Klimafolgen: Handlungsfeld Wasser, Hochwasser- und Küstenschutz

Menschen stehen auf einer Sitzbank die von Wasser umspült ist.zum Vergrößern anklicken
Der Klimawandel wirkt sich auch auf den Wasserhaushalt aus.
Quelle: Daniel Strauch/fotolia.com

Der Klimawandel hat Einfluss auf den Wasserhaushalt: Steigende Temperaturen, veränderte Niederschläge und zunehmende Wetterextreme beeinflussen Menge und Qualität des zur Verfügung stehenden Wassers. In Küstenregionen kommen Auswirkungen wie der steigende Meeresspiegel sowie vermehrte oder stärkere Sturmfluten hinzu, die auf den Wasserhaushalt wirken und große Schäden verursachen können.

Inhaltsverzeichnis

 

Wasserverfügbarkeit und Hitze

Der Klimawandel wird sehr wahrscheinlich zu einer veränderten Verteilung von Niederschlägen in Deutschland führen. Im Sommer werden die Niederschläge tendenziell zurückgehen, im Winter eher zunehmen, wobei diese Änderungen räumlich unterschiedlich ausfallen werden. Diese künftigen Entwicklungen haben mögliche Folgen unter anderem für Ökosysteme, für die Land- und Forstwirtschaft sowie für die Grundwasserneubildung.

Besonders in Regionen mit wenig durchlässigen Böden und einer geringen Bodenspeicherkapazität wird die Grundwasserneubildung im Zuge des Klimawandels wahrscheinlich zurückgehen. Eine eingeschränkte Wasserverfügbarkeit und sogar Dürren können die Folge sein. Vor allem Teile Ostdeutschlands können hiervon betroffen sein. Eine geringe Wasserverfügbarkeit führt zu Einschränkungen in der Land- und Forstwirtschaft und wirkt sich nachteilig auf Ökosysteme und deren biologische Vielfalt aus.

Obwohl in Deutschland gegenwärtig insgesamt nur 24 Prozent der Wasserressourcen genutzt werden und der tägliche Wasserverbrauch pro Kopf rückläufig ist, kann der Klimawandel in einigen Regionen sogar die Trinkwasserversorgung beeinträchtigen. Sehr niederschlagsarme Sommermonate können außerdem zu Niedrigwasser in Wasserstraßen führen und auf diese Weise die Schifffahrt einschränken.

 

Gewässerqualität

Durch zunehmende Temperaturen und stärkere Sonneneinstrahlung erwärmen sich die oberen Wasserschichten von Oberflächengewässern. Dies hat Einfluss auf die Gewässergüte. Denn wärmeres Wasser hat einen geringeren Sauerstoffgehalt, was sich nachteilig auf Tiere und Pflanzen auswirkt. Sauerstoffmangel kann in Verbindung mit sich anreichernden Nährstoffen das ökologische Gleichgewicht des Gewässers stören (Eutrophierung). Besonders kleinere stehende Gewässer sind hiervon betroffen.

Auch Hochwasser, die künftig häufiger auftreten können, können die Qualität von Oberflächengewässern und Grundwasser beeinträchtigen.

 

Hochwasser

In Folge des Klimawandels ist eine Verschiebung der Niederschläge vom Sommer in den Winter zu erwarten. Zusätzlich ist im Winter mit vermehrtem Starkregen zu rechnen. Durch die milderen Winter wird der Anteil des Schnees am Gesamtniederschlag abnehmen. Das heißt, dass Niederschlag seltener in Form von Schnee gespeichert wird, sondern zunehmend zu unmittelbarem Abfluss führt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Hochwasser.

Besonders gefährdet sind städtische Ballungszentren, da versiegelte Flächen das Versickern von Wasser in den Untergrund verhindern. Schon jetzt führt kurzer, aber intensiver Starkregen häufig zu Problemen bei der Entwässerung im urbanen Raum.

Durch Hochwasser können Schadstoffe wie Dünge- und Pflanzenschutzmittel in Grundwasser und Oberflächengewässer gelangen und die Wasserqualität verschlechtern. Durch die Überflutung von Industrie- und Kläranlagen sowie privater Heizöltanks können zudem Schadstoffe ins Wasser gelangen. Dies kann zu erheblichen Beeinträchtigungen der Trinkwasserqualität und damit zu gesundheitlichen Schäden führen.

Darüber hinaus können durch die Beschädigung oder Zerstörung von Gebäuden und Infrastruktur große und langfristige wirtschaftliche Schäden verursacht werden. Allein das Elbe-Hochwasser im August 2002 verursachte Schäden in Höhe von 9,4 Mrd. Euro.

 

Küsten- und Meeresschutz

Das Abschmelzen großer Mengen Inlandeises und die Ausdehnung des sich erwärmenden Meerwassers führen zu einem Anstieg des Meeresspiegels. Es wird geschätzt, dass sich der globale Meeresspiegel bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um zwei bis acht Dezimeter hebt. Die genaue Höhe des Anstiegs für Nord- und Ostsee ist derzeit noch schwer abschätzbar.

Mit dem steigenden Meeresspiegel erhöht sich das Ausgangsniveau für Sturmfluten. Hohe Sturmflutwasserstände könnten künftig schneller erreicht werden und länger andauern. Bis Mitte des 21. Jahrhunderts könnten Hochwasser, die derzeit einmal in 350 Jahren auftreten, einmal in 100 Jahren vorkommen. An einigen Küstenabschnitten könnten solche Hochwasserstände sogar noch häufiger auftreten.

Die Wellen, die die Küsten erreichen, werden in ihrer Höhe und Kraft neben dem Wasserstand auch durch Wind und Seegang beeinflusst. In Nord- und Ostsee ist insbesondere in den Wintermonaten mit stärkeren Stürmen zu rechnen. An der Ostseeküste wird die Wintersturmgeschwindigkeit bis zum Ende des Jahrhunderts voraussichtlich um bis zu 14 Prozent zunehmen. An der Nordsee werden Sturmfluten bis 2030 etwa 10 bis 30 cm höher auflaufen als heute. Bis 2100 wird sogar mit einer Zunahme von 30 bis 80 cm gerechnet. Das ist eine Herausforderung für den Küstenschutz, der nach aktuellen Schätzungen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts deutlich ausgebaut werden muss.

Zu den Folgen von Sturmfluten zählt neben Schäden an Bauwerken und Infrastruktur auch, dass Salzwasser ins Landesinnere vordringt und dort in das Süßwasser von Grundwasser und Oberflächengewässern eindringt. Auch der steigende Meeresspiegel führt zu einer Verschiebung der Mischzone von Süß- und Salzwasser. Das schränkt die regionale Wasserverfügbarkeit und -qualität erheblich ein und verändert Böden und damit die Rahmenbedingungen für Forst- und Landwirtschaft. Auch für Industrie und Gewerbe kann die Versalzung von Süßwasser ein Problem sein, wenn die Produktion auf eine hohe Wasserqualität angewiesen ist.

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Quellen