Computer (PC, Laptop)

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Verbrauchertipps für den PC-Kauf
Quelle: Array

Unsere Tipps

  • Kaufen Sie Computer mit geringem Energieverbrauch: Sie können bis zu 100 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen.
  • Nutzen Sie die Energiesparfunktionen. Schalten Sie den Rechner nach Gebrauch richtig aus.
  • Nutzen Sie den Rechner, solange er funktioniert. Der Austausch einzelner Bauteile macht langsame Rechner wieder fit.
  • Entsorgen Sie Ihre Altgeräte bei der kommunalen Sammelstelle.

Gewusst wie

Über den gesamten Lebenszyklus eines Computers oder Laptops betrachtet, fällt der Löwenanteil des Energieverbrauches bei der Herstellung an. Darüber hinaus enthalten die Geräte wertvolle Rohstoffe wie Edelmetalle, deren Gewinnung für die Umwelt und teilweise auch für die Arbeiterinnen und Arbeiter sehr belastend ist. Deshalb ist es nicht sinnvoll, wenn Sie einen funktionierenden Computer wegwerfen, nur um einen sparsameren zu kaufen.

Geringen Energieverbrauch einkaufen: Wenn Sie ein neues Gerät brauchen, kaufen Sie den richtigen PC oder den richtigen Laptop für Ihren Bedarf. Für überdimensionierte Rechner zahlen Sie doppelt drauf: beim Kauf und bei den Stromkosten. Je leistungsstärker ein Computer ist, desto höher ist in der Regel auch sein Stromverbrauch. Desktop-Computer verbrauchen viel Strom und können sogar – je nach Leistung und Betriebsdauer – einer der größten Stromverbraucher im Haushalt sein. Zum Beispiel benötigt ein ineffizienter Gamer-PC bei täglich vier bis fünf Stunden Nutzung über 300 Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a) und kostet somit fast 100 Euro pro Jahr (ohne Monitor). Ein sparsamer Einsteiger-PC kommt hingegen auf nur 37 kWh (rund 11 €) pro Jahr (EcoTopTen).

  • Der normierte jährliche Energieverbrauch wird als TEC-Wert in kWh/a angegeben.
  • Orientierung beim Einkauf bieten hier die Umweltzeichen „Blauer Engel“, „Europäisches Umweltzeichen", „EPEAT Gold" oder „TCO“ (siehe Abbildungen). Diese Zeichen gewährleisten, dass die Geräte energieeffizient sind und weitere anspruchsvolle Umweltkriterien erfüllen. Leider sind bisher nur wenige Geräte mit diesen Zeichen im Handel. Der „Energy Star" gibt nur an, dass dieser PC Mindestanforderungen für die Energieeffizienz erfüllt, die aber ohnehin von den meisten Geräten eingehalten werden.
  • Häufig hört man die Empfehlung, man solle lieber einen Laptop als einen Desktop-PC kaufen, weil Laptops weniger Strom bräuchten. So pauschal stimmt das jedoch nicht. Ein effizienter Einsteiger- oder Kompakt-PC kann sparsamer sein als ein ineffizienter Laptop in derselben Produktklasse. Desktop-PCs haben den Vorteil, dass sie in der Regel leichter nachrüstbar sind, was die Lebensdauer verlängert. Kaufen Sie ein Laptop/Notebook oder Netbook dann, wenn Sie das Gerät mobil einsetzen wollen. Wenn Sie bereits ein internetfähiges Smartphone besitzen, brauchen Sie für unterwegs vielleicht ohnehin kein zusätzliches Gerät.

Kaufen Sie keinen allzu großen Bildschirm für den Desktop-PC: Ein zu kleiner Bildschirm ist bei längerem Arbeiten anstrengend. Aber zu groß sollte er auch nicht sein. Bedenken Sie, dass der Energieverbrauch des Monitors häufig höher als der des Computers ist. Darüber hinaus wächst die Umweltbelastung bei seiner Herstellung mit der Größe. Im Elektronikmarkt wirken Bildschirme oft kleiner als zu Hause auf dem Schreibtisch. Tipps zur Auswahl eines sparsamen Monitors finden Sie auf EcoTopTen (siehe Links).

Nutzen Sie die Energiesparfunktion: Mit der Energiesparfunktion können Sie den Stromverbrauch in Arbeitspausen senken. Der PC schaltet dann bei Inaktivität automatisch in einen Schlaf- und Energiesparmodus. Statt zum Beispiel 80 Watt im Betriebszustand braucht ein moderner PC inklusive Monitor dann nur noch ein Watt oder weniger. Unter den Energie-Optionen finden Sie meist auch eine Möglichkeit, die Helligkeit des Monitors zu regeln. Viele Bildschirme verfügen zudem über eigene Menüs zur Regelung der Helligkeit. Dadurch können Sie ebenfalls ohne Komfortverlust viel Strom sparen.

Vermeiden Sie Leerlaufverluste: Nach „Feierabend“ empfiehlt es sich, das Gerät komplett vom Netz zu trennen, da Computer in der Regel auch im ausgeschalteten Zustand Strom verbrauchen (Stand-by). Dies erfolgt am einfachsten über eine abschaltbare Steckdosenleiste.

Lange nutzen statt neu kaufen: Damit ein alter Computer wieder schneller wird, können Sie zwei Dinge tun:

  • Entfernen Sie „Datenmüll“ und nutzen Sie Software-Tools, die Ihr System effizienter machen. Sie erkennen Schwachstellen, sorgen für einen schnelleren Start, entfernen überflüssige Einträge in der „Registerkarte“ und helfen dabei, das Betriebssystem optimal zu nutzen.
  • Erhöhen Sie die Leistung Ihres Computers durch den gezielten Austausch einzelner Bauteile (z.B. Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte oder Grafikkarte). Bei Desktop-PCs ist das meist einfacher als bei Laptops, bei denen man meist nur Arbeitsspeicher und Festplatte tauschen kann.

Entsorgung: Verbraucher müssen nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz ihre alten Geräte bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Dies ist für sie kostenlos. Manche Kommunen organisieren auch die Abholung, z.B. über die Sperrmüllabfuhr. Funktionstüchtige Geräte können Sie über Gebrauchtwarenbörsen oder -häuser einer weiteren Nutzung zuführen.

Was Sie noch tun können:

  • Verzichten Sie auf Bildschirmschoner. Sie sind zwar hübsch, aber benötigen mehr Strom, als wenn der Bildschirm bei Inaktivität einfach abgeblendet wird.
  • Prüfen Sie bei einem geplanten Neukauf, ob auch ein gebrauchter Computer für Sie in Frage kommt. Im Internet finden Sie viele preiswerte Angebote, teilweise sogar mit Gewährleistung oder sogar direkt vom Hersteller. Wenn es nicht das neuste Modell sein muss, können Sie viel Geld sparen.
  • Wenn Sie sich beim Kauf für ein mobiles Gerät entscheiden, dann achten Sie darauf, dass der Akku entnehmbar ist. Nur so ist gewährleistet, dass Sie das Gerät auch lange nutzen können.
  • Wenn Sie ein mobiles Gerät mit Akku und Ladegerät benutzen: Trennen Sie Netzteile nach dem Ladevorgang immer vom Netz (zum Beispiel mit Steckdosenleiste), da diese sonst weiterhin Strom verbrauchen können.
  • Wenn Sie Ihr mobiles Gerät auf dem heimischen Schreibtisch verwenden, dann können Sie den Akku schonen, indem Sie ihn herausnehmen, solange der Laptop am Stromnetz hängt. Wenn Sie den Akku nur selten benutzen, dann laden Sie ihn aber gelegentlich auf, damit er sich beim langen Liegen nicht vollständig entlädt. Das schadet dem Akku  ebenfalls (Siehe Tipps zu Akkus).
  • Beachten Sie auch unsere Tipps zum „Surfen“.
  • EU-Ecolabel
    EU-Ecolabel
    Quelle: Europäische Kommission
  • Empfehlenswertes Label Blauer Engel für Computer
    Blauer Engel für Computer
    Quelle: Blauer Engel
  • TCO-Label für Computer
    TCO-Label
    Quelle: TCO Development
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Hintergrund

Die Informations- und Kommunikationstechnik verursacht in Deutschland rund 33 Millionen Tonnen CO2e (2007). Dabei ist die Herstellung der Geräte noch nicht mitgerechnet. Beim Notebook zum Beispiel gehen fast zwei Drittel der über die gesamte Nutzungsdauer zusammengerechneten CO2e-Emissionen auf das Konto der Herstellung (inklusive Transport und Verwertung). Die eigentliche Nutzung macht nur etwas mehr als ein Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen aus. Insgesamt kommen über den gesamten Lebenszyklus eines Laptops 382 Kilogramm CO2e-Emissionen zusammen. Die Herstellung eines Laptops verbraucht so viel Energie, dass es sich aus energetischen Gründen niemals lohnt, ein altes, noch funktionstüchtiges Gerät gegen ein neues, energieeffizienteres auszutauschen. Wenn der neue Laptop zehn Prozent sparsamer ist als der alte, müsste er fast 90 Jahre lang benutzt werden, bis sich das – aus Sicht des Klimaschutzes – gelohnt hat. Selbst wenn der neue Laptop – unrealistische – 70% weniger Strom benötigt, müsste er rund 13 Jahre lang genutzt werden, bis er sich energetisch amortisiert hat. Es gibt selbstverständlich viele gute Gründe, einen neuen Computer zu kaufen. Energiesparen gehört nicht dazu. Es ist nicht sinnvoll, wenn Sie einen funktionierenden Computer wegwerfen, nur um einen sparsameren zu kaufen. Dennoch gilt die Aussage, dass ein neues energieeffizientes Geräte einem neuen (!) Gerät mit höherem Energieverbrauch vorzuziehen ist.

In vielen elektronischen Bauteilen stecken wertvolle und knappe Metalle wie Gold, Silber, Tantal oder Platin. Deren Gewinnung belastet die Umwelt und die Menschen in den Abbaugebieten. Dort werden die Erze unter Einsatz von viel Wasser und mit hohem Energieaufwand dem Boden entnommen. Ressourcen mit hohem Marktwert spielen außerdem häufig eine Rolle bei der Finanzierung von Bürgerkriegen, wie beispielsweise in der Republik Kongo. Auch mit guten Recyclingverfahren können nicht alle dieser wertvollen Rohstoffe zurückgewonnen werden. Eine möglichst lange Nutzung ist daher entscheidend für die Umweltentlastung.

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