Binnenschiffe

Nahaufnahme eines Binnenschiffs auf einem Flusszum Vergrößern anklicken
Der Transport von Waren auf Binnenschiffen ist umweltfreundlicher als der per Lkw.

Der Transport von Waren auf Binnenschiffen ist umweltfreundlicher als der per Lkw.

Quelle: Irina Fischer / Fotolia.com

Mit rund zehn Prozent Anteil am Güterverkehrsaufwand (gemessen in Tonnenkilometern) nimmt die Binnenschifffahrt in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle im Güterverkehr ein. Der Transport auf dem Wasser hat aus Umweltschutzsicht Vorteile gegenüber dem Lkw-Transport. Jedoch muss auch bei den Binnenschiffen der Ausstoß von gesundheits- und umweltschädigenden Luftschadstoffen deutlich sinken.

Inhaltsverzeichnis

 

Energieverbrauch und Emissionen bei Binnenschiffen

Die Binnenschifffahrt weist bei den Lärmeffekten einen deutlichen Vorteil sowohl gegenüber dem Bahn- als auch dem Lkw-Transport auf. Bezogen auf den Transport mit einem 40-Tonnen-Sattelzug verbrauchen Bahn und Schiff weniger als die Hälfte an Energie und stoßen dementsprechend weniger CO2 aus. In der Luftschadstoffbilanz ist der Transport mit dem Binnenschiff jedoch derzeit kaum besser als der mit dem Lkw. Wesentlich geringere Emissionen würden im Fall einer Modernisierung der Schiffsflotte eintreten.

Kurz zusammengefasst heißt dies:

  • Lärm: Binnenschiff besser als Bahn, Bahn besser als Lkw,
  • CO2-Emissionen: Bahn und Binnenschiff besser als Lkw,
  • Luftschadstoffe: Bahn besser als Binnenschiff und Lkw.
 

Abgasgesetzgebung für Binnenschiffe

Die Schadstoffemissionen aus Dieselmotoren von Binnenschiffen werden in der Europäischen Union (EU) durch die Richtlinie 2004/26/EG und die ZKR-Richtlinie der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) reglementiert. Die ZKR-Richtlinie wurde bereits 2000 verabschiedet und enthält zwei Grenzwertstufen: Stufe I gilt seit 2002; Stufe II seit 2007 (vgl. Tab. 2 und 3). In die EU-Richtlinie wurde ein Verfahren integriert, das eine gegenseitige Anerkennung der beiden Richtlinien ermöglicht.

EU-Richtlinie

Die Grenzwerte der Richtlinie 2004/26/EG gelten jedoch nur für neue Motoren.Die Motorkategorien V1:1 bis V1:3 müssen seit dem 1.1.2007 die Grenzwerte erfüllen, die anderen Motorkategorien seit dem 1.1.2009. Die Europäische Kommission arbeitet zurzeit an einer 2. Grenzwertstufe, wann diese eingeführt werden soll, ist noch offen.

Tabelle zu Schadstoffgrenzwerten für Binnenschiffmotoren nach EU-Richtlinie 2004/26/EG
Schadstoffgrenzwerte für Binnenschiffmotoren nach EU-Richtlinie 2004/26/EG
Quelle: UBA
 

ZRR-Richtlinie

Die Richtlinie der ZKR hat im Jahr 2000 zwei Grenzwertstufen festgelegt. Diese Grenzwerte finden sich in den folgenden Tabellen. Die Stufe I gilt seit 2002. Die Stufe II gilt seit dem 1.7.2007 (ZKR-Protokoll 19, Resolution der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt vom 11. Mai 2000).

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Vergleich der Richtlinien

Beide Richtlinien nutzen während der Typprüfung ein Messverfahren nach ISO 8178-4. Daher lassen sich die Grenzwerte miteinander vergleichen. Der relevante Unterschied zwischen den Richtlinien besteht in der Einteilung der Motoren in einzelnen Gruppen. In der ZKR werden die Gruppen nach der max. Leistung eingeteilt. Die europäische Richtlinie 2004/26/EG teilt die Motoren in Gruppen ein, die sich aus Hubraum/Nennleistung und Hubraum pro Zylinder/kW ergeben. Die Einteilung nach der EU-Richtlinie wurde aus US-Regeln abgeleitet, weil die EU eine möglichst weitgehende weltweite Harmonisierung anstrebt. Damit es zu keiner gegenseitigen Blockierung bei der Typzulassung kommt, wurde ein Verfahren der gegenseitigen Anerkennung in die europäische Richtlinie aufgenommen, das hier aber nicht näher zu betrachten ist.

In einem direkten Vergleich der Stufe II ZKR und der Grenzwerte nach 2004/26/EG wird deutlich, dass die Unterschiede bei den Stickstoffoxiden gering sind. Die Grenzwerte für die Partikelemissionen sind bei der Stufe II ZKR bei kleineren Motoren höher, aber bei größeren Motoren niedriger. Um die jeweiligen Grenzwerte zu erreichen, sind vergleichbare Motorentechniken notwendig. Die Grenzwerte nach ZKR Stufe II und EU-Richtlinie Stufe I lassen sich ohne Abgasnachbehandlungssysteme einhalten.