Anerkannte Messgeräte und Messverfahren

In Deutschland werden besonders für Luft, Lärm und Wasser routinemäßige Messungen durchgeführt, die sicherstellen sollen, dass die Qualität der Umweltmedien kontrolliert wird und Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Qualität beurteilt werden können.

Messstellen und Messtechniken für Emissions- und Immissionsmessungen

In Deutschland werden besonders in den Umweltbereichen Luft, Lärm und Wasser routinemäßige Messungen durchgeführt, die sicherstellen sollen, dass die Qualität der Medien kontrolliert wird und Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Qualität beurteilt werden können. Emissions- und Immissionsmessungen die Luft betreffend werden durch die zuständigen Behörden selbst und durch für die Messaufgaben in einem besonderem Verfahren bekannt gegebene sachverständige Stellen durchgeführt. So wird die Einhaltung der Luftreinhaltevorschriften  überwacht und es werden durch diese Messungen Luftverunreinigungen am Ort ihres Entstehens (Emission) und an ihren Wirkungsorten (Immission) erfasst.

Beide Messtechniken unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der unterschiedlichen Schadstoffkonzentrationen, die gemessen werden müssen. Diese liegen bei den zu messenden Immissionen um den Faktor 10-3 bis 10-5 niedriger als bei Emissionen. Immissionsmessgeräte müssen daher eine wesentlich niedrigere Nachweisgrenze aufweisen als Emissionsmessgeräte. Emissionsmessungen erfordern dagegen oft die aufwendige Aufbereitung von Proben und eine niedrige Querempfindlichkeit gegenüber Störkomponenten in hohen Konzentrationen. Außerdem muss die Störanfälligkeit gegenüber aggressiven Gasen gering sein.

Die kontinuierliche Messung der wichtigsten Schadstoffemissionen von genehmigungspflichtigen Anlagen soll sicherstellen, dass die Auflagen zur Emissionsbegrenzung im täglichen Anlagenbetrieb eingehalten werden. Die Anlagenbetreiber haben bei verbindlichen Messungen einen Anspruch auf Gleichbehandlung und wollen vor ungerechtfertigten Folgen geschützt sein. Daher ist die Zuverlässigkeit und Richtigkeit der Messungen von großer Bedeutung. Diese Anforderungen (siehe unten) werden durch umfangreiche Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Messungen gewährleistet, die in den letzten drei Jahrzehnten schrittweise entwickelt, erprobt und in die Praxis eingeführt wurden. Zur Erfüllung der in der Bundesrepublik Deutschland geltenden Anforderungen hat die Emissionsmesstechnik einen hohen Technologiestand erreicht. Dies gilt auch für die Immissionsmesstechnik, die sich aufgrund der immer anspruchsvolleren Überwachungsziele gleichfalls fortentwickelt hat.

Anerkannte Sachverständige und Stellen

Anerkannte Sachverständige und Stellen übernehmen Mess- und Prüfaufgaben. Durch ihre Tätigkeit entlasten sie die Aufsichtsbehörden und sichern zugleich den hohen Qualitätsstandard der Ermittlungen, Messungen und Kalibrierungen.

Das Landesumweltamt Brandenburg stellt das „Recherchesystem Messstellen und Sachverständige″ (ReSyMeSa) zur Verfügung. Es informiert  zum Bekanntgabeumfang, zu Einschränkungen oder zu anderen Festlegungen für alle in der Bundesrepublik Deutschland bekannt gegebenen Stellen (Messinstitute) verschaffen.

Bestimmungen für Messeinrichtungen

Bundeseinheitliche Praxis bei der Überwachung der Emissionen

Bundeseinheitliche Praxis bei der Überwachung der Emissionen – RdSchr. d. BMU v. 13.06.2005 - Az.: IG I 2 - 45053/5, zuletzt geändert mit RdSchr. d. BMU v. 4.08.2010 – Az.: IG I 2- 51134/0

Richtlinien über

  • die Eignungsprüfung von Mess- und Auswerteeinrichtungen für kontinuierliche Emissionsmessungen und die kontinuierliche Erfassung von Bezugs- bzw. Betriebsgrößen und zur fortlaufenden Überwachung der Emissionen besonderer Stoffe,
  • den Einbau, die Kalibrierung und die Wartung von kontinuierlich arbeitenden Mess- und Auswerteeinrichtungen,
  • die Auswertung von kontinuierlichen Emissionsmessungen

Eine detaillierte Darstellung über die Regelungen zur Auswertung kontinuierlicher Emissionsmessungen enthält Vorgaben zur Statuskennung und Klassierung. Diese kann als Interpretationshilfe der Bundeseinheitlichen Praxis bei der Überwachung der Emissionen herangezogen werden:

Mindestanforderungen an die automatischen Immissionsmesseinrichtungen bei der Eignungsprüfung

  • Die Richtlinien für die Bauausführung und Eignungsprüfung von Messeinrichtungen zur kontinuierlichen Überwachung der Immissionen (Rundschreiben des BMU vom 19.8.1981 – U II 8 – 556 134 /4 - (GMBl 1981, S. 355 – 357) werden aufgehoben und ersetzt durch die Richtlinie VDI 4202 Blatt 1 vom Juni 2002: Mindestanforderungen an automatische Immissionsmesseinrichtungen bei der Eignungsprüfung – Punktmessverfahren für gas- und partikelförmige Luftverunreinigungen (GMBL 2002, Nr. ,S. ..).

Prüfpläne zur Eignungsprüfung von kontinuierlich registrierenden, automatischen Messeinrichtungen:

Leitfaden zur Emissionsüberwachung - überarbeitete Auflage von 2008

Leitfaden zur Immissionsüberwachung in Deutschland – 3. überarbeitete Auflage 2004 neu

TA Luft – Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz vom 24. Juli 2002, GMBl 2002, Nr. 25 - 29, S. 511 bis 605

Gegenseitige Anerkennung und Zulassung eignungsgeprüfter automatischer Emissionsmesseinrichtungen – bilaterale Zusammenarbeit mit Großbritannien

Bekanntgegebene "geeignete" Messgeräte - Übersichten im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl) und Bundesanzeiger (gegliedert nach Messobjekt, Messgerätetyp, Herstellername, bibliographische Angaben):

Detaillierte Messgeräte-Bekanntgaben des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit – veröffentlicht in den Gemeinsamen Ministerialblättern (GMBl) unter der Überschrift "Bundeseinheitliche Praxis bei der Überwachung der Emissionen und der Immissionen". Nach den neusten einschlägigen Vorschriften zum Bundes-Immissionsschutzgesetz sind die geeigneten Messeinrichtungen neuerdings im Bundesanzeiger zu veröffentlichen.

  • Bekanntgaben eignungsgeprüfter Messeinrichtungen im GMBl. und im Bundesanzeiger

Konventionsmessverfahren für Vergleichsmessungen bei der Kalibrierung von automatischen Messeinrichtungen sind in einschlägigen VDI-Richtlinien beschrieben. Die Richtliniensammlung wird von der Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) betreut und koordiniert. In Arbeitgruppen wirken ehrenamtliche Experten aus Industrie, Forschung u. Entwicklung, Hochschulen und Umweltschutzbehörden an neuen Richtlinien bzw. deren Aktualisierung mit.

Siehe in den Technischen Regelwerken „VDI /DIN – Handbuch Reinhaltung der Luft” insbesondere in den Bänden 1, 4 und 5
Diese VDI-Richtlinien können über den Beuth-Verlag bezogen werden.

Grundlagen der Qualitätssicherung von Messungen

Die Qualität von Emissions- und Immissionsmessungen beruht im Wesentlichen auf Programmen, an deren Realisierung Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung sowie die auf Grund ihrer wichtigen Aufgaben besonders herausgestellten anerkannten Mess- und Prüfstellen, unterschiedlichen Anteil haben.

Die Qualität der Messungen wird gesichert durch:

  • die Bereitstellung von Referenzmessverfahren,
  • Vorbereitung und Durchführung von Eignungsprüfungen für Messgeräte,
  • Qualifizierung und Anerkennung sachverständiger Stellen,
  • Ringversuche für Messaufgaben im Bereich der Emissions- und Immissionsüberwachung für akkreditierte Messstellen.
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Bekanntgegebene "geeignete" Messeinrichtungen

Die Listen zu Emissionsmessgeräten, Immissionsmessgeräten, Auswerterechnern sowie Halogenkohlenwasserstoffen werden fortlaufend aktualisiert. Die Datumsangabe zu den einzelnen Messobjekten gibt den Stand der letzten Aktualisierung gemäß Bekanntgabe an.