus im Rekordjahr 2012 (7.604 MW) und liegt etwa ein Drittel unter dem Zubau des Vorjahres (2.006 MW).

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 19,3 TWh an vierter Stelle der erneuerbaren Energieträger, und blieb aufgrund der Witterung leicht unter dem Niveau des Vorjahres (-1,4%). Aus Geothermie wurde mit 0,13 TWh nur sehr wenig Strom erzeugt.

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Wärme aus erneuerbaren Energien

Der Anteil des Endenergieverbauchs für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,7 auf 13,2% an. Ebenso erhöhte sich auch die absolute Nutzung. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,6% auf 155,2 TWh (145,5 TWh im Jahr 2014). Dabei ist zu beachten, dass sowohl 2014 als auch 2015 klimatisch sehr warme Jahre waren, das Jahr 2013 war das bisherige Rekordjahr mit einer Nutzung von 157,5 TWh erneuerbarer Wärme.

Im Jahr 2015 hatte die feste Biomasse mit 104,2 TWh den bedeutendsten Anteil an der erneuerbaren Wärmebereitstellung, gefolgt von Biogas mit 16 TWh und biogenem Abfall mit 11,6 TWh. Der Beitrag der Solarthermie erhöhte sich im Jahr 2015 um 7% auf 7,8 TWh, und auch die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann an Bedeutung und lag mit 11,4 TWh etwa 7% über der des Vorjahres.

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Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2015 auf 5,3%, dies ist ein Minus von 0,3 gegenüber 2014. Besonders kritisch ist der fallende Anteil vor dem Hintergrund des insgesamt steigenden Energieverbrauchs im Verkehrssektor in Deutschland.

Im Jahr 2015 sank der Verbrauch von Biokraftstoffen gegenüber dem Vorjahr um etwa 2 TWh auf nunmehr 30,4 TWh (-6,3%). Hiervon entfallen 21,2 TWh auf Biodiesel (-6,8% gegenüber dem Vorjahr), gefolgt von Bioethanol mit 8,7 TWh (-4,5% gegenüber dem Vorjahr) und Biomethan mit 0,5 TWh (-8,6% gegenüber dem Vorjahr). Der rechnerisch ermittelte Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien im Verkehrssektor betrug im Jahr 2015 3,8 TWh und steigt zusammen mit der wachsenden Nutzung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung kontinuierlich an.

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Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energieträger führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Basierend auf den Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien kann für das Jahr 2015 eine Treibhausgasvermeidung von rund 167,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten angenommen werden. Der größte Anteil an den vermiedenen Emissionen hat dabei die regenerative Stromerzeugung. Auf den Stromsektor entfielen vermiedene Emissionen in Höhe von 122,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, davon sind rund 102 Mio. Tonnen auf die Strommenge mit EEG-Vergütungsanspruch zurückzuführen. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von rund 40,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, durch Biokraftstoffe ca. 5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente. Neben der Vermeidung von Treibhausgasen führt die Nutzung erneuerbarer Energien auch zu einer Reduzierung einer Reihe weiterer Luftschadstoffe.

Die Berechnungen des UBA zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung und im Verkehrssektor führt der Einsatz erneuerbarer Energien aber auch zu signifikanten Einsparungen von Heizöl, Dieselkraftstoff und Ottokraftstoff.

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