Autokauf

drei Autos stehen auf einem gepflasterten Platz, eine Frau und ein Mann ziehen ein grünes Tuch vom mittleren Auto, um es zu enthüllen. Im Hintergrund steht ein Banner des Verkehrsclubs Deutschlandzum Vergrößern anklicken
Am 12. August 2015 enthüllte der VCD die Siegerautos der VCD Auto-Umweltliste 2015/2016.
Quelle: VCD / Benjamin Pritzkuleit

Unsere Tipps

  • Kaufen Sie ein Auto mit geringem Kraftstoffverbrauch.
  • Es muss nicht immer das eigene Auto sein: Wenn Sie Ihr Auto nicht täglich benötigen, könnte Car-Sharing eine gute Alternative für den Autokauf sein.

Gewusst wie

Ein Großteil der Umweltbelastungen von Autos wird beim Gebrauch verursacht: vor allem Treibhausgase wie CO2 und Schadstoffe wie Stickoxide. Hinzu kommen weitere Umweltwirkungen wie Flächenverbrauch und Versiegelung, Zerschneidung von Lebensräumen und Lärm.

Sparsame Autos: Die CO2-Emissionen eines Autos und damit seine Klimawirksamkeit hängen direkt vom Kraftstoffverbrauch ab: Pro Liter Benzin werden etwa 2,33 kg CO2, pro Liter Diesel 2,65 kg CO2 freigesetzt. Da helfen kein Katalysator und kein Filter. Auch die Kosten für das Tanken steigen linear mit dem Verbrauch. Es lohnt sich deshalb doppelt, ein Auto mit einem möglichst geringen Kraftstoffverbrauch zu wählen. Denn mit Ihrer einmaligen Kaufentscheidung legen Sie Tankkosten und CO2-Emissionen für das ganze ca. zwölfjährige Autoleben fest. Händler und Hersteller sind gesetzlich verpflichtet, Kraftstoffverbrauch und spezifische CO2-Emissionen sowohl in der Werbung als auch am Verkaufsort anzugeben. Auf Anfrage muss der Händler Ihnen außerdem unentgeltlich einen Leitfaden aushändigen, der diese Informationen zu allen angebotenen Modellen enthält.

Antriebe: Es gibt keine klare Aussage darüber, ob Benzin-, Diesel-, Gas- oder Elektroantrieb die umweltfreundlichste Variante darstellen. Dieselfahrzeuge stoßen tendenziell weniger Klimagase, dafür aber mehr Schadstoffe wie z.B. Stickoxide aus. Sie sollten deshalb einen guten Katalysator und einen Partikelfilter besitzen. Bei Elektroantrieben spielt die Nutzung (Reichweite) sowie die Art der Stromerzeugung eine große Rolle. Entscheidend ist deshalb immer die Gesamtsicht. Eine sehr gute Orientierung bietet hierbei die jährlich im Sommer neu erscheinende VCD-Auto-Umweltliste (siehe Links).

Ausstattung: Zusatzausstattungen wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber oder beheizbare Heckscheiben sind in doppeltem Sinne zusätzlich: Sie verursachen Mehrkosten beim Kauf und treiben den Spritverbrauch in die Höhe. Die Klimaanlage ist dabei der größte Spritfresser: Sie erhöht den Verbrauch im Stadtverkehr um zehn bis 30%. Leider wird der Verbrauch durch die Klimaanlage und andere Zusatzausstattungen bei den normierten Verbrauchsangaben der Autohersteller nicht berücksichtigt. Lassen Sie deshalb die Finger von verbrauchssteigernden Nebenaggregaten, die sie nicht benötigen.

Car-Sharing: Oft geht es auch ohne eigenes Auto. Insbesondere dann, wenn Sie Ihr Auto nicht täglich benötigen und wenn Sie weniger als 10.000 km pro Jahr fahren, ist Car-Sharing für Sie eine bequeme und kostengünstige Alternative. Sie müssen sich nicht mehr um die Wartung des Autos kümmern. Die hohen Fixkosten für Anschaffung und Versicherung entfallen.

Was Sie noch tun können:

  • Steuern sparen: Je geringer der Schadstoffausstoß und der Kraftstoffverbrauch desto geringer ist auch die Kfz-Steuer, da sie sich an den Abgas- und Verbrauchswerten der Fahrzeuge orientiert.
  • Sprit sparen: Beachten Sie unsere Tipps zum Sprit sparen.
  • Umweltfreundlich mobil sein: Beachten Sie unsere Tipps zu "Bus und Bahn fahren", zu "Fahrrad und Radeln" und zu "Fahrgemeinschaften".
  • Entsorgen Sie Ihr Auto korrekt (Tipps zur Altautoentsorgung).

Hintergrund

Ein Großteil der Umweltbelastungen von Autos wird beim Gebrauch verursacht: vor allem Treibhausgase wie CO2 und Schadstoffe wie Stickoxide. So machte allein der PKW-Verkehr zwölf % des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland im Jahr 2010 aus. Hinzu kommen Umweltwirkungen wie Flächenverbrauch und Versiegelung, Zerschneidung von Lebensräumen, Tötung von Tieren und Lärm.

Autofahren stellt für Verbraucherinnen und Verbraucher neben der Heizenergie eine der größten CO2-Einsparmöglichkeiten dar. Denn es gibt große Spannbreiten beim Treibstoffverbrauch und CO2-Ausstoß schon innerhalb von Modellvarianten desselben Herstellers. So gibt es z.B. Golf-Varianten mit unter 100g CO2/km, aber auch mit knapp 200g CO2/km (siehe VCD-Auto-Umweltliste).

Bei der Herstellung spielen vor allem der Ressourcen- und Energieverbrauch sowie der Einsatz bedenklicher Stoffe eine Rolle. Da der Preis von beispielsweise Stahl immer weiter ansteigt, ist zu erwarten, dass die Wiederverwertung von Autoschrott in den nächsten Jahren weiterhin an Bedeutung gewinnen wird.

In der Automobilbranche wird immer stärker auf alternative Antriebe gesetzt. Hybrid- und Elektromotoren spielen eine immer größere Rolle und alternative Brennstoffe werden weiter erforscht.

Globaler Autobestand

Der weltweite Bestand an Personenkraftfahrzeugen hat sich in den letzten 36 Jahren mehr als verdreifacht: von knapp 300 Millionen Pkw im Jahr 1978 auf über 970 Millionen Pkw in 2014 (siehe Abbildung „Weltweiter Autobestand“). Hinter diesem konstanten Wachstum verbirgt sich eine fundamentale Zäsur im Hinblick auf die Absatzmärkte. Der Autobestand in den Industrieländern nimmt kaum noch zu. Dagegen wächst er in den sogenannten neuen Verbraucherländern wie China, Brasilien und Indien exponentiell. Während sich im vergangenen Jahrhundert mehr als drei Viertel des Autobestands in Industrieländern befand, sind es im Jahr 2014 nur noch 61 % mit abnehmender Tendenz (siehe Abbildung „Autobestand nach Ländertypen“). Besonders anschaulich wird diese dynamische, für den globalen Ressourcenschutz extrem kritische Entwicklung beim Vergleich der Bestandszahlen von Deutschland und China (siehe Abbildung „Autobestand Deutschland-China“). Während China trotz seiner hohen Bevölkerungszahl im vergangenen Jahrhundert für den Automarkt eine unbedeutende Größe war, gibt es seit 2012 inzwischen mehr Pkw in China als in Deutschland. Der Autobestand hat sich in China in den letzten 10 Jahren verzehnfacht, während er in Deutschland relativ konstant blieb. Trotzdem liegt die Autodichte in China mit ungefähr einem Auto auf 30 Personen immer noch weit unter der Autodichte in Deutschland (rund 1 Auto auf 2 Personen).

Quellen:

  • VDA: Tatsachen und Zahlen, div. Jahresberichte.
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 PKW  Personenkraftfahrzeug