Meeresschutz ist Klimaschutz
Gesunde Meere speichern Kohlenstoff, regulieren das Klima und bieten Lebensraum für viele Arten. Gleichzeitig sind sie durch Erwärmung, Versauerung und Übernutzung gefährdet. Um die Meere zu schützen, können wir aktiv dazu beitragen, indem wir die Belastungen, wie Verschmutzung, Überfischung und Nährstoffeinträge reduzieren: „Meeresschutz? Geht uns alle an!“. Die Ausweisung von Schutzgebieten und der Erhalt natürlicher Küstenhabitate, wie Seegraswiesen oder Salzmarschen, stärkt die Widerstandskraft mariner Ökosysteme. Intakte Ökosysteme können Kohlenstoff speichern, Küsten schützen und sich besser an veränderte Bedingungen anpassen.
Emissionen reduzieren
Die wichtigste Maßnahme gegen den Klimawandel ist die Reduzierung von Treibhausgasen, insbesondere Kohlendioxid. Dafür müssen weltweit sowie national Emissionen in allen Sektoren gesenkt werden, beispielsweise durch erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude, nachhaltige Mobilität und eine klimafreundliche Landwirtschaft. Der Verkehr ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland; hier finden Sie beispielsweise Tipps, wie Sie beim Reisen und in der Mobilität umweltfreundlicher handeln können: Umwelttipps für Mobilität und Reisen. Darüber hinaus sind zusätzliche Maßnahmen zur Erreichung der nationalen Klimaziele notwendig. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Anpassung durch Küstenschutz und natürliche Maßnahmen
Neben technischen Schutzbauten – wie Deiche und Sperrwerke – gewinnen naturnahe Küstenschutzmaßnahmen zunehmend an Bedeutung. Sie verbinden ökologischen Nutzen mit langfristiger Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel. Dazu gehören Seegraswiesen, Salzmarschen, Mangroven- und Tangwälder, die als natürliche Puffer Sturmfluten dämpfen, Küsten vor Erosion schützen und Lebensraum für viele Organismen bieten. Durch ihre Struktur stabilisieren sie Sedimente, filtern Nährstoffe und tragen zur Verbesserung der Wasserqualität bei. Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) fördert die Bundesregierung seit 2023 gezielt Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung dieser Ökosysteme in Deutschland.
Naturbasierte und technische Lösungen für die Klimaanpassung
Anders als Anpassungsmaßnahmen zielen naturbasierte Lösungen darauf ab, die Auswirkungen des Klimawandels durch gezielte Kohlenstoffbindung zu mindern. Sie nutzen die Fähigkeit bestimmter mariner Ökosysteme, Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen und langfristig zu speichern. Diese sogenannten „Blue Carbon“-Ökosysteme, darunter Seegraswiesen, Salzmarschen und Mangroven, binden Kohlenstoff dauerhaft im Sediment und in ihrer Biomasse und wirken damit als natürliche Kohlenstoffsenke (World Ocean Review, 2024). Gleichzeitig stärken sie marine Ökosysteme, fördern die Artenvielfalt und erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels. Aufgrund dieser vielfältigen ökologischen Funktionen gelten naturbasierte Lösungen als nachhaltiger und risikoarmer Ansatz im Klimaschutz.
Im Gegensatz zu den naturbasierten Lösungen werden unter dem Begriff "Geo-Engineering" oder „Climate-Engineering“ großtechnische Eingriffe diskutiert, etwa zur Abscheidung von Kohlendioxid im Ozean oder die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung. Diese Methoden greifen in das natürliche System ein und sind mit vielen Unsicherheiten verbunden. Sie erfordern fundierte wissenschaftliche Untersuchungen zu Wirksamkeit, Risiken und langfristigen Umweltfolgen, bevor diese Methoden großflächig eingesetzt werden können.
Die verschiedenen ozeanbasierten Strategien zur Eindämmung des Klimawandels werden unter „Marines Geo-Engineering“ näher erläutert.
Was jede*r Einzelne tun kann
Jeder Beitrag zählt: Abfälle vermeiden und richtig entsorgen, nachhaltige Meeresprodukte wählen und sich über Fangmethoden und Herkunft von Fisch informieren. Auch die Unterstützung lokaler Schutzprojekte, Küstenreinigungen oder Meeresschutzorganisationen kann dazu beitragen, marine Ökosysteme zu schützen und ihre Widerstandskraft zu stärken. Darüber hinaus finden Sie auf unserer Webseite zahlreiche praxisnahe Umwelttipps, die zeigen, wie sich nachhaltiges Handeln im Alltag umsetzen lässt: UBA-Umwelttipps.