Ausgaben für den Umweltschutz

Staat und Wirtschaft gaben im Jahr 2010 etwa 1,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für den Umweltschutz aus. Damit setzte sich die relativ stabile Entwicklung der Umweltschutzausgaben fort. Der größte Teil der Ausgaben entfiel auf die Abfallentsorgung und den Gewässerschutz.

Entwicklung der Umweltschutzausgaben

Umweltschutzausgaben umfassen Investitionen für Anlagen des Umweltschutzes sowie laufende Ausgaben für deren Betrieb (siehe Abb. „Entwicklung der Umweltschutzausgaben“). Erfasst werden dabei

  • Unternehmen des Produzierenden Gewerbes,
  • staatliche Institutionen (also Bund, Länder, Kreise, Gemeinden sowie übergemeindliche Zweckverbände) sowie
  • privatisierte öffentliche Unternehmen der Abfallentsorgung und der Abwasserwirtschaft, an denen die öffentliche Hand mit mehr als fünfzig Prozent beteiligt ist.

Die im Folgenden dargestellten Ausgaben sind als Untergrenze der gesamtwirtschaftlichen Ausgaben für den Umweltschutz anzusehen, da für manche Teilbereiche die entsprechenden Daten nicht zur Verfügung stehen. So fehlen zum Beispiel Angaben für die Bereiche Landwirtschaft, Bauwirtschaft, für Teile des Dienstleistungssektors sowie für die privaten Haushalte. Darüber hinaus wird vermutlich der integrierte Umweltschutz unterschätzt. Viele prozessorientierte Innovationen beispielsweise dienen der Kostenersparnis, nutzen aber zugleich der Umwelt, weil sie Ressourcen sparen und Emissionen vermindern. Von der Statistik für Umweltschutzausgaben werden solche Maßnahmen nur sehr unvollständig erfasst. Ebenfalls werden die Ausgaben für den Klimaschutz unterschätzt, da hier derzeit nur die Ausgaben des Produzierenden Gewerbes erfasst werden, nicht jedoch die Ausgaben des Staates und der privatisierten öffentlichen Unternehmen.

Im Jahr 2010 (letzte verfügbare Daten des Statistischen Bundesamtes) gaben Wirtschaft, Staat und privatisierte öffentliche Unternehmen insgesamt 1,4 Prozent (%) des Bruttoinlandsprodukts und damit rund 35,8 Milliarden (Mrd.) Euro für den Umweltschutz aus. Davon entfielen rund 8,8 Mrd. Euro auf das Produzierende Gewerbe, 8,3 Mrd. Euro auf die öffentlichen Haushalte (Staat) und 18,7 Mrd. Euro auf die privatisierten öffentlichen Unternehmen.

In den letzten Jahren gewannen die laufenden Ausgaben gegenüber den Investitionen ein immer stärkeres Gewicht (siehe Tab. „Umweltschutzausgaben“). Während die Umweltschutzinvestitionen zwischen 2000 und 2010 um 0,6 Mrd. Euro (-6,6%) zurückgingen, stiegen die laufenden Ausgaben um 3,3 Mrd. Euro (+14,1%) gegenüber. Verantwortlich hierfür ist der mittlerweile zunehmende Bestand an Umweltschutzanlagen.

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Ausgaben nach Umweltbereichen

Auf die Bereiche Abfallentsorgung und Gewässerschutz entfielen im Jahr 2010 zusammen 80,2 Prozent (%) der Ausgaben (Abfallentsorgung 41,8 %, Gewässerschutz 38,4 %). Weitere 7,4 % der Ausgaben wurden für Luftreinhaltung verwendet, 6,0 % für den Klimaschutz, 3,9 % für den Naturschutz und 2,5 % für die Bereiche Lärmschutz, Bodensanierung und Reaktorsicherheit (siehe Abb. „Umweltschutzausgaben nach Umweltbereichen im Jahr 2010“). Die Angaben zu den Umweltschutzausgaben nach Umweltbereichen werden regelmäßig vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

Die Abbildung schlüsselt die Umweltschutzausgaben des Jahres 2010 auf. Die höchsten Ausgaben entfielen im auf die Bereiche Abfallentsorgung mit 15 Milliarden Euro und Gewässerschutz mit 14 Milliarden Euro.
Umweltschutzausgaben nach Umweltbereichen im Jahr 2010
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF