Nachbarschaftslärm und Lärm von Anlagen

Grafik der Lärmbelästigung in Deutschland: Die meisten Menschen fühlen sich vom Straßenverkehrslärm belästigt (etwa 54%). Es folgen Nachbarschaftslärm (ca. 40%), Fluglärm (ca. 21%), Industrie-/Gewerbe- (ca. 21%) und Schienenverkehrslärm (ca. 17%).zum Vergrößern anklicken
Straßenlärm wird von den Deutschen als größte Lärmquelle benannt – gefolgt vom Nachbarschaftslärm

Lärmbelästigung in Deutschland in Prozent

Quelle: Umweltbundesamt

In Deutschland ist die Bevölkerung dem Lärm einer Vielzahl von Geräuschquellen ausgesetzt. Straßen, Schienenwege, Flugplätze, Gewerbeanlagen, Nachbarn, Sportanlagen und vieles mehr führen nicht selten zu Lärmproblemen bei den Betroffenen.

Laut der Umweltbewusstseinsstudie aus dem Jahr 2014 fühlen sich 40 Prozent der Befragten durch Geräusche der Nachbarn und mehr als ein Fünftel durch industrielle bzw. gewerbliche Anlagen in ihrem Wohnumfeld gestört oder belästigt. Somit steht der Lärm aus Nachbarschaft und Anlagen an zweiter Stelle der Lärmbelästigungen nach dem Straßenverkehrslärm. Diese Aussage wird regelmäßig durch die UBA-Online-Lärmumfrage bestätigt.

Der Lärm aus Industrieanlagen und Gewerbe wird grundsätzlich im Rahmen behördlicher Genehmigungen reguliert. Dazu zählen auch der Lärm von Sport- und Freizeitanlagen sowie der Lärm von Baustellen. Demgegenüber ist beim sogenannten Nachbarschaftslärm eine behördliche Genehmigung nur selten notwendig oder überhaupt möglich, was sehr häufig zu Beschwerden führt. Lärmquellen aus der Nachbarschaft mit besonders hoher Störwirkung sind Gartengeräte wie Rasenmäher, gebäudetechnische Anlagen wie Wärmepumpen und persönlicher Lärm, der zum Beispiel bei privaten Feiern entsteht.

Von Kommunalfahrzeugen (z. B. Müllfahrzeugen, Kehrfahrzeugen) können beträchtliche Geräuschemissionen ausgehen. Als relevante Geräuschquellen sind Antriebsmotor, Pumpen, Hydrauliksysteme, Nebenantriebe und Schüttung zu nennen. Grundsätzlich sollten hier lärmarme Kommunalfahrzeugen eingesetzt werden. Anforderungen an lärmarme Kommunalfahrzeugen sind für das Umweltzeichen in RAL-UZ 59 definiert.

Um den Lärm von Geräten und Anlagen zu mindern, können unterschiedliche Maßnahmen getroffen werden. Darunter zählen technische Maßnahmen zur Geräuschminderung direkt an der Quelle, die Veränderung des Betriebs der Lärmquelle aber auch eine optimale Ausgestaltung des baulichen Schallschutzes. In vielen Fällen kann die vorherige Information des Nachbarn über eine geplante Lärmbelästigung die Wirkung beim Belästigten auf ein Minimum reduzieren. Die beste Geräuschminderung kann natürlich nur durch eine Kombination solcher Maßnahmen erreicht werden.

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