Landwirtschaft

Obwohl die Landwirtschaft einen sinkenden Anteil an der Wirtschaftsleistung hat, nimmt sie als größter Flächennutzer Deutschlands erheblichen Einfluss auf Böden, Gewässer, Luft, die biologische Vielfalt - und auf die Gesundheit der Menschen.

Inhaltsverzeichnis

 

Landwirtschaft heute

Über die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Entsprechend groß und vielseitig sind ihre Auswirkungen auf Umwelt und Landschaft. Agrarlandschaften sind Lebensraum für zahlreiche wildlebende Tiere und Pflanzen, dienen als Speicher und Filter für Wasser und prägen das Landschaftsbild gewachsener Kulturlandschaften. In den letzten 60 Jahren hat die Landwirtschaft in Deutschland ihre Produktion enorm gesteigert. Ein Landwirt ernährt heute mehr als 140 Menschen – mit steigender Tendenz. Die Produktion nachwachsender Rohstoffe zur stofflichen und energetischen Nutzung (zum Beispiel Biomais) nimmt ebenfalls zu. Diese intensive Landwirtschaft verursacht erhebliche Umweltwirkungen.

Maisfeld
Aus Mais kann Bioenergie werden - besser ist jedoch die Nutzung von Reststoffen, wie Gülle
Quelle: Marc Rathmann / UBA
 

Umweltwirkungen

Die Landwirtschaft arbeitet in offenen Systemen. Der Einsatz von Maschinen zur Bodenbearbeitung und Ernte sowie die intensive Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln beeinflusst den Boden, das Wasser, die Luft und die in der Agrarlandschaft lebenden Tiere und Pflanzen. Die auf Ertragssteigerung ausgerichtete Intensivlandwirtschaft hinterlässt nicht nur eintönige, ausgeräumte Agrarlandschaften; schwere Maschinen und die intensive Bodenbearbeitung können außerdem Bodenverdichtungen und Bodenunfruchtbarkeit verursachen und steigern die Gefahr für Wasser- und Winderosionen. Die intensive Stickstoffdüngung (organisch und mineralisch) ist für Nitratbelastungen des Grundwassers und die Nährstoffüberversorgung (Eutrophierung) von Flüssen, Seen und Meeren verantwortlich.

Der Verlust der Artenvielfalt und der mit Landnutzungsänderungen (vor allem Grünlandumbruch und Moornutzung), Düngemittelausbringung, Bodenbearbeitung und Tierhaltung verbundene Ausstoß klimawirksamer Treibhausgase sind weitere Folgen intensiver Landwirtschaft.

Traktor mit Gülleanhänger
Gülleausbringung
Quelle: Hans van der beele / Thinkstock
 

Ziele einer umweltfreundlichen Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist für den Erhalt und Schutz unserer natürlichen Ressourcen von großer Bedeutung. Ziel einer umweltfreundlich gestalteten Landwirtschaft muss es sein, negative Auswirkungen auf die Schutzgüter Boden, Luft, Wasser und Biodiversität zu vermeiden, Kulturlandschaften zu erhalten und gleichzeitig die regionale Entwicklung zu fördern.

Voraussetzung dafür sind ausreichende rechtliche Grundlagen und eine umweltfreundliche Ausgestaltung der Agrarpolitik.

Das Ordnungsrecht und die Ausgestaltung der europäischen und nationalen Agrarpolitik bieten Möglichkeiten, Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft zu verhindern und eine umweltschonende Bewirtschaftung der Flächen zu gewährleisten. Dies kann einerseits über gesetzliche Vorschriften und deren Bindung an die EU-Direktzahlungen und andererseits über attraktive Anreize zur Erbringung höherer Umweltleistungen gelingen.

Landwirte, die über die obligatorischen Anforderungen hinaus zusätzliche Güter und Dienstleistungen bereitstellen und sich freiwillig zum Schutz der Umwelt und zum Erhalt der Landschaften verpflichten, werden dafür bei der Teilnahme an Agrarumweltmaßnahmen finanziell unterstützt. Hierzu gehören beispielsweise Anbauverfahren und Techniken, die den Boden verbessern und Erosion vermindern, Produktionsweisen, die dem Schutz der Biodiversität und dem Klima dienen (zum Beispiel extensiver Grünlanderhalt) sowie der Ökologische Landbau.

Hügelige Landschaft mit Wiesen und Wäldern
Hügelige Landschaft mit Wiesen und Wäldern
Quelle: CC Vision