Bus und Bahn fahren

Frau steigt in S-Bahnzum Vergrößern anklicken
Einsteigen und fahren lassen ...
Quelle: Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Inhaltsverzeichnis

 

Unsere Tipps

  •  „Fahr Bus und Bahn!“ Denn mit Bus und Bahn kommen Sie umwelt- und klimafreundlicher ans Ziel als mit Auto oder Flugzeug.
  • Machen Sie sich die Entscheidung leichter: Kaufen Sie sich Zeittickets oder rabattierte Fahrkarten (z. B. Bahncard, Monatskarten, …).
 

Gewusst wie

Mit Bus und Bahn sind Sie sicherer und deutlich umwelt- und klimafreundlicher unterwegs als mit dem Auto oder dem Flugzeug. Häufig sind sie auch kostengünstiger unterwegs und im Gegensatz zum Autofahren können Sie die Zeit aktiv zum Arbeiten oder Lesen nutzen. Wer beispielsweise ein Jahr lang mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, kann bei einer Entfernung von 25 Kilometern rund 3.700 Euro und rund 320 Kilogramm CO2 sparen. (Annahme: an 220 Tagen 24 km mit der S-Bahn und zu Fuß statt mit dem Pkw zur Arbeit).  

Fahrkarten: Geschlossene Fahrkartenschalter und unverständliche Ticket-Automaten sind (leider) für Wenig-Fahrer immer wieder eine Hürde. Hier hilft es, genügend Zeit vor der Abfahrt einzuplanen oder die Hilfe von Mitreisenden in Anspruch zu nehmen. Inzwischen gibt es auch E-Tickets, Tickets am Telefon, im Internet, mit einem MMS- und Internetfähigen Handy (Smartphone) oder Tabletcomputer sowie neuerdings mit „Touch & Travel“ (Smartphone checkt vor der Reise am Bahnsteig ein).

Fahrkosten: Die Zeiten einfacher Preise sind vorbei. Im Nahverkehr sind Punkte-, Zeit- und Gruppenkarten üblich. Bei der Bahn gibt es verschiedene Rabattkarten und Spartarife (Bahncard 100, 50, 25) Frühbucher-, Zeit- und Gruppenkarten (z.B. Ländertickets). Informieren Sie sich am Schalter oder im Internet. Unter 15 Jahren reisen Kinder in Begleitung eines Erwachsenen bei der Deutschen Bahn gratis, ab sechs Jahren müssen sie in den Fahrschein eingetragen werden. Auch in vielen europäischen Nachbarländern fahren Kinder kostenlos mit.
Ein Kostenvergleich mit dem Auto ist abhängig von den Umständen. Grundsätzlich gilt: Autofahren ist teurer, als die meisten denken: Zwischen 30 und 40 Cent kostet jeder gefahrene Kilometer, werden die Ausgaben für Versicherung, Betrieb, Wartung, Steuern und Wertverlust eingerechnet. Bei rund 15.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr kostet ein Auto in der Golfklasse bis zu 500 Euro im Monat. Demgegenüber kostet zum Beispiel ein Jahresticket für den ÖPNV durchschnittlich 70 bis 80 Euro pro Monat.

Was Sie noch tun können:

  • Üben Sie Bus und Bahn fahren, vor allem auch mit Kindern. So verliert ein Ticket-Automat seinen Schrecken. Positive Familienerlebnisse bei der Reise schaffen die Basis für eine langfristige Bindung an umweltfreundliche Verkehrsmittel.
  • Entlastung von schwerem Reisegepäck bieten verschiedene „Gepäck-Dienste“.
  • Wenn Sie mit dem Pkw von außerhalb der Stadt kommen, nutzen sie die vorhandenen Park&Ride-Angebote.
  • Urlaub mit Bus und Bahn: Damit kommen Sie auch in entlegene Urlaubsregionen. Oft gibt es spezielle Urlaubstickets, die eine ermäßigte Nutzung des ÖPNV in der Urlaubsregion ermöglichen.
  • Der Fernlinienbus verzeichnete in den letzten Jahren erhebliche Fahrgastzuwächse und steht im direkten Wettbewerb mit der Bahn. Dabei verkehrt der Fernlinienbus vor allem zwischen mittleren und größeren Städten oder Knotenpunkten wie Flughäfen.
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Hintergrund

Das Auto wird häufig routinemäßig genutzt, obwohl andere Verkehrsmittel im Vergleich oft preiswerter, schneller und vor allem klimaverträglicher sind. Nachhaltige Mobilität kann nicht nur die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen. Sie bedeutet auch verbesserte Lebensqualität, erhöhte Verkehrssicherheit sowie geringere Kosten.

Klima und Umwelt: Rund 19 Prozent des in Deutschland ausgestoßenen CO2 wird durch den Verkehr verursacht. Nach Berechnungen von Experten muss der CO2-Ausstoß in allen Sektoren langfristig also bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem heutigen Niveau gesenkt werden. Besonders im Verkehrssektor sind daher tiefgreifende Veränderungen erforderlich.
In Deutschland sind rund 44 Millionen Pkw auf unseren Straßen unterwegs. Pro Kilometer emittiert ein durchschnittlicher Pkw 206 Gramm CO2. Der Schienenverkehr ist hinsichtlich des CO2- und Luftschadstoffausstoßes (Stickoxide und Feinstaub) der umweltverträglichere Verkehrsträger. Handlungsbedarf gibt es beim Lärm, aber auch insbesondere bei Dieselfahrzeugen bei den Luftschadstoffemissionen.
Ein Linienbus im ÖPNV verbraucht bei durchschnittlicher Auslastung pro 100 Personenkilometer etwa die Hälfte des Kraftstoffverbrauchs eines Pkws. Öffentliche Verkehrsmittel verursachen nur etwa die Hälfte an Kohlendioxidemissionen eines Pkws für die gleiche zurückgelegte Strecke. Auch im Fernverkehr weisen Bus und Bahn deutlich geringere CO2-Emissionen pro Person und Reise auf als ein Pkw oder gar das Flugzeug. Reisebusse emittieren bei durchschnittlicher Auslastung pro Personenkilometer 30 Gramm CO2, die Bahn im Fernverkehr etwa 40 Gramm – der Pkw verursacht 137 Gramm CO2. Zu beachten ist, dass die Emissionsfaktoren für den Reisebus nicht direkt auf den Fernlinienbus übertragbar sind. Dies liegt daran, dass die Auslastung beim Fernlinienbus geringer ist. Dem Umweltbundesamt liegen bisher auch keine validen Daten zum Flottenbestand (Alter und Größe der eingesetzten Busse) vor.

Sicherheit: Die Bahn zählt zu den sichersten Verkehrsmitteln: Die Gefahr, bei einem Unfall verletzt zu werden, ist im Auto 38-mal höher als bei der Bahn.

tabellarischer Vergleich des Ausstoßes verschiedener Verkehrsmittel in g / Personenkilometer. Das Flugzeug emittiert 211 g Treibhausgase, der Pkw 142, der Linienbus 76 g, Straßen-, Stadt- und U-Bahn 71 g, Eisenbahn Nahverkehr 67, Eisenbahn Fernverkehr 41
Vergleich der durchschnittlichen Emissionen einzelner Verkehrsmittel im Personenverkehr
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF-Datei
 

Quellen

Umweltbundesamt (2010): Öffentlicher Personennahverkehr.

Umweltbundesamt (2010): CO2-Emissionsminderung im Verkehr in Deutschland.

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 Autobus