Emissionsstandards

Bagger steht vor einem Abbruchhauszum Vergrößern anklicken
Baumaschinen tragen erheblich zur Feinstaubbelastung in Innenstädten bei
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Die Schadstoffemissionen von motorisierten Fahrzeugen (wie Pkw, Lkw und Motorrädern) und mobilen Maschinen und Geräten (wie Baumaschinen, Traktoren, Bahnen und Binnenschiffen) werden durch europaweite Richtlinien und Verordnungen reguliert. Für Flugzeuge und Seeschiffe gelten weltweite Emissionsstandards. Seit 2012 werden bei Pkw auch die klimaschädlichen CO2-Emissionen limitiert.

Europäische Abgas- und CO2-Gesetzgebung

Für alle motorisierten Fahrzeuge (Pkw, Lkw, Motorräder) mit Otto- oder Dieselmotoren und für Maschinen und Geräte (Baumaschinen, Traktoren, Schienenfahrzeuge, Binnenschiffe) müssen europaweit geltende Richtlinien und Verordnungen zur Minderung von Luftschadstoffen eingehalten werden. In den Richtlinien sind, aufgeschlüsselt nach den jeweiligen Klassen, Emissionsgrenzwerte in den Einheiten Gramm pro Kilometer (g/km) oder Gramm pro Kilowattstunde (g/kWh) festgelegt. Darüber hinaus werden in den Richtlinien und Verordnungen die Prüfprozeduren der einzelnen Fahrzeuge, Baumaschinen und Geräte detailliert festgelegt. Die CO2-Emissionen von neuen Pkw werden stufenweise bis zum Jahr 2015 auf 120 g/km und ab dem Jahr 2020 auf 95 g/km begrenzt. Für leichte Nutzfahrzeuge liegt der CO2-Zielwert bei 175 g/km für das Jahr 2017 und 147 g/km ab dem Jahr 2020.

Weltweite Gesetzgebung bei Seeschiffen

Der weltweite Seeverkehr wird überwiegend in der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation geregelt. Die Emissionsstandards liegen weit hinter den Standards im Landverkehr. Seeschiffe fahren heute beispielsweise überwiegend mit Schweröl (HFO), das eine minderwertige Qualität im Vergleich zu Marine-Diesel – und erst recht zum im Straßenverkehr verwendeten Benzin und Diesel – aufweist. Deutliche höhere Luftschadstoffemissionen sind die Folge. Von der IMO sind bislang nur Grenzwerte für Schwefel und Stickoxide festgeschrieben. Es wurden weltweite Standards sowie strengere Grenzwerte für Emissionskontrollgebieten (ECA) definiert.
Der internationale Seeverkehr trägt mit etwa 2,7 Prozent zu den vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen bei. Die International Maritime Organization (IMO) hat weltweit verbindliche Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz neuer Schiffe und zur Begrenzung der CO2-Emissionen im internationalen Seeverkehr verabschiedet.

Weltweite Gesetzgebung bei Flugzeugen

Die Schadstoffemissionen des Luftverkehrs werden global durch Zulassungsstandards der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO reguliert. Diese legt Grenzwerte für neu entwickelte Flugzeugtypen fest. Von besonderer Relevanz ist dabei die Begrenzung des Stickoxidausstoßes. Zukünftig rückt aber auch die Begrenzung der Partikel-Emissionen verstärkt in den Fokus. Hinzu kommen lokale Instrumente wie zum Beispiel emissionsabhängige Landeentgelte.
Der Luftverkehr stellt zudem ein wachsendes Klimaproblem dar. Da der Luftverkehr stark international ausgerichtet ist, unterliegt er kaum der einzelstaatlichen Regulierung oder Besteuerung. Die EU hat den Luftverkehr daher 2012 in ihr Emissionshandelssystem einbezogen. Außerdem erarbeitet die ICAO einen globalen CO2-Zulassungsgrenzwert für Verkehrsflugzeuge.