Belastungen des Grundwassers
Grundwasser ist eine existenzielle Ressource für unser Trinkwasser. Es erfüllt wichtige ökologische und wasserwirtschaftliche Funktionen, die durch vom Menschen verursachte Verunreinigungen gestört werden können.
Grundwasservorkommen unter landwirtschaftlich genutzten Flächen sind häufig Belastungen ausgesetzt, die durch die intensive Bodennutzung verursacht werden. Gleichzeitig liefert das Grundwasser rund 74 Prozent des Trinkwassers in Deutschland. Dies führt zu einem wirtschaftlichen Nutzungskonflikt und zu einem Interessenskonflikt mit dem Gewässerschutz. Hauptproblem sind aus Sicht des Gewässerschutzes diffuse Nährstoffeinträge aus stickstoffhaltiger Düngung, die häufig nicht standort- und nutzungsgerecht ausgebracht wird. Ein Maßstab für die Höhe der Belastungen sind bilanzierte Nährstoffüberschüsse. Der Stickstoffüberschuss der Gesamtbilanz als Mittelwert für Deutschland ist zwar seit mehreren Jahren rückläufig und im Zeitraum 1992 bis 2019 im gleitenden 5-Jahresmittel von 117 Kilogramm pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche und Jahr (kg/ha*a) auf 82 kg/ha*a gesunken. Die Überschüsse nähern sich damit dem in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung verankerten Zielwert von 70 kg/ha*a an. Regional können sich Überschüsse jedoch immer noch sehr stark unterscheiden, sodass in vielen Regionen Deutschlands weiterhin zu viele Nährstoffe aus stickstoffhaltiger Düngung in die Umwelt und das Grundwasser gelangen.
Nitratkonzentrationen des Grundwassers
Nitrat kann die Ökologie der Gewässer sowie die Trinkwasserqualität beeinträchtigen und damit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Daher überwachen die Bundesländer mit landeseigenen Messnetzen den Grundwasserzustand und untersuchen regelmäßig den Parameter „Nitrat“ an allen Messstellen.
Für die regelmäßige Berichterstattung an die Europäische Umweltagentur (EUA) über den Zustand des Grundwassers in Deutschland wurden von den Bundesländern repräsentative Messstellen ausgewählt und zu einem EUA-Grundwassernetz zusammengefasst. Die Länder übermitteln die Daten aus diesem Messnetz jährlich an das Umweltbundesamt, das wiederum jedes Jahr die Europäische Umweltagentur über den Zustand des deutschen Grundwassers informiert.
Im Jahr 2023 wurde die Nitratkonzentration des Grundwassers an 1135 Messstellen des EUA-Grundwassermessnetzes untersucht. 67,1 Prozent aller Messstellen waren nicht oder nur geringfügig belastet, da die Nitratkonzentration zwischen 0 und 25 Milligramm pro Liter (mg/l) lag. Bei 18 Prozent der Messstellen lag die Nitratkonzentration zwischen 25 und 50 mg/l. Diese Messstellen waren deutlich bis stark mit Nitrat belastet. Die übrigen 15 Prozent der Messstellen enthielten zum Teil deutlich mehr als 50 mg/l Nitrat (Abbildung 1). Grundwasser, das derart mit Nitrat belastet ist, kann nicht ohne Weiteres zur Trinkwassergewinnung genutzt werden, da es den Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter aus der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) überschreitet.