UBA-Präsidentin Krautzberger zu den Abgasmanipulationen bei VW

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Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes
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Stickoxide machen Asthmatikern zu schaffen, können Pflanzen schädigen und tragen zur Versauerung der Böden bei. Die Manipulationen an den Abgaswerten von VW-Fahrzeugen sind deshalb mehr als „nur“ ein Vertrauensverlust bei Kundinnen und Kunden. Hier die Statements von UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

„Eine solche Abgas-Betrügerei täuscht ja nicht nur die Kunden. Sie führt auch zu deutlich schlechterer Luft. Das gefährdet die Gesundheit.“
 
„In Deutschland lagen 2014 immerhin 62 Prozent der städtischen verkehrsnahen Messstellen über dem EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid. Die Emissionen aus Diesel-PKW haben daran einen erheblichen Anteil.“
 
„Das Umweltbundesamt weist schon seit Ende der 1990er Jahre darauf hin, dass auch in Deutschland die realen Schadstoffemissionen höher sind als die Typprüfwerte, die auf dem Rollenprüfstand ermittelt wurden. Damit muss Schluss sein.“
 
„Die USA sind bei der Emissionskontrolle – allen Manipulationen zum Trotz – schon weiter: Dort sind Manipulationen an der Abgasminderung der Pkw ausdrücklich verboten und können mit schweren Bußgeldern belegt werden. Europa muss hier nachbessern –und vor allem endlich die geplanten Real Drive Emission Tests mit anspruchsvollen Grenzwerten einführen. Deutschland muss sich bei den aktuellen Verhandlungen über die neuen Grenzwerte dafür aussprechen, dass diese nicht höher liegen als bei Messungen auf dem Prüfstand. Damit hätten wir zumindest für Neuwagen Grenz- und Prüfwerte die garantieren, dass die Emissionen in der Realität eingehalten werden und nicht nur im Labor.“

„Die mögliche Dimension des Problems ist eigentlich viel größer: Wir reden ja nicht nur über die rund drei Millionen Fahrzeuge, die jedes Jahr neu auf den Markt kommen. Auch bei den rund 44 Millionen Autos im Bestand muss eine unabhängige Einrichtung fortlaufend sicherstellen, dass die Grenzwerte der Autos in der Praxis dauerhaft eingehalten werden. Teuer wäre das nicht: Wir rechnen damit, dass sich die Kontrollkosten durchschnittlich auf 50 Cent pro neu gekauftes Auto belaufen würden.“

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Schlagworte:
 Autoabgas  Stickoxidemission  Stickoxid  Luftverschmutzung  Luftqualität
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