Das Klima der Antarktis

Eine Eisschicht so weit das Auge reicht. Der Himmel ist bilderbuchblau und nur eine dünne Wolkenschicht ist am Horizont zu sehen. zum Vergrößern anklicken
Die extrem niedrigen Temperaturen machen Antarktika zum kältesten Kontinent der Erde.

Eisschicht in der Antarktis

Quelle: M. Müller/UBA

Antarktika ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen erreichen nur im Westen während des wärmsten Monats Januar Werte um den Gefrierpunkt und liegen ansonsten im Jahresdurchschnitt mit - 55°C weit darunter. Jedoch ist auch die Antarktis vom globalen Klimawandel betroffen und erwärmt sich vor allem im Bereich der antarktischen Halbinsel stärker als der Rest der Welt.

Die sehr niedrigen Temperaturen in der Antarktis gehen im Wesentlichen auf den geringen Eintrag von Strahlungsenergie zurück. Im Südsommer – wenn auf der Nordhalbkugel Winter herrscht – ist der Südpol zur Sonne geneigt und es herrscht 24 Stunden lang Tag. Wegen der Schiefe der Ekliptik, also der Neigung der Erdachse von 23,5° zur Ebene ihrer Umlaufbahn um die Sonne, treffen die Sonnenstrahlen selbst im Südsommer nur sehr flach auf die Oberfläche der Antarktis. Zusätzlich besitzt der Schnee ein starkes Reflektionsvermögen (Albedo), so dass die Sonnenenergie zum größten Teil gar nicht aufgenommen wird und die Wärmeabstrahlung größer als die Sonneneinstrahlung ist (negative Strahlungsbilanz der Antarktis). Selbst im Südsommer bei ganztägiger Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Antarktis nicht nennenswert. Im Südwinter (Nordsommer) herrscht am Südpol wegen der Neigung der Erdachse von der Sonne weg 24 Stunden lang Nacht, so dass keine Sonnenstrahlung den Kontinent erwärmt.

Starke regionale Unterschiede innerhalb der Antarktis

In den Küstengebieten der westlichen Antarktis herrscht ein eher ozeanisches, in der zentralen östlichen Antarktis ein eher kontinentales Klima. Allgemein nimmt die Temperatur von den Küsten zum Landesinneren ab, weil sich die Küsten unter dem Einfluss des Meeres nicht so stark abkühlen. Die mittlere Wintertemperatur beträgt an den Küsten -20 bis -30°C. Im Landesinneren liegen die Temperaturen im Winter mit -60° bis -70°C deutlich darunter und machen die Antarktis zum kältesten Kontinent der Erde. Die tiefste Temperatur wurde im Jahre 1983 an der russischen Forschungsstation Vostok im Osten der Antarktis gemessen, sie betrug -89,6°C. Im Sommer steigen die Temperaturen an den Küsten durchschnittlich auf -25 bis 0°C und im Landesinneren auf durchschnittlich -40°C.

Nur einige Gebiete der Antarktischen Halbinsel erreichen im Sommer regelmäßig Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Jedoch ist vor allem die Antarktische Halbinsel im Westen des Kontinents stark vom globalen Klimawandel betroffen. Keine Region der Erde wärmt sich derzeit schneller auf. So geben Temperaturdaten des „Oak Ridge National Laboratory” von Forschungsstationen auf der Antarktischen Halbinsel eine Erhöhung der Jahresmittelwerte von bis zu 2°C in den letzten 50 Jahren an. Für den gesamten Kontinent wurde eine Erwärmung von etwa 0,12°C pro Jahrzehnt nachgewiesen.

Extrem hohe Windgeschwindigkeiten und wenig Niederschläge

In der Antarktis herrschen starke Winde vor. Sie entstehen durch warme, in der Höhe einströmende Luftmassen, welche ein Hochdruckgebiet mit einem stabilen Schönwetterzentrum über dem Zentralplateau bilden. Diese Luftmassen kühlen sich ab, sinken nach unten und fließen zu den Küsten hin ab (Fallwinde). Diese katabatischen Winde spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Küstenpolynas, der Meereisbildung und damit der Entstehung von antarktischem Bodenwasser. Das Phänomen ist besonders ausgeprägt vor den großen Schelfeisflächen im Rossmeer und im Weddellmeer zu beobachten. Vor allem in den östlichen Gebieten herrschen sehr hohe Windgeschwindigkeiten vor. Die Sturmregion des King-George-Victoria-Landes verzeichnet im Jahr 340 Sturmtage mit Windgeschwindigkeiten bis über 300 km/h.

Der Niederschlag in der Antarktis fällt überwiegend als Schnee und überwiegend in den Wintermonaten. Im Einflussbereich des Hochdruckgebietes im Inneren der Antarktis entsteht Niederschlag ausschließlich durch das Abkühlen der absinkenden Höhenluft. Mit weniger als 50 mm pro Jahr sind die Niederschläge in der Zentralantarktis sehr gering und machen sie zu einer trockenen Eiswüste. Vom Landesinneren zu den Küstenregionen nehmen die Niederschläge zu, an den Küsten betragen sie etwa 600 mm pro Jahr. Auf den vorgelagerten Inseln kann der durchschnittliche Jahresniederschlag bis zu 1.000 mm betragen.

Übrigens:

Was ist der Unterschied zwischen antarktischem und arktischem Meereis?

Das Eis des Nordpolarmeeres ist mehrjährig und bedeckt im Winter fast das gesamte Nordpolarmeer. Die jahreszeitlichen Schwankungen in der Eisausdehnung sind geringer und es ist wärmer als in der Antarktis. Die Vereisung der Antarktis begann vor etwa 15 Millionen Jahren. Es ist kälter als in der Arktis, und die Eisausdehnung unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen. Während im Südsommer nur etwa vier Millionen Quadratkilometer von Meereis bedeckt sind, nimmt die Eisfläche im Südwinter etwa 20 Millionen Quadratkilometer ein. Das Meereis im Südpolarmeer ist demnach hauptsächlich einjährig.

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