Indikator: Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung der KWK-Nettostromerzeugung von 2003 (78 Terawattstunden) bis 2015 (102 Terawattstunden) sowie die Ziele nach KWK-Gesetz für 2020 und 2025.zum Vergrößern anklicken
Nettostromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Quelle: Statistisches Bundesamt / Öko-Institut / ZSW / EEFA Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugte Strommenge ist bis 2015 langsam, aber fast kontinuierlich gestiegen.
  • Im KWK-Gesetz ist festgeschrieben, dass im Jahr 2020 durch KWK 110 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugt werden sollen. Im Jahr 2025 sollen es bereits 120 TWh sein.
  • Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Anstrengungen fortgeführt werden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Bei der Stromerzeugung entsteht üblicherweise auch Wärme, die in konventionellen Kraftwerken in der Regel ungenutzt bleibt. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird diese verwendet. KWK-Systeme haben somit einen deutlich höheren Brennstoffausnutzungsgrad im KWK-Betrieb. Sie nutzen dann einen deutlich größeren Teil der in den Brennstoffen enthaltenen Energie als herkömmliche Systeme. Im Vergleich zu einer Anlage auf dem neuesten Stand der Technik, die Strom und Wärme separat erzeugt, sind bis zu 20 % Einsparungen an Primärenergie möglich.

Verringert sich der Energiebedarf, sinken auch die mit der Energiebereitstellung und -wandlung verbundenen Umweltbelastungen. Beispielsweise lässt sich der Ausstoß von Treibhausgasen verringern, wenn verstärkt auf KWK gesetzt wird. Auch der Bedarf an Energieträgern nimmt ab. Der Einsatz von KWK kann so zu einer ressourcensparenden Wirtschaftsweise beitragen.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Stromerzeugung aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung hat sich seit 2003 positiv entwickelt: Die erzeugte Elektrizität stieg fast stetig von 77,5 TWh auf 102,2 TWh im Jahr 2015. Dieser Zuwachs wurde vor allem durch den Ausbau der Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung sowie durch den Zubau der Erdgas-KWK getragen.

Mit der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) wurde als Ziel festgeschrieben, dass im Jahr 2020 Strom im Umfang von 110 TWh und im Jahr 2025 120 TWh aus KWK-Anlagen erzeugt werden soll. Mit den Regelungen des neuen Gesetzes sollen die Rahmenbedingungen für KWK verbessert werden. Weiterhin wurde festgelegt, dass KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung zwischen 1 und 50 Megawatt zukünftig ausgeschrieben werden müssen. Dies führt zu Unsicherheiten, die Einfluss auf den zu erwartenden KWK-Nettozubau haben. Die Erreichung der KWKG-Ziele ist somit momentan nur schwer prognostizierbar.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes (StBA) für öffentliche und industrielle Kraftwerke (Monatsbericht über die Elektrizitätsversorgung sowie Fachserie 4, Reihe 6.4). Durch die Erhebungen des StBA werden jedoch nicht alle Anlagen erfasst. Deshalb wurden Modelle entwickelt, um auch die Stromerzeugung durch weitere Anlagen einbeziehen zu können: In Gores et al. (2014) sowie Baten et al. (2014) werden die Modelle und Berechnungsverfahren näher beschrieben.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)".