Bundesland Schleswig-Holstein

Die Folgen des Klimawandels sind nicht überall gleich. Auch die daraus resultierenden Anpassungsmaßnahmen unterscheiden sich in den Bundesländern. Hier finden Sie einen Überblick, welche Auswirkungen des Klimawandels in Schleswig-Holstein erwartet werden und mit welchen Maßnahmen das Bundesland darauf reagiert.

Klimafolgen

Länderspezifische Klimaänderungen

WICHTIGE STUDIEN UND PROJEKTE

HZG:

  1. Ostsee: The BACC II Author Team 2015: Seccond Assessment of Climate Change for the Baltic Sea Basin, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 515 S.
  2. Metropolregion Hamburg (inkl. LK Ratzeburg, Stormarn und Bad Segeberg): Von Storch, H und Claussen, M.: Klimabericht für die Metropolregion Hamburg, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011. (Zusammenfassung des Klimaberichts, update 2013 und 2. Hamburger Klimabericht (in Vorber.))

Meinke, I. Reckermann, M.: Handbuch „Ostseeküste im Klimawandel“ (Norddeutsches Klimabüro; Internationales BALTEX Sekretariat 2012)

Meinke, I., Weisse, R., von Storch, H. (2011): Regionale Klimaszenarien in der Praxis – Beispiel deutsche Ostseeküste. Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Geesthacht.

Meinke, I., Weisse, R., von Storch, H. (2009): Nordseesturmfluten im Klimawandel. Norddeutsches Klimabüro, Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

LÄNDERSPEZIFISCHE KLIMAMODELLE UND KLIMAPROJEKTIONEN

HZG: Norddeutscher Klimaatlas Ensemble von 12 regionalen Klimaszenarien (SRES-Szenarien A1B, B1, A2, B2, Modelle COSMO-CLM, REMO, RCAO und RCA), Auswertungen für alle Norddeutschen Bundesländer, Ostseeküste, Nordseeküste, Metropolregion Hamburg u.a.

Hintergrund: Grundlage des Norddeutschen Klimaatlas sind für Norddeutschland verfügbare Klimarechnungen, die mit dynamischen regionalen Klimarechenmodellen durchgeführt wurden. Hierzu zählen bisher folgende Klimarechenmodelle: COSMO-CLM, das gemeinschaftliche regionale Klimarechenmodell von über 30 internationalen Forschungseinrichtungen (Rockel et al. 2008) sowie REMO, das regionale Klimarechenmodell des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (Jacob 2001) und RCAO das regionale Klimarechenmodell des Schwedischen Wetterdienstes (Döscher et al. 2002). In die regionalen Klimarechenmodelle sind jeweils unterschiedliche Treibhausgaskonzentrationen eingegangen, die vom UN-Weltklimarat IPCC erstellt wurden (IPCC 2000).

Im September 2014 wurden neue Klimarechnungen aus dem EURO-CORDEX-Projekt (Jacob et al. 2013)  integriert, welche auf den neuen RCP-Treibhausgasszenarien (Moss et al. 2010)  beruhen.

Bisher sind insgesamt 16 verschiedene Klimarechnungen in den Klimaatlas eingegangen.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Klimarechnungen:

  • 4 Klimarechnungen wurden mit dem regionalen Klimarechenmodell COSMO-CLM berechnet (Hollweg et al. 2008).
  • 3 Klimarechnungen wurden im Auftrag des Umweltbundesamtes durch das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg mit dem regionalen Klimarechenmodell REMO berechnet (Jacob et al. 2008). 
  • 1 Klimarechnung wurde im Auftrag der Bundesanstalt für Gewässerkunde durch das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg mit dem regionalen Klimarechenmodell REMO berechnet.
  • 4 Klimarechnungen wurden mit dem regionalen Klimamodell RCAO des schwedischen Wetterdienstes SMHI im Rahmen des EU Projektes PRUDENCE erstellt (Räisänen et al. 2002).

4 Klimarechnungen wurden mit dem regionalen Klimamodell RCA4 des schwedischen Wetterdienstes SMHI im Rahmen des EU-Projektes EURO-CORDEX erstellt. HZG, DWD und norddeutsche Ländervertreter: Norddeutscher Klimamonitor: Auswertung von DWD-Stationsdaten und HZG Flächendaten (coastDat) u.a. in Norddeutschland seit 1950 hinsichtlich des Klimazustandes, Klimaentwicklungen und Konsistenz mit den regionalen Klimaszenarien .
Meinke, I., Maneke, M., Riecke, W., Tinz, B., 2014: Norddeutscher Klimamonitor – Klimazustand und Klimaentwicklung in Norddeutschland innerhalb der letzten 60 Jahre (1951-2010). Mitteilungen DMG 01/2014. URL (Link):

Länderspezifische Klimafolgen und Vulnerabilität

WICHTIGE STUDIEN UND PROJEKTE

(Modellierungen jeweils für SRES-Szenarien A1B und B1 mit Zeithorizont bis 2100:)

•    HZG: Modellierungen großräumiger Seegangsveränderungen der Nord- und Ostsee mit dem Modelle WAM  und TRIMM (abgeschlossen)
•    HZG: Modellierungen zu möglichen zukünftigen Änderungen im Windstauklima in der Nordsee mit dem Modell TRIMM (abgeschlossen)
•    HZG: coastDat Datenportal zum Küstenklima und dessen Langzeitänderungen in Vergangenheit und ZukunftIOW: Modellierungen großräumiger Strömungsveränderungen der Ostsee mit dem Modell MOM, sowie mit einer feineren räumlichen Auflösung nur für die westliche Ostsee mit dem Modell GETM (abgeschlossen)
•    TUHH/URCE: Modellierungen von Strömung und Seegang sowie Sedimenttransporten in kleinräumigen Küstenbereichen der Ostsee mit den Modellen GETM, SWAN (sollen 2013 abgeschlossen werden)
•    IOW: Modellierungen der Gewässerqualität in äußeren Küstengewässern und Ostsee mit dem Modell ERGOM (abgeschlossen)
•    IGB: Modellierungen der Gewässerqualität in Ostsee-Flusseinzugsgebieten mit dem Modell MONERIS (sollen 2013 abgeschlossen werden)
•    IfAÖ: Modellierungen möglicher klimabedingter Änderungen des Makrozoobenthos der Ostsee (auf Basis von Benthosdaten mit Schwerpunkt Mecklenburg-Vorpommern, Daten für Schleswig-Holstein beschränkt auf Umgebung Fehmarn/Fehmarnbelt) (in Bearbeitung)
•    IfAÖ: Modellierungen möglicher klimabedingter Wirkungen auf Seevögel am Beispiel der Eisente
•    LLUR: Untersuchungen zu Auswirkungen des Klimawandels auf die Bestandsentwicklung von Seegras und Blasentang
•    TUHH/URCE/StALU MM: Bewertung der Wirksamkeit von Küstenschutzbauwerken unter geänderten hydrodynamischen Bedingungen
•    TUHH/URCE/StALU MM: Fallstudien zur veränderten Hochwasser- und Erosionsgefährdung und zur Wirksamkeit bestehender Küsten- und Hochwasserschutzsysteme in ausgewählten Fokusgebieten (S-H: Lübecker Bucht, Eckernförder Bucht)
•    StALU MM: Untersuchung von Schadenspotentialen in sturmflutgefährdeten Gebieten (speziell M-V, Pilotgebiet Saaler Bodden inkl. Übertragbarkeit auf andere Gebiete) (in Bearbeitung)
•    CAU: Untersuchungen von potenziellen Schäden durch Stürme und Hochwasserereignisse in der Kieler Bucht (Beispiele Strande, Laboe) und zu Auswirkungen des Klimawandels auf die Strände in der mittleren Kieler Bucht
•    EUCC-D: Analyse von Klimafolgen für den Ostseeküstentourismus (Schwerpunkt M-V)
•    IÖW: Untersuchung von Anpassungsbedarf und potentiellen Maßnahmen für die deutschen Ostseehäfen (Schwerpunkt Beispiel Lübeck) und Umfrage unter Hafenbetreibern und Hafenbehörden der deutschen Ostseehäfen zur Betroffenheit durch Extremereignisse und zu Anpassungsmaßnahmen (abgeschlossen)
•    GICON: Analyse und Prognose von Auswirkungen des Klimawandels auf die Potenziale erneuerbarer Energien an der deutschen Ostseeküste – Geothermie, Photovoltaik, Windenergie, Biogas
•    IÖW: Vulnerabilitätsanalyse für die zentralen Wirtschaftszweige in der Ostseeregion
•    TI: Analyse von Auswirkungen des Klimawandels auf Ertragsschwankungen landwirtschaftlicher Kulturen und deren Auswirkung auf die Agrarproduktion
•    NEUMANN, T. & K. AHRENDT (2013): COMPARING THE "BATHTUB METHOD" WITH MIKE 21 HD FLOW MODEL FOR MODELLING STORM SURGE INUNDATION -Case Study Kiel Fjord- RADOST Berichtsreihe, 22
•    KOERTH, J., VAFEIDIS, A.T., HINKEL, J. and H. STERR (2013): What motivates coastal households to adapt pro-actively to sea-level rise and increasing flood risk. In: Regional Environmental Change 13(4), S. 897-909.
•    KOERTH, J., HINKEL, J., BISARO, S., VAFEIDIS, A.T. AND H. STERR (2014): Taking on the challenge of household-level adaptation: A question of reliance on institutional capacity? In: MARTINEZ, G., MEIER, H.-J. and P. FRÖHLE (eds) Social dynamics in adaptation to a changing climate in coastal regions - An interdisciplinary perspective on findings from the KLIMZUG-Projects, Oekom, München (accepted for publication)

BERICHTE UND INFORMATIONSMATERIALIEN

Meinke, I., Filies, C., Haller, I. Klepgen, J., Kraberg, A., Reckermann, M. (2013): Klimanavigator-Dossier „Klimawandel in Norddeutschland

www.kuestenschutzbedarf.de           

RADOST-Jahresberichte

Buch: Global Change and Baltic Coastal Zones. Springer, 2011. Coastal Research Library-Series (1), ISSN: 2211-0577 (Abstracts)

Einzelne Beiträge:

•    Harald Gebhardt • Uwe Rammert • Winfried Schröder • Helmut Wolf (2010): Klima-Biomonitoring: Nachweis des Klimawandels und dessen Folgen für die belebte Umwelt. Neuer Schwerpunkt des Arbeitskreises Bioindikation/Wirkungsermittlung.- Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung 22:7-19. DOI 10.1007/s12302-010-0110-0
•    Rammert U (2008): Pflanzenphänologie zeigt den Klimawandel in Schleswig-Holstein.- Jahresbericht Landesamt für Natur und Umwelt
•    des Landes Schleswig-Holstein. Flintbek, S 7–22
•    Gräwe, U., Burchard, H.: Regionalisation of Climate Scenarios for the Western Baltic Sea (pp. 3-22)
•    Neumann, T., Friedland, R.: Climate Change Impacts on the Baltic Sea (pp. 23-32)
•    Störmer, O.: Climate Change Impacts on Coastal Waters of the Baltic Sea (pp. 51-69)
•    Heidecke, C., Kreins, P., Stonner, R., Gömann, H.: Global Change Impacts on Agricultural Land Use in the German Baltic Sea Catchment Area (pp. 71-89)
•    Fröhle, P., Schlamkow, C., Dreier, N., Sommermeier, K.: Climate Change and Coastal Protection: Adaptation Strategies for the German Baltic Sea Coast (pp. 103-116)
•    Schernewski, G.: Adaptation to Climate Change: Viniculture and Tourism at the Baltic Coast (pp. 233-247)

Seegangsmodellierungen: Gräwe, U., and Burchard, H. (2011): Storm surges in the Western Baltic Sea: the present and a possible future. Climate Dynamics.

RADOST-Factsheet Veränderung des lokalen Seegangs in der Ostsee (Universität Rostock & TU Hamburg-Harburg 2012)

Gewässerqualität in Ostseegewässern:

  • Neumann, T. (2010): Climate-change effects on the Baltic Sea ecosystem: A model study, Journal of Marine Systems 81(3), 213-224.
  • Friedland, R, T. Neumann & G. Schernewski (2012): Climate Change and the Baltic Sea Action Plan: Model simulations on the future of the western Baltic Sea. J Marine Systems105–108: 175-186

Auswirkungen von Klimawandel und Klimaschutzmaßnahmen auf Seevögel:

  • Weidauer A, Schulz A, Kulemeyer C, Schleicher K, Rohrbein V, Coppack T (2011): Die Eisente als Modell der ökologischen Klimafolgenforschung: projizierte Winterquartiere in der Ostsee in Abhängigkeit von Eisbedeckung und Wassertiefe. Vogelwarte 49:241
  • Coppack, T., Weidauer, A. (2012): Bleiben Eisenten Wintergäste? Küste und Meer 3: 7.
  • Coppack, T., Dittmann, T., Schulz, A., Weidauer, A. (2013): Birds and windfarms: A double-edged sword? Coastal and Marine 22: 18-19.

Kapitel “Klimafolgen für den Tourismus an der Nord- und Ostseeküste“ im Klimanavigator

Abschlussarbeiten an der CAU zu Auswirkungen des Klimawandels auf Küste und Strände:

  • Fabian Reith (2011): Potenzielle Schäden von Stürmen und Hochwasserereignissen in der Kieler Bucht – dargestellt am Beispiel der Gemeinde Strande
  • Lena Paschko (2011): Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Strände in der mittleren Kieler Bucht
  • Lina Kliucininkaite (2011): Modelling Artificial Reefs at the coastline of Probstei. Impact analysis on increase of diving recourses
  • Wiebke Böckmann (2011): Pädagogisches Konzept für den Klimapavillon Schönberg
  • Svenja Kühnle (2011): Die Treibselproblematik an der Ostküste Schleswig-Holsteins
  • Hannah Sliwka (2012): Künstliche Riffe in der Kieler Bucht. Unterwasserhabitat und touristische Attraktion?
  • Axel Möller (2012): Vulnerabilitätsanalyse für die Gemeinde Laboe – eine mikroskalige Evaluation des Risikopotentials bei Sturmflutereignissen
  • Kai Jensen (2013): Auswirkungen des Orkans Anatol am 03.12.1999 an der Nordseeküste.
  • Cynthia Aurich (2014): Eine Klimaanpassungsstrategie für die Landeshauptstadt Kiel – Mögliche Vorgehensweisen zur Priorisierung von Handlungserfordernissen
  • Michael Sobek (2014): Chancen für nachhaltige marine Aquakultur im Raum der Kieler Bucht – ein Beitrag zu einer klimabewussten Reiseregion?
  • Christian Nowak (2014): Landstromanbindung im Kieler Hafen
  • Ein möglicher Beitrag zur Klimaanpassungsstrategie der Stadt Kiel und zu einer klimabewussten Reiseregion?
  • Andreas Baden (2014): Klimabewusste Reiseregion Kieler Bucht für Wassersportler
  • Jana Koerth (2014): Anpassung von Privatpersonen an ein durch den Meeresspiegelanstieg erhöhtes Sturmflutrisiko
  • Sinja Dittmann (2015): Möglichkeiten zur Steigerung der Akzeptanz von Treibsel in Ostseegemeinden
  • Katja Litzbach (2015): Einschätzung der Küstenschutzsituation aus Sicht der Partnergemeinden im Klimabündnis Kieler Bucht
  • Johannes Schlieker (2016): Abschätzung der Vulnerabilität der Stadt Kiel gegenüber Starkregenereignissen
  • Marco Blank (2016): Analyse und Bewertung der Wasserretentionsfähigkeit bei Starkregenereignissen im Untersuchungsgebiet Steenbeker Moor, Stadt Kiel

Ergebnisse aus RADOST und anderen Projekten zur Vulnerabilität von Häfen und Erneuerbaren Energien:

Untersuchungen zu Auswirkungen des Klimawandels auf die Potenziale erneuerbarer Energien an der deutschen Ostseeküste:

Anpassung

Politischer Rahmen

Fahrplan Anpassung  an den Klimawandel

Das Land Schleswig-Holstein hat 2011 den Fahrplan zur Anpassung an den Klimawandel veröffentlicht, dessen Aktualisierung bis Ende 2016 vorgesehen ist.  Darin hat sich die Landesregierung zur Anwendung eines Stufenkonzeptes entschlossen, dass neben einer Verbreiterung des Wissenstandes auch genügend Flexibilität offen lässt, um auf mögliche Herausforderungen und Trends beim Klimawandel reagieren zu können. Als Land zwischen zwei Meeren sind die Projektionen zum Meeresspiegelanstieg von herausragender Bedeutung, was besonders im Küstenschutz erhöhte Anstrengungen erforderlich macht. Entwicklung von spezifischen Indikatoren zur Abbildung des Klimawandels.

Im Rahmen eines Gutachtens in Zusammenarbeit mit UBA/KomPASS wurden 2011 für das Land Schleswig-Holstein die Ergebnisse bereits vorhandener (Klimafolgen-)Monitoring-Aktivitäten auf europäischer, nationaler sowie auf Ebene der Bundesländer ausgewertet. Es wurde geprüft, nach welcher Struktur bestehende bzw. im Aufbau befindliche Klimafolgen- bzw. Klimaanpassungs-Monitoringprogramme auf EU- und nationaler Ebene sowie in den Bundesländern aufgebaut worden sind. Auf dieser Basis wurde eine Übersicht der bislang entwickelten bzw. in der Diskussion befindlichen Indikatoren erstellt. Aus den Ergebnissen wurden Anforderungen für ein Klimafolgen- und Klimaanpassungsmonitoring (KlAM) in Schleswig-Holstein abgeleitet. Diese umfassen sowohl konzeptionelle als auch Anforderungen auf der Datenebene. Im Rahmen dieses Gutachtens wurde recherchiert, welche Umweltmessnetze / Programme mit potenzieller Nutzbarkeit für ein KlAM in Schleswig-Holstein im Geschäftsbereich des MELUR betrieben und welche Daten auf Landesebene in Schleswig-Holstein erhoben und möglicherweise auch für ein KlAM genutzt werden könnten. Als Ergebnis wurde eine Übersicht zu Messnetzen, Programmen und Daten in Schleswig-Holstein erstellt.

Im Jahr 2012 wurde dann ein Folgegutachten an UBA/KomPass in Auftrag gegeben. Dabei sollten die Ansätze anderer Länder und des Bundes weiter entwickelt und dabei  die Kompatibilität mit übergeordneten Monitoringkonzepten  beachtet werden. Mit dem Nachfolgevorhaben ging es auch darum, das methodische Vorgehen zur Erstellung von Kennblättern zu entwickeln. In der Daten- und Konzeptanalyse für ein Klimafolgen-Monitoring wurden Bereiche identifiziert, die für die Nutzbarkeit der vorhandenen Mess- und Monitoringprogramme in Schleswig-Holstein als besonders geeignet erschienen.

In einem nächsten Schritt folgte mit den zuständigen Facheinheiten für die Bereiche Wasserwirtschaft/Küstenschutz, Land- und Forstwirtschaft, Boden und Umwelt die Konkretisierung der Kennblätter, um die Verwendung der so ermittelten Daten zu operationalisieren. Mittelfristiges Ziel ist es, damit den Klimawandel in Schleswig-Holstein in den für das Land besonders relevanten Bereichen abzubilden, um damit auch mögliche Maßnahmen der Anpassung zu erkennen und abzuleiten.

Länderspezifische Anpassungsmaßnahmen

Der Sonderrahmenplan „Maßnahmen des Küstenschutzes infolge des Klimawandels“ und der aktuelle „Generalplan Küstenschutz“ berücksichtigen den erwarteten Anstieg des Meeresspiegels. Angesichts des Klimawandels und des dadurch bedingten Meeresspiegelanstieges hat die Landesregierung 2015 die Weichen für die Zukunft des Wattenmeers in Schleswig-Holstein gestellt. Dazu beschloss das Kabinett die Wattenmeerstrategie 2100. Der Bericht soll dazu beitragen, das Wattenmeer bei den zu erwartenden Veränderungen durch den Klimawandel zu erhalten. Mit dem Warftverstärkungs- und Entwicklungsprogramm will die Landesregierung die Zukunft von Schleswig-Holsteins Halligen sichern. Dafür hat sie 2016 ein Programm zur Verstärkung und Entwicklung der Warften beschlossen. Damit sollen die Halligen auch bei steigendem Meeresspiegel bewohnbar bleiben.
Im neuen Landesplanungsgesetz Schleswig- Holstein § 5 (3) wurde festgelegt, dass die räumlichen Erfordernisse des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel bei der Aufstellung von Raumordnungsplänen zu berücksichtigen sind. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass die Anpassung an den Klimawandel auch im geplanten Klimaschutzgesetz des Landes entsprechend berücksichtigt wird.

WICHTIGE STUDIEN UND PROJEKTE ZU ANPASSUNGSOPTIONEN/-MASSNAHMEN

TUHH/URCE/StALU MM: Überarbeitung der Strategien für den zukünftigen Küsten- und Hochwasserschutz an der deutschen Ostseeküste TUHH/URCE: RADOST-Anwendungsprojekt „Vorarbeiten für eine Fachplanung zum Schutz sandiger Küsten“

BfUK: RADOST-Anwendungsprojekt Innovative Verfahren zur Klimaanpassung im Küstenschutz – Fokusgebiet Kieler Förde (Untersuchung von Optionen zur Errichtung multifunktionaler künstlicher Riffe)

NIT (2014): Klimabündnis Kieler Bucht – Gästebefragung zur klimabewussten Reiseregion. Integrierende Analyse und Bewertung

Abschlussbericht: Grundlagen für die Ableitung von Anpassungsstrategien in Niederungsgebieten an den Klimawandel

Fachhochschule Lübeck in Zusammenarbeit mit hydro & meteo GmbH & Co. KG

RainAhead (Förderkennzeichen 03DAS014 des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) ist ein kommunales und regionales Leuchtturmprojekt der Hansestadt Lübeck für die Anpassung an den Klimawandel. Dieses Projekt soll mit einem integrierten Planungs- und Warnwerkzeug für Starkregen im urbanen Bereich kommunalen Akteuren eine Hilfestellung im Umgang mit den Folgen von Starkregen bieten. Dadurch soll vor allem der Überflutungsschutz ausgebaut und verbessert werden. Die Entwicklung einer Internetplattform, die zeigt, wann und in welchen Stadtteilen bei Starkregen mit Überflutungen zu rechnen ist, soll der Feuerwehr eine frühzeitigere Warnung ermöglichen und die Einsatzplanung erleichtern.

„PiKKoWatt  - Pilotmaßnahmen zur Klimaanpassung mit Kommunen in der schleswig-holsteinischen Wattenmeer-Region, WWF, Kooperationspartner Stadt Husum

Veröffentlichungen:

Koerth, Robin; Sterr, Horst (2012): Ostseegemeinden im Klimawandel - Interviews mit Gemeindevertretern im Klimabündnis Kieler Bucht. RADOST-Berichtsreihe, Bericht Nr. 12

Sterr, Horst (2014): The elusive future of our beaches – management approaches in Kiel Bay, Germany. In: Coastal & Marine 1/2014, S.6

Sandra Enderwitz, Inga Haller and Horst Sterr (2014): Adaptation to climate change in coastal tourism: Regional networking towards an unknown future. The example of Kiel Bay Climate Alliance, In: Social Dimensions of Climate Change Adaptation in Coastal Regions.

Kliucininkaite, Lina; Ahrendt, Kai (2011): Modelling different artificial reefs in the coastline of Probstei. Institute for the Conservation of Natural Resources, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel & Büro für Umwelt und Küste. RADOST-Berichtsreihe, Bericht Nr. 5

Ahrendt, Kai (2012): ZUKUNFTSMANAGEMENT STRAND - Ko-Nutzung von Küstenschutz, Tauchpfaden und Habitatverbesserung durch Baumaßnahmen im Vorstrandbereich. Büro für Umwelt und Küste. RADOST-Berichtsreihe, Bericht Nr. 6

TI: RADOST-Anwendungsprojekt „Entwicklung angepasster Pflanzensorten“ (in Bearbeitung)

LLUR: Untersuchung von Optionen zur Bestandsunterstützung des Blasentangs als Qualitätskomponente zur Wasserrahmenrichtlinie im sich ändernden Klima

CRM/IOW: RADOST-Anwendungsprojekt „Zukunftsstrategien für die Aquakultur – Fokusgebiet Kieler Förde“ (Evaluierung neuer Spezies für die Aquakultur im sich ändernden Klima und Detailplanung einer integrierten multitrophischen Aquakulturanlage) (Schwerpunkt S-H) und Untersuchung von Optionen für die Muschelzucht als Maßnahme zur Nährstoffreduzierung in Küstengewässern (Schwerpunkt M-V); Veröffentlichung: 

  • Klamt A.-M. & G. Schernewski (2013): Climate Change — A New Opportunity for Mussel Farming in the Southern Baltic? In: Schmidt-Thome, P. & J. Klein (eds.): Climate Change Adaptation in Practice: From Strategy Development to Implementation. Wiley-Blackwell, Chichester, UK: 171-184

IGB: RADOST-Anwendungsprojekt „Steuerung von Nährstoffeinträgen durch Retentionsbecken“ (in Bearbeitung); Veröffentlichungen:

IÖW: RADOST-Anwendungsprojekt „Anpassungsstrategie für den Lübecker Hafen“ (in Bearbeitung)

GICON/H.S.W.: RADOST-Anwendungsprojekt Küstenschutz und Geothermie (Untersuchung von Optionen, wie unter steigendem Bedarf an Küstenschutz und Gebäudekühlung Synergien zwischen beiden Nutzungen geschaffen werden können)

Wrede, Andreas, Ufer, Thorsten Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH), Abt. Gartenbau: STADTGRÜN 2025  Klimawandel und Baumsortimente der Zukunft

Lokale Maßnahmen

NETZWERKE UND KOOPERATIONEN

Das KlimaBündnis Kieler Bucht ist ein Zusammenschluss von derzeit 20 Ostseegemeinden, wissenschaftlichen, touristischen und institutionellen Einrichtungen mit dem Ziel, Klimaanpassungsmaßnahmen zu vermitteln und zu initiieren. Dort, wo es für die Umsetzung von Anpassungsprojekten sinnvoll erscheint, werden auch Klimaschutzmaßnahmen berücksichtigt. Handlungsschwerpunkte sind der Küstenschutz, Tourismussektor und die Entwicklung kommunaler Anpassungsstrategien.

Beteiligte Kommunen: Kappeln, Damp, Waabs, Eckernförde, Noer, Schwedeneck, Strande, Dänischenhagen, Kiel, Mönkeberg, Heikendorf, Laboe, Stein, Wendtorf, Wisch, Schönberg, Stakendorf, Hohenflede, Hohnwacht, Blekendorf

Eine Übersicht der Projekte und Veranstaltungen sowie Presseartikel zu Klimafolgen in SH finden Sie auf www.klimabuendnis-kieler-bucht.de. Kontakt: Sandra Enderwitz, Prof. Dr. Horst Sterr, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Ludewig-Meyn-Str. 14, 24098 Kiel, Tel. 0431-880 1302

Das Norddeutsche Klimabüro am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht GmbH unterhält seit 2006 einen engen Dialog mit der Norddeutschen Öffentlichkeit mit dem Ziel potentielles Klimawissen für Norddeutschland verfügbar und nutzbar zu machen. Derzeit zählt das Norddeutsche Klimabüro 1400 registrierte Nutzer (Stand 09/2015), die zu unterschiedlichen Bereichen der norddeutschen Öffentlichkeit gehören (Behörden, Bildung, Wirtschaft, Zivilgesellschaftliche Organisationen, Medien u.a.).

Kontakt: Dr. Insa Meinke, Norddeutsches Klimabüro, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Max-Planck-Str. 1, 21502 Geesthacht, 04152 871868 , insa.meinke@)hzg.de

Arbeitgruppe „Niederungen 2050“ des Marschenverbands Schleswig-Holstein Abschlussbericht 2014: Die Grundlagen für Ableitung von Anpassungsstrategien in Niederungsgebieten an den Klimawandel

Kontakt:
Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen
Meldorfer Str. 17, 25770 Hemmingstedt
Tel.: 0481 6808-0, Fax: 0481 6808-60
Mail: info(at)marschenverband.de; www.marschenverband.de

RADOST: Regionale Anpassungsstrategien für die deutsche Ostseeküste, als Teil der Fördermaßnahme KLIMZUG, („Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“).  Laufzeit: Juli 2009 bis Juni 2014; www.klimzug.de

Metropolregion Hamburg: http://metropolregion.hamburg.de/klimaanpassung/

ANPASSUNGSSTRATEGIEN UND -KONZEPTE EINZELNER STÄDTE ODER KOMMUNEN

Hansestadt Lübeck: Thematischer Landschaftsplan: Klimawandel in Lübeck. Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen für die Landnutzungen

Kontakt: Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz der Hansestadt Lübeck, Abt. Vorsorge und Zukunftsplanung, Breite Straße 62, 23539 Lübeck, Klimaschutz(at)luebeck.de, Ansprechpartnerin: Dr. Ursula Kühn

Auch die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel hat im Januar 2012 die Entwicklung einer Anpassungsstrategie beschlossen.

Kontakt: Dr. Peter Jacobsen, Umweltschutzamt der Landeshauptstadt Kiel, Holstenstr. 106 – 108, Tel.: 0431/901-3569, Peter [dot] Jacobsen [at] kiel [dot] de

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