Kunststoffe

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Plastikgranulat wird aus Plastikabfall hergestellt - neue Plastikgegenstände entstehen daraus
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FAQ

  • Warum lassen sich biologisch abbaubare Verpackungen nicht kompostieren?

    Grundsätzlich können die Verpackungen kompostiert werden. Allerdings haben sie eine relativ große Materialstärke. Dies führt dazu, dass sie eher langsam verrotten. In industriellen Kompostieranlagen mit Verweilzeiten von sechs bis acht Wochen ist so viel Zeit oft nicht vorhanden, sodass die Verpackungen gar nicht oder unvollständig verrotten. Auch im Hauskompost sind die Abbauraten eher mäßig, da… weiterlesen

  • Sind biologisch abbaubare Kunststoffe herkömmlichen Verpackungen vorzuziehen?

    Alle vorliegenden Ökobilanzen zu Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen zeigen, dass diese insgesamt keine Vorteile gegenüber Verpackungen aus konventionellen Kunststoffen aufweisen. Einerseits entsteht bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung von abbaubaren Verpackungen weniger CO2. Ebenso wird weniger Erdöl verbraucht als bei herkömmlichen Kunststoffverpackungen. Anderer… weiterlesen

  • Wird es in Zukunft Biokunststoffe geben, die umweltfreundlicher sind als herkömmliche Kunststoffe?

    Ja, diese wird es geben. Es handelt sich dabei um biobasierte Kunststoffe, die jedoch nicht abgebaut werden können. Diese neuartigen Kunststoffe (z.B. Bio-PET) haben die gleiche chemische Struktur wie herkömmliche Kunststoffe und können wie diese verwertet werden. Sie sind nicht aus Erdöl hergestellt, sondern beispielsweise aus Zuckerrohr – also nachwachsenden Rohstoffen. Solche biobasierten Kunst… weiterlesen

  • Wie erfolgt die gegenwärtige Entsorgung von biologisch abbaubaren Verpackungen?

    Die meisten abbaubaren Verpackungen landen in Müllverbrennungsanlagen. Die Hersteller wollten, dass die Verpackungen in der Biotonne gesammelt und anschließend kompostiert werden. Weil viele Verbraucherinnen und Verbraucher häufig nicht zwischen abbaubaren und nicht abbaubaren Verpackungen unterscheiden können, gelangen die gebrauchten bioabbaubaren Verpackungen auch in den Gelben Sack (Gelbe Tonn… weiterlesen

  • Können Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen recycelt werden?

    Nein, derzeit nicht. Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen können nicht so recycelt werden wie Verpackungen aus herkömmlichen Kunststoffen, wie zum Beispiel Polyethylen. Unter Umständen wird mittelfristig ein neuartiges Recyclingverfahren für PLA realisiert. Dabei wird der Kunststoff in Bruchstücke aufgespalten, die dann wieder zur Produktion von PLA genutzt werden können. weiterlesen

  • Wie hoch ist der Anteil der biologisch abbaubaren Kunststoffe an der Gesamtmenge der Verpackungen?

    Im Jahr 2009 hatten Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen einen Marktanteil von maximal 0,5 Prozent. Das gesamte Kunststoff-Verpackungsaufkommen in Deutschland betrug 2009 2,645 Mio. Tonnen. weiterlesen

  • Welche Produkte aus biologisch abbaubaren Kunststoffen gibt es?

    Biologisch abbaubare Kunststoffe werden vor allem im Verpackungsbereich verwendet. Dabei ist die Palette recht groß. Sie umfasst beispielsweise Abfallsäcke, Tragetaschen, Verpackungsfolien, Einweggeschirr, Obst und Gemüseschalen und Verpackungschips. weiterlesen

  • Woraus bestehen biologisch abbaubare Kunststoffe?

    Von den in den vergangenen Jahren entwickelten biologisch abbaubaren Kunststoffen haben sich vor allem drei Sorten durchgesetzt: Kunststoffe auf Basis thermoplastischer Stärke, die aus Kartoffeln und Mais gewonnen wird; außerdem Polylactid (PLA) auf der Basis von Milchsäure und abbaubare Polyester. Diese werden aus Erdöl hergestellt. Das zeigt: Biologisch abbaubare Kunststoffe bestehen also nicht… weiterlesen

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Viele Produkte bestehen komplett oder teilweise aus Kunststoffen, zum Beispiel Verpackungen, Elektrogeräte und Autos. Irgendwann werden diese Produkte zu Abfall. Damit die Kunststoffe dann nicht verloren gehen, existieren verschiedene Regelungen unter dem Dach der Produktverantwortung. Diese sollen dafür sorgen, dass die Kunststoffe möglichst hochwertig verwertet werden.

Kunststoffabfälle in Deutschland

2013 fielen in Deutschland 5,68 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an. Der überwiegende Teil sind Produktabfälle, die beim privaten Endverbraucher oder im Gewerbe anfallen: etwa 4,75 Millionen Tonnen. Der Rest sind Produktions- und Verarbeitungsabfälle: 0,93 Millionen Tonnen. Die meisten Kunststoffabfälle stammen aus dem Verpackungsbereich: 1,4 Millionen Tonnen.

Gesetzliche Grundlagen

Für die Sammlung und Verwertung von Kunststoffen existiert kein eigenes gesetzliches Regelwerk. Allerdings sind ab 2015 Kunststoffabfälle getrennt zu sammeln. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) legt fest, dass ab 2020 mindestens 65 Gewichtsprozent des gesamten Siedlungsabfalls für die Wiederverwendung aufbereitet oder recycelt werden sollen (§ 14 Abs. 2). Siedlungsabfälle enthalten jedoch neben Kunststoffen auch andere Materialien. Auch für einzelne Abfallströme existieren allgemeine Vorgaben zum Umgang mit Kunststoffen. So müssen beispielsweise laut Elektro- und Elektronikgeräte-Gesetz aus Elektroaltgeräten solche Kunststoffe entfernt werden, die bromierte Flammschutzmittel  enthalten. Gemäß Altfahrzeug-Verordnung müssen große Kunststoffbauteile aus Altfahrzeugen, wie zum Beispiel Stoßfänger, Radkappen und Kühlergrille so getrennt werden, dass eine stoffliche Verwertung möglich ist (§ 12 Abs. 3.2.3.3.). Die Verpackungsverordnung  gibt für Kunststoffverpackungen spezifische Verwertungsziele vor. Danach sind diese zu mindestens 60 Prozent einer Verwertung zuzuführen, wovon wiederum 60 Prozent in werkstoffliche Verfahren gehen müssen.

Recycling und Verwertung

Die anfallenden Kunststoffe werden nahezu vollständig verwertet (in 2013 zu 99 Prozent). Dabei überwiegt die energetische Verwertung mit 57 Prozent. Der werkstofflichen Verwertung werden 41 Prozent der Kunststoffabfälle zugeführt, die rohstoffliche Verwertung liegt bei 1 Prozent. Eine Übersicht über das gesamte Aufkommen von Kunststoffabfällen und die Entsorgungswege im Jahr 2013 zeigt die folgende Tabelle „Aufkommen und Verbleib von Kunststoffabfällen nach Anfallorten in Deutschland 2013“.

Um das Recycling von Kunststoffabfällen zu fördern und deren getrennte Erfassung nach KrWG umzusetzen, ist die Einführung einer bundesweit einheitlichen Wertstofferfassung geplant. Mit den Verpackungen sollen dann auch andere Produktabfälle aus Kunststoff (und Metall) gemeinsam erfasst und verwertet werden. Wird die Sammlung von Verpackungen zu einer Wertstoffsammlung ausgeweitet, können weitere Stoffströme für die stoffliche Verwertung generiert werden. Das entlastet die Umwelt. In verschiedenen Kommunen und Landkreisen sind Projekte der sogenannten Wertstofftonne in der Testphase beziehungsweise wurden bereits umgesetzt, beispielsweise die Gelbe Tonne Plus in Leipzig oder die Wertstofftonne in Berlin. Das Umweltbundesamt hat mit mehreren Forschungsvorhaben die wissenschaftlichen Grundlagen für die Einführung einer umfassenderen Wertstoffsammlung und zur Anpassung der Verwertungsvorgaben bereitgestellt. Die Ergebnisse können Sie unter Publikationen einsehen.

Ein hohes Potenzial für die werkstoffliche Verwertung bieten vor allem gewerbliche Kunststoffabfälle, die heute häufig als Gemische anfallen und daher noch viel zu wenig recycelt werden. Der Entwurf für eine Novellierung der Gewerbeabfallverordnung sieht vor, diese Abfälle in der Zukunft vorrangig getrennt zu halten, um sie anschließend hochwertig recyceln zu können. Dennoch anfallende Gemische sollen grundsätzlich in Sortieranlagen mit einem technischen Mindeststandard sortiert werden, um die hierin enthaltenen Wertstoffe für eine werkstoffliche Verwertung zu erschließen. 

Alle Mengenangaben sind der industrieseitig erarbeiteten Studie „Produktion, Verarbeitung und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland 2013“ (Consultic GmbH) entnommen.

In Deutschland wurden im Jahr 2015 knapp über 99 Prozent der gesammelten 5,92 Millionen Tonnen an Kunststoffabfällen stofflich oder energetisch verwertet.
Tab: Aufkommen und Verbleib von Kunststoffabfällen nach Anfallorten in Deutschland 2015
Quelle: CONSULTIC Marketing & Industrieberatung GmbH Tabelle als PDF