Trends der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland

Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Luftreinhaltung sind wirksam: Sowohl die Treibhausgasemissionen als auch die Emissionen der klassischen Luftschadstoffe konnten in den letzten 20 Jahren deutlich reduziert werden. So hat Deutschland seine Minderungsverpflichtung aus der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls übererfüllt.

Deutschland ist erfolgreich in Sachen Emissionsminderung: Bis zum Jahr 2012 konnten in Deutschland die Emissionen gegenüber dem Basisjahr (1990 bzw. 1995 für die F-Gase) um insgesamt 26 Prozent reduziert werden. In der ersten Kyoto-Periode von 2008 bis 2012 wurde somit die eingegangene Verpflichtung von minus 21 Prozent deutlich und nachhaltig übertroffen.

Der starke Rückgang der Emissionen ist in den frühen 1990er Jahren hauptsächlich auf Umstrukturierungsprozesse in den neuen Bundesländern und den damit einhergehenden Umstieg auf emissionsärmere Energieträger, also von Kohle auf flüssige und gasförmige Brennstoffe, sowie auf die Stilllegung veralteter Anlagen und eine Verringerung von Tierzahlen in der Landwirtschaft zurückzuführen. Dagegen wirkt in den letzten Jahren vor allem die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien emissionsmindernd.

Im letzten berichteten Jahr 2015 wurden die Treibhausgasemissionen um insgesamt 28,1 Prozent gegenüber 1990 reduziert.

Die Kohlendioxidemissionen wurden zwischen 1990 und 2015 um 24,7 Prozent gesenkt. Zurückgegangen sind auch die Methanemissionen (minus 53 Prozent) und die Lachgasemissionen (minus 39 Prozent). Leicht abgenommen haben auch die Emissionen der fluorierten Gase. Zusammen sind die Emissionen von HFCs, PFCs, SF6 & NF3, die als Ersatzstoffe für die in den 1990er Jahren verbotenen FCKWs eingesetzt werden um über 13 Prozent gesunken.

Das heißt, dass fast 350 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent-Emissionen eingespart wurden. Die einzelnen Treibhausgase trugen in unterschiedlichem Maße zu dieser Entwicklung bei:

Kohlendioxid war im Jahr 2015 mit einem Anteil von 88 Prozent das wichtigste Treibhausgas. Es entsteht größtenteils bei stationärer und mobiler Verbrennung, also etwa beim Betrieb von Kraftwerken oder Automobilen. Durch den starken Rückgang der Emissionen der anderen Treibhausgase ist der relative Anteil der CO2-Emissionen an den Gesamtemissionen seit 1990 um fast 4 Prozentpunkte gestiegen (siehe Daten: "Kohlendioxid-Emissionen").

Methan-Emissionen, die vor allem aus der Tierhaltung, der Brennstoffverteilung und aus Deponien entweicht, haben im Jahr 2015 noch einen Anteil von 6,2 Prozent. Seit 1990 sind diese Emissionen um 53 Prozent zurückgegangen (siehe Daten: "Methan-Emissionen").

Lachgas ist im Jahr 2015 mit 4,3 Prozent an den Treibhausgas-Emissionen beteiligt – das sind 39 Prozent weniger im Vergleich zum Basisjahr 1990. Lachgas emittiert vor allem aus landwirtschaftlich genutzten Böden, bei Industrieprozessen und aus dem Verkehr (siehe Daten "Distickstoffoxid-Emissionen").

Die fluorierten Kohlenwasserstoffe haben 2015 einen Anteil von etwa 1,7 Prozent an den Gesamtemissionen. Da sie als Ersatzstoffe für die verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) eingesetzt werden, verzeichnet diese Emissionsgruppe in den letzten Jahren einen steigenden Trend, der auch in den kommenden Jahren weiter anhalten wird, obwohl die Emissionen gegenüber dem Vorjahr minimal gesunken sind (siehe Daten "Emissionen fluorierter Treibhausgase").

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