Erneuerbare Energien in Zahlen

Das Diagramm zeigt, wie sich die Anteile erneuerbarer Energien für Strom, Wärme und Verkehr entwickeln.zum Vergrößern anklicken
Entwicklung der Anteile der Erneuerbaren Energien 2012-2016
Quelle: AGEE-Stat (Icons von Freepik/flaticon.com und Sabathius/openclipart.org)

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Inhaltsverzeichnis

 

Überblick

Die Energiewende in Deutschland nimmt weiter an Fahrt auf. Der Ausbau der erneuerbaren Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich schreitet voran.

In den folgenden Abschnitten finden Sie aktuelle Jahresdaten im Überblick sowie zu Strom, Wärme, und Verkehr. Aufbauend auf diesen jährlichen Daten wird auch die Emissionsbilanz erneuerbarer Energien erstellt.

 

Status Quo der erneuerbaren Energien

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 386 Terawattstunden (1 TWh entspricht 1 Milliarde Kilowattstunden) aus erneuerbaren Energien bereitgestellt - davon entfielen etwa 49% (oder 188 TWh) auf die Stromproduktion, ca. 44% (oder 168 TWh) auf den Wärmesektor und etwa 8% auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich (30 TWh).

Insgesamt entwickelten sich die Erneuerbaren im Jahr 2016 in allen Sektoren nur mäßig. So stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor nur marginal von 31,5% (2015) auf 31,7% (2016) des Bruttostromverbrauchs. Die Anteile der erneuerbaren Energien im Wärme- und Verkehrssektor sanken sogar jeweils leicht: Im Wärmebereich war ein Rückgang um 0,1 auf 13,4% zu verzeichnen, Biokraftstoffe und erneuerbarer Strom im Verkehr gingen ebenfalls um 0,1 auf nunmehr 5,1% zurück.

Sektorübergreifend ist die Biomasse mit einem Anteil von etwa 59% der Energiebereitstellung der wichtigste erneuerbare Energieträger.
Insbesondere im Wärme- und Verkehrssektor ist Biomasse für 88% bzw. 89% des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien verantwortlich. In der Stromerzeugung hingegen dominieren Windkraft, Sonnenenergie und Wasserkraft mit einem Anteil von zusammen 73% der erzeugten EE-Strommenge.

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Strom aus erneuerbaren Energien

Wind 

Die Windenergie leistete zwar den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien blieb im Jahr 2016 allerdings witterungsbedingt hinter dem Rekordjahr 2015 zurück.

Trotz eines deutlich angestiegenen Nettozubaus an Windenergieleistung (plus 4.140 MW gegenüber 2015) lieferten Windturbinen an Land mit 65,0 TWh etwa 8,3 Prozent weniger Windstrom als im Vorjahr (im Jahr 2015 waren es noch 70,9 TWh).

Im Gegensatz zur Windenergie an Land entwickelte sich die Windenergieproduktion auf See positiv: hier stieg die Stromproduktion von 8,3 TWh im Jahr 2015 auf 12,4 TWh im Jahr 2016.

Biomasse

Aus Biomasse wurden im Jahr 2016 etwa 51,6 TWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2015 entspricht dies einem Anstieg um 1,3 TWh (+2,5%). Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (32,4 TWh, +3,5% gegenüber dem Vorjahr), feste Biomasse (11 TWh, -0,3% gegenüber dem Vorjahr), und der biogene Anteil des Abfalls (6 TWh, +4,0% gegenüber dem Vorjahr).

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) ging gegenüber dem Jahr 2015 aufgrund eines eher „sonnenarmen“ Jahres leicht um -0,6 TWh (oder -1,4%) auf 38,2 TWh zurück. Der Anteil der PV an der erneuerbaren Stromproduktion betrug damit 20,3% und ist rückläufig. Im Jahr 2015 lag dieser Anteil noch bei 20,7%. Der Zubau neuer PV-Kapazitäten lag in etwa auf Vorjahresniveau und erreichte im Jahr 2016 mit 1.476 MW nur noch weniger als ein Fünftel des Zubaus im Rekordjahr 2012 (7.604 MW).

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 21 TWh an vierter Stelle der erneuerbaren Energieträger, und war aufgrund der Witterung deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+10,7%). Aus Geothermie wurde mit 0,15 TWh insgesamt nur sehr wenig Strom erzeugt.

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Wärme aus erneuerbaren Energien

Der Anteil des Endenergieverbauchs für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien sank gegenüber dem Vorjahr um 0,1 auf 13,4% leicht. Zwar erhöhte sich die absolute Nutzung - sie stieg im Vergleich zum Vorjahr auf Grund der kalten Witterung um 5,9% auf 168,1 TWh (158,7 TWh im Jahr 2015) - gleichzeitig wurden aber auch mehr fossile Energieträger im Wärmesektor verbraucht.

Im Jahr 2016 hatte die feste Biomasse mit 114,5 TWh den bedeutendsten Anteil an der erneuerbaren Wärmebereitstellung, gefolgt von Biogas mit 17,4 TWh und biogenem Abfall mit 11,8 TWh. Der Beitrag der Solarthermie fiel im Jahr 2016 witterungsbedingt leicht um 0,1% auf 7,8 TWh. Auch die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann an Bedeutung und lag mit 12,3 TWh um 8,4% über der des Vorjahres.

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Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2016 auf 5,1%, dies ist ein Minus von 0,1 gegenüber 2015. Besonders kritisch ist der fallende Anteil vor dem Hintergrund eines insgesamt steigenden Energieverbrauchs im Verkehrssektor in Deutschland.

Im Jahr 2016 blieb der Verbrauch von Biokraftstoffen auf konstantem Niveau und erreichte wie im Vorjahr 29,9 TWh. Hiervon entfallen 20,8 TWh auf Biodiesel, gefolgt von Bioethanol mit 8,6 TWh und Biomethan mit 0,4 TWh. Der rechnerisch ermittelte Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien im Verkehrssektor betrug im Jahr 2016 3,6 TWh und steigt zusammen mit der wachsenden Nutzung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung kontinuierlich an.

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Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energieträger führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Basierend auf den Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien kann für das Jahr 2016 eine Treibhausgasvermeidung von rund 159 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten angenommen werden. Der größte Anteil an den vermiedenen Emissionen hat dabei die regenerative Stromerzeugung. Auf den Stromsektor entfielen vermiedene Emissionen in Höhe von 118 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von rund 36 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, durch Biokraftstoffe ca. 4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.

Die Berechnungen des UBA zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung und im Verkehrssektor führt der Einsatz erneuerbarer Energien aber auch zu signifikanten Einsparungen von Heizöl, Dieselkraftstoff und Ottokraftstoff.

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