Verpackungen

Gelbe Säcke mit Verpackungsmüllzum Vergrößern anklicken
Gelbe Säcke mit weggeworfenen Plastikverpackungen
Quelle: Zauberhut / Fotolia.com

Tipp-Box

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Verpackungen gehören zum täglichen Leben. Sie haben nützliche und notwendige Funktionen. Doch es gibt auch eine Schattenseite. Allein im Jahr 2014 fielen 17,8 Millionen Tonnen Verpackungsmüll an. Wie können wir die Auswirkungen auf die Umwelt mindern? Welche gesetzlichen Vorgaben existieren und was kann jeder und jede Einzelne von uns tun?

Im Jahr 2014 fielen 17,8 Millionen Tonnen Verpackungen in Deutschland an. Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton haben dabei den größten Anteil mit etwa 8,1 Millionen Tonnen. Es folgen Verpackungen aus Kunststoffen (2,9 Millionen Tonnen), Glas (2,7 Millionen Tonnen) und Holz (3,0 Millionen Tonnen).

Recycling und Verwertung

Die Vielfalt der Verpackungen ist groß. Entsprechend viele unterschiedliche Verfahren gibt es, um sie wiederzuverwerten. So werden Leichtverpackungen von privaten Endverbrauchern vorwiegend im Gelben Sack oder der Gelben Tonne erfasst. Entsorgungsunternehmen sammeln diese im Auftrag der Dualen Systeme ein und bringen sie zu Sortieranlagen. Dort erfolgt eine Trennung in verschiedene Wertstofffraktionen. Weißblech, Aluminium, Getränkekartons und getrennte Kunststoffarten (PE, PP, PET, PS) gehen in die stoffliche Verwertung. Mischkunststoffe werden zum Teil weiteraufbereitet und dann stofflich oder energetisch verwertet. Sortierreste werden energetisch verwertet.

Bestimmte Getränkeverpackungen sind mit einem Pfand belegt. Mehrweg-Getränkeverpackungen werden dabei so lange im Kreislauf geführt, bis die Abfüller sie aussortieren, zum Beispiel weil sie beschädigt oder zu sehr abgenutzt sind. Die Aussortierten Flaschen und Kästen können zu neuen Flaschen und Kästen recycelt werden. Mehrwegflaschen erkennen Sie in der Regel entweder am Mehrwegzeichen des Arbeitskreises Mehrweg GbR, dem Umweltzeichen „Blauer Engel“, oder an der Aufschrift „Mehrweg“, „Mehrwegflasche“ oder „Mehrweg-Pfandflasche auf dem Etikett oder an der Reliefschrift „Leihflasche“ auf der Flasche selbst. Weitere Informationen zur Pfandpflicht auf Getränkeverpackungen hat das Bundesumweltministerium in dem Dokument „Fragen und Antworten zur Pfandpflicht“ zusammengetragen.

Das Pfandsystem für Einweggetränkeverpackungen sorgt dafür, dass diese hochwertig verwertet werden können. Aus Einweg Kunststoffflaschen können so beispielsweise neue Flaschen oder Textilien hergestellt werden. Sie können bepfandete Einweg-Getränkeverpackungen insbesondere am bundesweit einheitlichen DPG-Kennzeichen erkennen (DPG = Deutsche Pfandsystem GmbH).

Transportverpackungen wie beispielsweise Paletten, Kisten oder Fässer werden häufig als Mehrwegsysteme in Kreisläufen geführt. Wenn sie zu beschädigt sind, um einen sicheren Transport zu gewährleisten, werden sie repariert oder der Verwertung zugeführt.

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Gesetzliche Grundlagen

Verpackungen dienen dazu, Produkte sicher von A nach B zu transportieren (Transportverpackungen). Sie enthalten Waren und schützen sie (Verkaufsverpackungen). Teilweise sind Verpackungen nicht zwingend erforderlich, dienen aber der Darbietung von Erzeugnissen (Umverpackungen, beispielsweise Faltschachteln um Zahnpastatuben oder Parfümflaschen). Sowohl die Produktion der Verpackungen als auch der Transport und die Entsorgung belasten die Umwelt.

Um einem ständigen Anstieg der Verpackungsmengen entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung 1991 die Verpackungsverordnung erlassen. 1994 verabschiedete die EU die Verpackungsrichtlinie. Zur Anpassung der deutschen Regelungen an die EU-Vorgaben fasste die Bundesregierung die Verpackungsverordnung 1998 neu. Seitdem wurde sie mit bislang sieben Änderungsverordnungen an Änderungen im EU-Recht und aktuelle Herausforderungen angepasst.

Als erste Regelung in Deutschland adressierte die Verpackungsverordnung die abfallwirtschaftliche Produktverantwortung an die Herstellerinnen und Hersteller. Diese sind zur Rücknahme ihrer in Verkehr gebrachten Verpackungen verpflichtet. Anschließend müssen sie die Verpackungen erneut verwenden oder verwerten (lassen). Verkaufsverpackungen die typischerweise bei privaten Endverbrauchern anfallen müssen von denjenigen Unternehmen die sie zum ersten Mal in Deutschland in Verkehr bringen bei einem Dualen System beteiligt werden. Diese Verpackungen müssen nicht vom Verkäufer zurückgenommen werden. Bei bepfandeten Einweggetränkeverpackungen hat auch der Handel Rücknahmepflichten. Durch die Pfandpflicht auf bestimmte Einweg-Getränkeverpackungen sollen Mehrwegsysteme gestützt, die Verwertung gestärkt und die unkontrollierte Entsorgung von Einwegflaschen und Dosen (Vermüllung oder Littering) eingedämmt werden. Händler die pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen verkaufen sind zur Rücknahme von bepfandeten Einweggetränkeverpackungen aus den Materialien verpflichtet, die er selbst in Verkehr bringt. Wer also nur bepfandete Kunststoffeinwegflaschen in Verkehr bringt muss auch nur Kunststoffeinwegflaschen gegen Auszahlung des Pfandbetrags zurücknehmen. Verkauft er keine bepfandeten Dosen ist er auch nicht zur Rücknahme von Dosen verpflichtet. Geschäfte mit einer kleinen Verkaufsfläche (unter 200 m²) können die Rücknahme auf die Einwegverpackungen der Marken beschränken, die sie in ihrem Angebot haben.

Verwertungsquoten für Verpackungen

Die Verpackungsverordnung legt fest, dass jährlich mindestens 65 Prozent der gesamten Verpackungsabfälle verwertet werden sollen, mindestens 55 Prozent stofflich. Diese Vorgaben werden sicher erfüllt. 2014 wurden 97,6 Prozent der gesamten in Deutschland angefallenen Verpackungsabfälle verwertet, 71,4 Prozent davon stofflich. Für Verpackungen aus Papier, Glas, Weißblech, Aluminium, Kunststoff und Verbunde, die bei privaten Endverbrauchern anfallen, gibt die Verpackungsverordnung Quoten für die stoffliche Verwertung vor. Diese liegen bei 36 Prozent für Kunststoffverpackungen, 60 Prozent für Aluminium- und Verbundverpackungen, 70 Prozent für Weißblech- und Papierverpackungen und bei Glasverpackungen bei 75 Prozent. Diese Quoten werden deutlich übertroffen.

Aktuelle Herausforderungen

In der Regel landen neben ordnungsgemäß lizenzieren Verpackungen auch nicht-lizensierte Verpackungen und Nicht-Verpackungen in den Gelben Säcken und den Gelben Tonnen. Diese werden aus wirtschaftlichen Gründen ebenfalls (stofflich) verwertet. Die Schnittstelle zur Bemessung der Verwertungsquoten ist aus Praktikabilitätsgründen am Eingang der Verwertungsanlage bzw. dem Ausgang der Sortieranlage. Dadurch sind die vorgegebenen Quoten sehr leicht zu erreichen und geben keine zusätzlichen Anreize für ein stärkeres Recycling. Um das Recycling von Verpackungen wieder zu unterstützen und die Umwelt zu entlasten sollten die Verwertungsquoten auf ein anspruchsvolles Niveau erhöht werden. Würde die Sammlung von Verpackungen zu einer Wertstoffsammlung ausgeweitet, könnte dies weitere Stoffströme für die stoffliche Verwertung generieren. In verschiedenen Kommunen und Landkreisen sind Projekte der sogenannten Wertstofftonne in der Testphase beziehungsweise wurden bereits umgesetzt, beispielsweise die Gelbe Tonne Plus in Leipzig oder die Wertstofftonne in Berlin. Das Umweltbundesamt hat in mehreren Forschungsvorhaben die wissenschaftlichen Grundlagen für eine umfassendere Wertstoffsammlung und zur Anpassung der Verwertungsvorgaben erarbeitet. Die Ergebnisse können Sie unter Publikationen einsehen.

Die Verpackungsverordnung enthält das allgemeine Ziel, die Auswirkungen von Abfällen aus Verpackungen auf die Umwelt zu vermeiden oder zu verringern. Dies wird durch die Abfallhierarchie unterlegt. Danach sind Verpackungsabfälle in erster Linie zu vermeiden. Konkrete gesetzliche Vorgaben für eine solche Vermeidung von Verpackungsabfällen existieren bislang nicht. Hier kann jeder von uns dazu beitragen, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Tipps finden Sie in der Tipp-Box.