Energieeffiziente Produkte

Neue Geräte nutzen Strom effizienter. Der Stromverbrauch aller Haushalte sank 2015 gegenüber 2008 um 5,4 Prozent. Vor allem durch die Standards der Energieeffizienz, festgelegt in der Ökodesign-Richtlinie, konnte eine Trendwende eingeleitet werden. Dabei helfen EU-Energielabel und der „Blaue Engel“ den Verbraucherinnen und Verbrauchern, effiziente Geräte zu erkennen.

Inhaltsverzeichnis

 

Stromverbrauch der Haushalte

Der Stromverbrauch der Haushalte in Deutschland betrug im Jahr 2015 rund 132 Milliarden Kilowattstunden (kWh) oder 132 Terawattstunden (TWh). Große Geräte wie Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspül- und Waschmaschinen machen nach wie vor einen sehr hohen Anteil aus, wie auch der Stromverbrauch für Raumwärme und Warmwasser (siehe Abb. „Stromverbrauch der Haushalte nach Anwendungsbereichen im Jahr 2015“).

Prozesswärme/Kochen 29 %, IKT-Geräte 17,1 %, Beleuchtung 8 %, Raumwärme und Warmwasser 19 %, Klimatisierung 1 %, Prozesskälte 22 %, Mechanische Energie 4 %.
Stromverbrauch der Haushalte nach Anwendungsbereichen im Jahr 2015
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF
 

Effizientere Produkte

Viele große Haushaltsgeräte sind im Vergleich zu den 90-er Jahren deutlich effizienter. So verbrauchten Geschirrspülmaschinen im Jahr 1990 im Schnitt 490 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Die effizientesten neuen Geräte liegen bei einem Stromverbrauch von unter 200 kWh pro Jahr (Ecotopten). Für einige Geräte bestehen nach Aussagen des Öko-Instituts große Unterschiede. So benötigen bei den Kühl- und Gefriergeräten Spitzengeräte der Energieeffizienzklasse "A+++" um bis zu 47 Prozent (%) weniger Energie als die schlechtesten Geräte innerhalb der Klasse "A+"(Öko-Institut, 2013). Die Tabelle „Stromverbrauch der Haushalte nach Anwendungsbereichen in Terawattstunden“ zeigt die Effizienzverbesserung der einzelnen Anwendungsbereiche über den Zeitraum von 2008 bis 2015. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in den Daten auch Änderungen im Gerätebestand enthalten sind.

Die Tabelle „Gesamtstromverbrauch der Haushaltsgroßgeräte in Terawattstunden“ zeigt die Entwicklung für Haushaltsgroßgeräte. Bei den Kühl- und Gefriergeräten nahm der Verbrauch deutlich ab: in der Gerätekategorie Gefriergeräte um 28 %, bei Kühlschränken um 25 %. Bei den Kühl-Gefrierkombis war der Rückgang mit 15 % geringer, was auf die starke Zunahme der Zahl der Geräte um 21 % zurückzuführen war. Abgenommen hat der Stromverbrauch der Waschmaschinen um 13 % und der Wäschetrockner um 7 %. Der Stromverbrauch für die Geschirrspüler ist hingegen um 2 % gestiegen. Auch dies ist auf die starke Ausweitung des Bestands an Geschirrspülern zurückzuführen.

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Maßnahmen der Politik: Ökodesign

Maßgeblich zu der oben beschriebenen Entwicklung haben die unter der Ökodesign-Richtlinie erlassenen Effizienzanforderungen beigetragen. Bis Anfang 2017 hatte die Europäische Union knapp 30 solcher Verordnungen verabschiedet, die die Effizienz der betroffenen strombetriebenen Produkte im Durchschnitt um etwa 15 Prozent (%) erhöhen. Einige Beispiele:

  • Seit Juli 2012 müssen alle neuen Kühl- und Gefriergeräte mit Ausnahme der Geräte auf Basis der Absorptionstechnik mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen.
  • Büro- und Haushaltsgeräte dürfen seit dem 7. Januar 2013 im Bereitschafts- oder Auszustand nicht mehr als eine halbe Wattstunde oder bei Informations- oder Statusanzeige nicht mehr als eine Wattstunde verbrauchen.
  • Effizienzanforderungen gibt es zum Beispiel ebenso für Fernsehgeräte, Computer, Haushaltslampen, Motoren, Heizkessel und Heizungsumwälzpumpen. Die Stromverluste im vernetzten Aus- und Bereitschaftszustand von Büro- und Haushaltsgeräten sind ebenfalls begrenzt. Alle Produkte, welche feste Brennstoffe, Gas oder Öl für Ihren Betrieb benötigen, sind betroffen.

Alle Verordnungen werden im Schnitt alle fünf Jahre überprüft und an die technischen Entwicklungen angepasst.

 

Das EU-Energielabel

Verbraucherinnen und Verbraucher können das EU-Energielabel als eine Orientierungshilfe beim Einkauf nutzen. Die Europäische Union (EU) hat diese Kennzeichnung des Energieverbrauchs in den 90-er Jahren eingeführt und immer wieder um neue Produktgruppen erweitert. Die Kennzeichnung informiert über den Energieverbrauch der Produkte anhand der Energieeffizienzklassen von derzeit A+++ bis G. Die EU erhofft sich, dass aufgrund des Labels keine neuen Energiefresser mehr in die Haushalte kommen. Mit der Revision der Richtlinie zur Energieverbrauchskennzeichnung ist eine Rückführung der Skala auf die Effizienzklassen A bis G vorgesehen. Der Umsetzungszeitraum ist produktabhängig.    

Diese Verbrauchskennzeichnung wird regelmäßig erneuert. Anfang 2017 gibt es sie für 13 Produktgruppen: Kühl- und Gefriergeräte sowie deren Kombinationen, Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen, Wäschetrockner, Waschtrockenautomaten, Raumklimageräte, Lampen, Elektrobacköfen, Fernsehgeräte, Staubsauger, Dunstabzugshauben, Heizkessel und Warmwasserbereiter. Bereits beschlossen ist die Neueinführung in den nächsten Jahren für Wohnraumlüftungsgeräte, gewerbliche Kühllagerschränke, Festbrennstoffkessel und Einzelraumheizgeräte.

 

Auch der Blaue Engel hilft

Eine Entscheidungshilfe beim Kauf elektrischer und elektronischer Geräte bietet auch der Blaue Engel. Er zeichnet Produkte aus, die nach umfassender und lebenswegbezogener Betrachtung besonders umweltfreundlich und effizient sind und zugleich hohe Ansprüche an den Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie die Gebrauchstauglichkeit erfüllen. Mit dem Blauen Engel sind auch besonders energiesparende und klimafreundliche Produkte gekennzeichnet, um Verbraucherinnen und Verbrauchern auch hier eine gute Orientierung beim Kauf zu liefern. Die Tabelle „Einsparpotenziale durch Blaue Engel-Produkte“ stellt die erreichbaren Einsparungen bei den Kohlendioxidemissionen und den Kosten durch den Kauf von Produkten mit dem Blauen Engel für einen Zwei-Personen-Haushalt dar.

In der Summe beträgt die Einsparung für einen Zwei-Personen-Haushalt 974 Kilogramm Kohlendioxidäquivalente im Jahr (45 Prozent) und 474 Euro (51 Prozent).
Tab: Einsparpotenziale durch Blaue Engel-Produkte (Zweipersonen-Haushalt)
Quelle: Gröger et al. Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung