Gefahrstoffschnellauskunft des Umweltbundesamtes

Ein Feuerwehrmann hält den Schlauch, aus dem Schaumlöschmittel quillt, im Hintergrund ist Feuerzum Vergrößern anklicken
Feuerwehr löscht einen Großbrand
Quelle: Kzenon / Fotolia.com

Gefahrstoffe und Gefahrgüter besitzen gefährliche Eigenschaften. Sie können die menschliche Gesundheit gefährden oder den Tod herbeiführen, die Umwelt nachhaltig schädigen, explodieren, brandfördernde Eigenschaften besitzen oder leicht entzündlich sein. Die Gefahrstoffschnellauskunft stellt im Falle eines Unfalls auf Straße oder Schiene Informationen über die verschiedenen Gefahren bereit.

Die Gefahrstoffschnellauskunft ist Teil des Gemeinsamen Stoffdatenpools des Bundes und der Länder.Sie kann von öffentlich-rechtlichen Institutionen des Bundes und einiger Länder sowie von Institutionen, die öffentlich-rechtliche Aufgaben wahrnehmen, genutzt werden. Das sind u.a. Feuerwehr, Polizei oder andere Einsatzkräfte.

Für spezielle Informationen zur Klassifizierung von Gefahrgut steht die Datenbank GEFAHRGUT der Bundesanstalt für Materialprüfung und -forschung (BAM) zur Verfügung.

Welche Informationen hat die Gefahrstoffschnellauskunft?

Die GSA hat Informationen und Hinweise zur Entscheidungsunterstützung für:

  • den Umweltschutz
  • die Umweltvorsorge
  • die Kooperation der Einsatzkräfte

Ziel der GSA

Ziel der GSA ist, der Feuerwehr, der Polizei, des Technischen Hilfswerks oder anderen Einsatzkräften

  • schnelle Auskunft zu gefährlichen Stoffen zu geben
  • bei Störfällen und Unfällen mit umweltgefährdenden Stoffen Informationshilfen zur Verfügung zu stellen
  • Lagerung und Transport umweltgefährdender Stoffe überprüfen zu helfen
  • durch Hinweise Gefahren und Schäden durch umweltgefährdende Stoffe zu vermeiden

Woher ist der Datenbestand der GSA?

Der Datenbestand der GSA umfasst einen Teil des gemeinsamen zentralen Stoffdatenpools des Bundes und der Länder (GSBL). Die Daten haben einen eingeschränkten Merkmalsumfang, der 2012 und 2013 von einer Feuerwehrarbeitsgruppe festgelegt wurde.

Die aktuelle Version der GSA enthält Daten zu ca. 93.000 Stoffen aus folgenden Quellen:

  • des Brandweerinformatiecentrum Gevaarlijke Stoffen (BIG, Belgien)
  • vom BgVV ausgewählte Datenbestände aus Chemis-BgVV
  • Daten aus CHEMIS-UBA
  • Daten aus RESY
  • transportrechtliche Einstufungen der Datenbank GEFAHRGUT der BAM
  • Daten des Instituts für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge
  • weitere kleine Datenbestände des GSB

Welche Informationen hat die GSA?

Die GSA hält Informationen bereit zu:

  • Stoffnamen
  • deutschen, englischen und französischen Synonymen sowie Handelsnamen
  • Registriernummern wie CAS-Nr., EG-Nr. u.a.
  • Physikalischen und chemischen Stoffeigenschaften wie Schmelzpunkt, Flammpunkt, Zersetzungstemperatur, Wasserlöslichkeit u.a.
  • Fakten aus gesetzlichen Regelungen wie MAK-Werte, UN-Nummer, Wassergefährdungsklasse, Einstufung und Kennzeichnung nach GHS u.a.
  • Erscheinungsbild und Stoffeigenschaften wie Farbe, Geruch u.a.
  • Umweltgefahren wie Wassergefährdung, Ökotoxizität, u.a.
  • Gesundheitsgefahren und Erster Hilfe
  • Brand- und technischen Gefahren
  • Gegenmaßnahmen nach Freisetzung und Brand
  • Schutzausrüstungen für Einsatzkräfte

Welchen Zugang haben Feuerwehr, Polizei oder andere Einsatzkräfte?

  • Paßwortgeschützter Internetzugang
  • Hotline bei Zugangsproblemem werktags zwischen 8:00 Uhr und 16:00 Uhr
  • App, um offline vor Ort notwendige Informationen für Einsatzentscheidungen zu erhalten

Zugang zur GSA-App

Zugang zur App erhalten alle Nutzer der GSA. Die Berechtigung zur Nutzung der GSA wird über die Seite www.gsblintern.de beantragt. Die Zulassung erteilt das UBA oder die entsprechende Anlaufstelle eines Bundeslandes. Die App ist nach Zulassung auf mobile Endgeräte einfach herunterladbar. 

Wie wird die GSA weiterentwickelt?

Die GSA erhält neue Informationen durch:
•    ständige Web-Recherche
•    Umsetzung der Anforderungen des Feuerwehrarbeitskreises zu einer neuen Oberfläche

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 GSBL  Gefahrstoffschnellauskunft  Chemikalie  Feuerwehr