Gewerbliche Siedlungsabfälle

Ein Müllcontainer steht auf der Straße, daneben steht ein Bürostuhlzum Vergrößern anklicken
Großer Müllcontainer und ein vergessener Bürostuhl - Sinnbild für gewerbliche Siedlungsabfälle
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Die Verwertung von Abfällen schont Ressourcen und stärkt die Abfallwirtschaft. Gerade Siedlungsabfälle haben ein hohes Recyclingpotenzial. Das UBA erforscht Lösungsansätze zur Nutzung dieser Potenziale.

Bestandteile und Entsorgung

Abfallrechtliche Regelungen sollen die Kreislaufwirtschaft voranbringen. Es gilt, natürliche Ressourcen zu schonen sowie den Umwelt- und Gesundheitsschutz in der Abfallwirtschaft zu gewährleisten. Die in Paragraf sechs Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verankerte fünfstufige Abfallhierarchie legt die Rangfolge der Maßnahmen zur Vermeidung und Bewirtschaftung von Abfällen fest.

Danach sind Abfälle:

  1. zu vermeiden
  2. wiederzuverwenden
  3. zu recyceln
  4. zu verwerten (insbesondere energetisch) oder
  5. zu beseitigen.

Durch das Schließen von Kreisläufen und die Nutzung insbesondere der stofflichen Potenziale von Abfällen, werden wertvolle Primärrohstoffe ersetzt und damit geschont.

Gewerbliche Siedlungsabfälle sind gewerbliche und industrielle Abfälle. Sie ähneln Abfällen aus privaten Haushaltungen aufgrund ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung. Sie können sowohl getrennt vom Hausmüll (in Wechselbehältern) oder gemeinsam mit Hausmüll als sogenannter „Geschäftsmüll“ (in Umleerbehältern) gesammelt werden. Die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) regelt den Umgang mit diesen Abfällen und stellt Anforderungen an eine hochwertige Verwertung dieser Abfälle fest.

Für die im Gewerbebereich getrennt gesammelten Abfallfraktionen liegen keine statistischen Mengenangaben vor. Gemäß der Statistik „Abfallentsorgung“ des Statistischen Bundesamtes wurden bei Abfallbehandlungsanlagen im Jahr 2010 insgesamt circa 3,45 Millionen Tonnen (t) gemischte gewerbliche Siedlungsabfälle, drei Millionen t gemischte Bau- und Abbruchabfälle und 2,35 Millionen t Verpackungsabfallgemische angeliefert.

Die Entsorgung von gemischten gewerblichen Siedlungsabfällen war und ist immer wieder Anlass abfallwirtschaftlicher Diskussionen. Vor allem weil die Daten- und Wissensgrundlage zu diesen mengen- und ressourcenrelevanten Abfällen lückenhaft ist. Die Entsorgungswege erscheinen aus Umwelt- und Ressourcenschutzsicht oft optimierungswürdig. In einem Forschungsprojekt wurden daher verfügbare Daten und Informationen zur Zusammensetzung, zum Mengengerüst und zu den Entsorgungsstrukturen der Abfälle zusammengetragen. Der in gemischten gewerblichen Siedlungsabfällen enthaltene Wertstoffgehalt (Holz, Kunststoff, Metalle, PPK) liegt bei circa 52 Prozent. Weil derzeit nur circa 43 Prozent der 6,4 Millionen t Siedlungsabfall überhaupt mechanischen Vorbehandlungsanlagen zugeleitet werden und oft auf „einfachste Weise“ sortiert wird, beträgt die derzeitige Quote aussortierter Wertstoffe lediglich 16,5 Prozent.

Basierend auf der geschätzten derzeitig aussortierten Wertstoffmenge von 0,46 Millionen t einerseits und den Wertstoffgehalten der Abfälle andererseits ergeben sich große Optimierungspotenziale. Sie liegen in einer Spannbreite von 1,1 bis maximal 3,2 Millionen t. Der stofflichen Nutzung von 1,1 Millionen t pro Jahr entsprechen circa 13 kg/E*a. Basierend auf diesen Daten wurden Lösungsansätze zur Nutzung der Optimierungspotenziale erarbeitet und Ansätze für eine mögliche Weiterentwicklung der Gewerbeabfallverordnung skizziert. Die Ergebnisse sind abrufbar unter „Aufkommen, Verbleib und Ressourcenrelevanz von Gewerbeabfällen“.

Die Fragestellung, welcher Entsorgungsweg (stofflich/energetisch) für die in Gewerbeabfallgemischen enthaltenen Stoffe (z.B. Kunststoffe, PPK) der aus ökologischer Sicht am besten geeignet ist, verfolgen wir derzeit in einem UFOPLAN-Projekt. Das Projekt startete 2012 und endet Anfang 2014. Informationen dazu finden Sie in der Projektdarstellung.

Grafik Gewerbeabfallgemische
Entsorgungspfade von gewerblichen Siedlungsabfallgemischen
Quelle: Umweltbundesamt